Genau hier liegt der berühmte Hase im Gewürz. Priestersein ist kein Beruf wie Bauer, Werftarbeiter, oder auch Gemeinde- und Gottesdienstleiter. Mit der Reformation wurde in der evangelischen Christenwelt das Priesteramt abgeschafft, in dem man einfach keine Priester mehr weihte. Das ist so bis heute.
Zugleich hat man konsequenterweise auch die Gewänder im Schrank hängen lassen. Die Kleider der evangelischen Geistlichen sind keine Priestergewänder, sondern sind eher den Roben der Richter angeglichen, die für eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft freigestellt sind. Das bekundet deutlich, dass der evangelische Geistliche jemand ist, der ein wichtiges Amt in der Gemeinde bekleidet. Er wird allerdings nicht geweiht, wie der katholische Priester. Dieser trägt immer noch die bunten und reich bestickten Gewänder, die nur eigens geweihte Personen tragen dürfen; und die selbst auch durch eine kleine Weihung geheiligt sind. Die Priestergewänder dürfen für nichts anderes benutzt werden als für den Gottesdienst. Außerhalb des Gottesdienstes dürfen sie für überhaupt nichts benutzt oder getragen werden. Sie werden für den Gottesdienst gesegnet, geheiligt und ausgesondert sozusagen. Auch der geweihte Priester ist, wie die Gewänder, die er trägt, eigens für seinen Dienst geweiht, geheiligt und ausgesondert aus dem ganz normalen Leben. Darüber muss gesprochen werden, damit wir den Zölibat verstehen können.
Das Priesteramt ist kein Beruf
Wie gesehen, ist es kein Argument zu sagen, die katholischen Priester sollten heiraten, weil die evangelischen Geistlichen es doch auch tun. Die evangelischen Geistlichen sind keine Priester. Die katholischen aber leben ehelos um des Priesteramtes willen. Der Vergleich passt so also nicht. Hier sagen manche, das tue er doch. Weil das Priesteramt ein Beruf sei, wie das Amt des evangelischen Geistlichen auch. Ob jemand nicht heiratet, weil er an einer Schiffswerft arbeitet oder ob er es lässt, weil er Landwirt ist; was macht das für einen Unterschied?
Hören wir niemals auf, die Güte des Vaters zu bedenken. In schweren Zeiten gibt es nichts Wichtigeres, als es in guten Zeiten meditiert zu haben. Unser Vater kann nicht aufhören, unser guter Vater zu sein.





