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Der Menschensohn

Wir haben einen ersten Blick ans Kreuz getan. Wer aber war Jesus eigentlich? Wer war der, der da vor zwei Jahrtausenden so grausam starb und sagte, er habe es für uns getan? Wenn wir als Christen reden, müssen wir eigentlich anders sprechen. Wir sollten eigentlich fragen, wer Christus ist, nicht wer er war. Jesus ist ja nicht tot!

Wer also ist Christus? Das Johannesevangelium ist in seiner Einleitung völlig eindeutig. Da steht: „Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden. Aber die Welt erkannte ihn nicht." (Joh 1,10) Jesus ist Gott; Gott und Mensch zugleich, wahrer Mensch und wahrer Gott. „Ich und der Vater sind eins", sagte Jesus den Menschen (Joh 10,30) und: „Wer mich sieht, der sieht den Vater". (Joh 12,45)
Wir werden sicher noch viel über dieses Geheimnis der Menschwerdung Gottes sprechen müssen, um es möglichst tief zu verstehen. Gewöhnen wir uns aber schon mal an die gewaltige Aussage. In Jesus ist das Unglaubliche wahr und wirklich geworden: Gott nahm einen menschlichen Körper und eine menschliche Seele an und betrat höchst persönlich seine Erde. Dieser Gottmensch war es dann auch, der am Kreuz sein Leben dahin gab. Erst wenn wir das betrachten, kann uns die Tragweite des Kreuzes überhaupt aufgehen. Und das sollte sie, weil sie uns etwas angeht.

Die heiligen Mystiker beschreiben ein heiliges Staunen und Erschaudern der Engel und aller Geschöpfe, die dieser Tatsache ansichtig werden. Die Christen sollten die Menschwerdung niemals als eine Selbstverständlichkeit annehmen oder als etwas, an das man sich gewöhnen kann.
Als der heilige Paulus noch nicht heilig war und die Christen verfolgte, berief Jesus ihn, in dem er ihn zu Boden warf. Dabei sagte sagte er: „Ich bin Jesus, den Du verfolgst." (Apg 9,5) Das war lange nach Ostern. Jesus offenbarte sich dem späteren Apostel so eindeutig, dass dieser sein ganzes Leben völlig umbaute. Diese Kraft sollte die Botschaft für das Leben eines Christen haben: Sie sollte imstande sein, ganze Leben zu verändern.

„Ich sehe nicht ein, warum ich zu einem Priester gehen soll...“ Was ist aber, wenn Gott sich das trotzdem wünscht?

 
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Braucht die Welt das Böse?

Manche sagen das. Manche sagen, man könne das Gute erst genießen, wenn man die Schattenseiten kennt. Dafür spricht manches. Einen Schluck kühlen Wassers kann wohl erst der richtig schätzen, der eine trockene Kehle kennt.  Auf den ersten Blick liegt also nahe, dass es böse Dinge braucht, damit wir die guten schätzen. Der Kirchenlehrer Augustinus bezweifelt das. Er schreibt, man bräuchte nicht krank gewesen sein, um seine Gesundheit zu schätzen.

 

Das Priesteramt ist kein Beruf

Wie gesehen, ist es kein Argument zu sagen, die katholischen Priester sollten heiraten, weil die evangelischen Geistlichen es doch auch tun. Die evangelischen Geistlichen sind keine Priester. Die katholischen aber leben ehelos um des Priesteramtes willen. Der Vergleich passt so also nicht. Hier sagen manche, das tue er doch. Weil das Priesteramt ein Beruf sei, wie das Amt des evangelischen Geistlichen auch. Ob jemand nicht heiratet, weil er an einer Schiffswerft arbeitet oder ob er es lässt, weil er Landwirt ist; was macht das für einen Unterschied?

 

Das moderne Gefühl von Gerechtigkeit ist religiös unglücklich

Wenn das moderne Bewusstsein von Gerechtigkeit und die christliche Lehre zusammen kommen, kommt es unweigerlich zum Konflikt. Da wird immer eine Quelle des Unglücklichseins bleiben. Diese Quelle ist Gott selbst.

 

Der 15. August. Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel


Der fünfzehnte August ist für die gesamte katholische Weltkirche ein hoher Feiertag, ein Hochfest in Weiß. Der Papst hatte sich jahrelang in allen Diözesen der Welt erkundigt, ob es wirklich zum Glaubensgut der katholischen Kirche gehöre. Dann verkündete er am ersten November 1950 als verbindliches Dogma, dass Gott die Mutter Jesu nach Vollendung ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hat.


 

Der Morgenmuffel

Das Wort sagt es schon: Der Morgenmuffel muffelt vorzugsweise morgens, ich weiß das alles aus eigener Erfahrung. Der Morgenmuffel ist jemand, der nur des morgens von schlechter Laune geplagt wird und sein Hauptkennzeichen ist die Ungerechtigkeit. Nachmittags bittet er um Verzeihung, für das, was er morgens (wieder mal) zuwege gebracht hat.

 

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