Start Glauben Glauben im Alltag Ein Brief zum öffentlichen Christsein

Ein Brief zum öffentlichen Christsein

Jetzt, da Du endlich getauft bist, möchtest Du natürlich wissen, wie man als Christ eigentlich leben soll. Also vielleicht erst einmal grundsätzlich: Christsein oder nicht ist macht einen anderen Unterschied, als ob jemand Mitglied eines Trachtenvereins ist oder einer Schützengilde.

Mit dem Christsein ändert sich das Leben, oder besser gesagt, mit dem Christsein hast du ein neues Leben begonnen. Das sollten wir jetzt mit allem Ernst dessen betrachten, was es bedeutet. In der Bibel steht, und wir sagen es bei vielen Gelegenheiten in der Kirche, dass du in der Taufe den alten Menschen abgelegt und Christus als den neuen Menschen angelegt hast. Deshalb ist Deine Frage mehr als berechtigt: Wie soll man dann als neuer Mensch, als Christ leben?!

Es gibt zwei Ansätze, die man unterscheiden kann: Das sogenannte "innere, geistliche Leben" und das äußerliche, das man Dir ansehen kann.
Man sollte Dir in der Tat ansehen, dass Du jetzt ein Christ bist. Trage irgendwelche Zeichen, an denen man sehen kann: „Das ist ein bekennender Christ; den kann ich nach seinem Glauben fragen.“ Du wirst sehen, das Sichtbarmachen Deines Glaubens wird zu vielen neuen Kontakten und zu vielen interessanten Gesprächen führen. Versuche jedoch einen Weg Deiner Sichtbarkeit zu wählen, der die Menschen nicht abstößt, sondern wähle einen anziehenden, einen charmanten Weg.
Ein Zweites ist: Sei ein Freund! Auch das gehört zur Sichtbarkeit des Glaubens. Allein die Basis der Freundlichkeit und Freundschaft vermag eine „Werbung“ für Jesu Weg sein. Sobald Du Dir mit einem Menschen diese Basis der Freundschaft verspielst, kannst Du ihn nicht mehr für das Gute gewinnen. Du fragst, wie Du ein Freund der Menschen werden kannst? Bitte Gott um die Gabe des Geistes und übe Dich in ehrlicher und tief aufrichtiger Freundlichkeit. Die Christen sollten eigentlich eine aufrichtige Grundliebe zu den Menschen und überhaupt zu den Dingen haben, die Gott geschaffen hat.
Du kannst Dir, wenn Du möchtest, ein paar Grundsätze schaffen, über die Du nachdenken und die Du üben kannst:

1. Versuche, niemals jemanden zu demütigen.
2. Versuche, niemals jemandem ein schlechtes Gewissen zu machen.
3. Versuche, niemals jemandem seine Sünden vorzuwerfen.
4. Bedenke, dass die anderen nicht mehr Sünden als Du selbst hast, sondern nur andere.
5. Überlass es Gott, die Menschen zu ändern.

Ein weiteres äußeres Zeichen: Bete sichtbar. Jesus sagt zwar, wir sollen in unsere Kammer gehen, wenn wir beten und das Gebet nicht öffentlich zur Schau stellen. Wir werden natürlich nicht widersprechen, aber wir müssen uns irgendwo zwischen Zurschaustellen und feige Verstecken bewegen.
Die Menschen hungern nach Gott, selbst, wenn sie es nicht wissen. Zeige ihnen, dass Du – mit Christus – ein Weg zu ihm sein kannst. Getrau Dich öffentlich ein Kreuzzeichen zu machen. Getraue Dich, dezent, aber öffentlich zu zeigen, dass Du Gott vor dem Essen mit Freuden Deinen Dank sagst. Es gibt noch viele Beispiele und Gelegenheiten, sich als Glaubender zu bekennen. Entdecke sie!
Sprich gern über den Glauben! Um das zu tun, informiere Dich über ihn und über die Fragen, die die Menschen zu ihm haben.
Gehe regelmäßig zur Kirche. Auf jeden Fall jeden Sonntag, und wann immer Du kannst, suche den Herrn in der Kirche auf. Du wirst sehen: Wenn Du das eine Zeit lang geübt hast, möchtest Du nicht mehr anders leben.
Ein ehemaliger Oberer von mir hat es treffend auf den Punkt gebracht: „Es gibt zwei Weisen, den lebendigen Glauben sicher zu verlieren: Gehe nicht mehr zur Kirche und höre mit dem Beten auf.“ Jesus hat den Glauben auf die Welt gebracht. Dabei hat er ihm jedoch von Anfang an eine Form gegeben. Das ist die Form der Kirchlichkeit, der Gemeinschaft und einer gemeinschaftlichen Ordnung.
Wer immer „den Glauben“ wirklich und ganz und gar haben möchte, der kann ihn nicht ohne die Kirche Jesu bekommen und leben. Gott hat das so gemacht. Ein weiser Kirchelehrer hat dazu gesagt: "Man kann Gott nicht zum Vater haben, wenn man die Kirche nicht zur Mutter hat." Das vielleicht erst einmal zum öffentlichen Aspekt. Zum geistlichen Leben kommen wir gern auch, wenn Du das möchtest.

„Ich sehe nicht ein, warum ich zu einem Priester gehen soll...“ Was ist aber, wenn Gott sich das trotzdem wünscht?

 
petersdom_innenlogo_smallkatechese

Interessant

"Gewähre mir"

Allmächtiger Gott, gewähre mir die Gnade,
glühend zu ersehnen, was wohlgefällig ist vor dir,
es mit Weisheit zu erforschen,
in Wahrheit zu erkennen und vollkommen zu erfüllen.

 

Alltagsheiligung Da gibt es eine große, all zu menschliche Versuchung

Jeder kann heilig werden, aber nicht jeder eine heilige Birgitta oder ein heiliger Camillus. Die großen Gestalten, die alle samt die Helden der Christentum und große Persönlichkeiten sind, waren zu dieser, ihrer Heiligkeit berufen. Die göttliche Vorsehung „brauchte" in ganz bestimmter Zeit ganz bestimmte Helden. Das klassische Beispiel ist Maria, die Mutter des Erlösers. Gott hat sie für das Werk der Erlösung bewahrt und vorbereitet. Die Heiligkeit Mariens war sozusagen Chefsache. Kein Mensch hatte, wie sie, je wieder das Geschenk, um ihres Sohnes willen vor der Sünde bewahrt zu werden.


 

Alltagsheiligung. Der Kampf in der Früh

Im Buch Genesis wird die erste Entstehung Israels beschrieben. Jakob will sich mit seinem Bruder Esau versöhnen und zieht ihm mit seiner Familie entgegen. Dann folgt eine geheimnisvolle Geschichte. Jakob wird zum ersten Mal Israel genannt:

„In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok.
(...) Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg.


 

Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich

@page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm }



Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich


Mit der passiven Seite der Alltagsheiligung kommen wir auch darauf manches zu lassen und manches hinzunehmen, was wir „früher“ nie für nötig gehalten hätten.
Wir werden mit der Zeit zum Beispiel sehen, dass mancher Satz, der mit „ich sehe nicht ein, dass“ auf einem Stolz beruht, den wir später jämmerlich finden werden. In der Alltagsheiligung lernen wir, dass wir so tolle Könige gar nicht sind, die wir auf der Straße immer spielen.
König Heinrich II träumte einmal, dass ihm der heilige Bischof Wolfgang erschien und auf ein Grabmal zeigte. Auf ihm stand in lateinischen Worten „nach sechs“ geschrieben. Der König vermutete, nach sechs Tagen sterben zu müssen und begann fleißig, an seiner Heiligung zu arbeiten. Als er nach sechs Tagen gesund aufwachte, dachte er an sechs Wochen. Nach sechs Wochen passierte ebenso nichts, und der König fuhr freudig fort, ein besserer Christ zu werden und seine Seele in Ordnung zu bringen. Als nach sechs Monaten auch nichts geschah, freute er sich noch mehr, dass ihm sechs Jahre geschenkt würden. Als diese verstrichen waren, wurde König Heinrich die Kaiserwürde zuteil. In der Frist erkannte der König die gute Absicht Gottes: Er sollte sich nicht auf den Tod, sondern auf die hohe Würde des Kaisertums vorbereiten! Kaiser Heinrich II. starb im Ruf, ein Heiliger zu sein und wurde auch heilig gesprochen. Kaiser Heinrich war ein König geworten, der es nicht mehr nötig hatte, sich als König aufzuspielen. Genau das beobachten wir tagein tagaus bei wenig königlichen Leuten. Immer dieses groß geschriebene ICH überall! Die Alltagsheiligung legt solche Dinge offen und stellt sie ins wirklich wahre Licht.
Übrigens gibt es da einen landläufigen Irrtum, den wir sehen sollten. Kaiser Heinrich heiligte sich in seinem Alltag. Dadurch wurde er nicht nur ein guter Kaiser, sondern ebenso ein angenehmerer Zeitgenosse. Die Alltagsheiligung recht verstanden macht uns angenehmer für die Welt um uns. Riomano Guardini sagte, der Friedfertige sei nicht der Schwächling, sondern jener Starke, dessen Kraft mild geworden ist.


 

Alltagsheiligung: Die passive Seite

Das Größte, Schönste und Liebste an der Alltagsheiligung ist sicher die Freude. Sie kommt aus dem vertieften Bewusstsein, dass der himmlische Vater uns sieht, uns liebt, dass er sich um uns sorgt und dass er immer für uns da ist. Aus dieser Freude heraus komme erwächst der Wunsch auf, unsererseits auch ein wenig wieder geben zu können.

 

Podcast

podcast

Spannende Glaubensfragen?
Vortrag verpasst?
Podcasten!

Forum

forumMitdiskutieren?
Fragen Stellen?
Schau ins Forum!

 

Summe

summeDer christliche Glaube in einfachen Worten erklärt. Die Summe!

© vita in deum | glauben Leben

Dummy Menü