Start Glauben Glauben im Alltag Alltagsheiligung: Was ist ein großartiger Mensch?

Alltagsheiligung: Was ist ein großartiger Mensch?

Jesus sagt in der Bergpredigt (Mt 5,9): Selig, die Frieden stiften. Wir sind geneigt, uns beim Friedenstiften Leute vorzustellen, die vermitteln können, die eine Autorität haben und die für den Frieden einsetzen. Das ist alles gut und richtig.  Es gibt allerdings auch hier eine passivere Seite. Der heilige Märtyrer Maximilian Kolbe hat im Konzentrationslager einem Familienvater ermöglicht, nach dem Krieg in den Frieden seiner Familie heim zu kehren. Damit der Mann überleben konnte, ist der Franziskanerpater stellvertretend in den Hungerbunker gegangen und gestorben. Da war kein Plan, keine Autorität, keine besondere Vermittlung die Lösung für den Frieden, sondern ein Opfer.

Es diente dem Frieden einer Familie. Wir können das durchaus ein Opfer für den Frieden nennen. Passive Friedensstiftung geht allerdings auch weit weniger großartig, eben im Alltag. Unsere vielen Rechthabereien Tag für Tag dienen unserer eigenen kleinen, oft eher jämmerlichen Ehrbefriedigung. Sie dienen aber kaum wirklich dem Frieden und der tieferen Liebe einer Freundschaft oder Beziehung, oder? Was wir da „unser Recht“ oder gar „unsere Ehre“ nennen; was ist das eigentlich? Rechthaberei ist das glatte Gegenteil von Friedensstiftung! Sie sieht nur immer kurz so aus.
Dieses doofe „eigene Recht“ herunter schlucken. Diesem aufgebauschten Etwas, das sich da zu Unrecht „Ich“ nennt, die Luft heraus lassen, das kann ein wirkliches Opfer sein. Das kleine Biest will jetzt eben zu fressen! Genau das zum Fasten zwingen, das kann ein wirklicher Friedensstifter sein; vor allem für uns selbst, und nicht weniger für unsere täglichen Beziehungen. „Demütig werden“ heißt das.
Pater Maximilian wurde durch sein großes, letztes Opfer ein großes Vorbild. Ein großartiger Mensch aber war er lange zuvor geworden, in der Schule seiner Alltagsheiligung. Wie viele, die immer groß wirken (wollen), bleiben geistig klein, ihr Leben lang. Der Himmel umarmt die wirklich Großen.

Manchmal scheint es, als würden sich die Christen vor der Welt verstecken. Wo die Kirche verfolgt wird, könnte man das ja verstehen. Aber wir?
Ist es nicht Gottes Welt, auf der wir leben? Wenn er doch der König der Welt ist, sind wir dann nicht die Prinzen und Prinzessinnen an einem prächtigen Hof?

 
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Interessant

"Gewähre mir"

Allmächtiger Gott, gewähre mir die Gnade,
glühend zu ersehnen, was wohlgefällig ist vor dir,
es mit Weisheit zu erforschen,
in Wahrheit zu erkennen und vollkommen zu erfüllen.

 

Alltagsheiligung Da gibt es eine große, all zu menschliche Versuchung

Jeder kann heilig werden, aber nicht jeder eine heilige Birgitta oder ein heiliger Camillus. Die großen Gestalten, die alle samt die Helden der Christentum und große Persönlichkeiten sind, waren zu dieser, ihrer Heiligkeit berufen. Die göttliche Vorsehung „brauchte" in ganz bestimmter Zeit ganz bestimmte Helden. Das klassische Beispiel ist Maria, die Mutter des Erlösers. Gott hat sie für das Werk der Erlösung bewahrt und vorbereitet. Die Heiligkeit Mariens war sozusagen Chefsache. Kein Mensch hatte, wie sie, je wieder das Geschenk, um ihres Sohnes willen vor der Sünde bewahrt zu werden.


 

Alltagsheiligung. Der Kampf in der Früh

Im Buch Genesis wird die erste Entstehung Israels beschrieben. Jakob will sich mit seinem Bruder Esau versöhnen und zieht ihm mit seiner Familie entgegen. Dann folgt eine geheimnisvolle Geschichte. Jakob wird zum ersten Mal Israel genannt:

„In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok.
(...) Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg.


 

Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich

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Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich


Mit der passiven Seite der Alltagsheiligung kommen wir auch darauf manches zu lassen und manches hinzunehmen, was wir „früher“ nie für nötig gehalten hätten.
Wir werden mit der Zeit zum Beispiel sehen, dass mancher Satz, der mit „ich sehe nicht ein, dass“ auf einem Stolz beruht, den wir später jämmerlich finden werden. In der Alltagsheiligung lernen wir, dass wir so tolle Könige gar nicht sind, die wir auf der Straße immer spielen.
König Heinrich II träumte einmal, dass ihm der heilige Bischof Wolfgang erschien und auf ein Grabmal zeigte. Auf ihm stand in lateinischen Worten „nach sechs“ geschrieben. Der König vermutete, nach sechs Tagen sterben zu müssen und begann fleißig, an seiner Heiligung zu arbeiten. Als er nach sechs Tagen gesund aufwachte, dachte er an sechs Wochen. Nach sechs Wochen passierte ebenso nichts, und der König fuhr freudig fort, ein besserer Christ zu werden und seine Seele in Ordnung zu bringen. Als nach sechs Monaten auch nichts geschah, freute er sich noch mehr, dass ihm sechs Jahre geschenkt würden. Als diese verstrichen waren, wurde König Heinrich die Kaiserwürde zuteil. In der Frist erkannte der König die gute Absicht Gottes: Er sollte sich nicht auf den Tod, sondern auf die hohe Würde des Kaisertums vorbereiten! Kaiser Heinrich II. starb im Ruf, ein Heiliger zu sein und wurde auch heilig gesprochen. Kaiser Heinrich war ein König geworten, der es nicht mehr nötig hatte, sich als König aufzuspielen. Genau das beobachten wir tagein tagaus bei wenig königlichen Leuten. Immer dieses groß geschriebene ICH überall! Die Alltagsheiligung legt solche Dinge offen und stellt sie ins wirklich wahre Licht.
Übrigens gibt es da einen landläufigen Irrtum, den wir sehen sollten. Kaiser Heinrich heiligte sich in seinem Alltag. Dadurch wurde er nicht nur ein guter Kaiser, sondern ebenso ein angenehmerer Zeitgenosse. Die Alltagsheiligung recht verstanden macht uns angenehmer für die Welt um uns. Riomano Guardini sagte, der Friedfertige sei nicht der Schwächling, sondern jener Starke, dessen Kraft mild geworden ist.


 

Alltagsheiligung: Die passive Seite

Das Größte, Schönste und Liebste an der Alltagsheiligung ist sicher die Freude. Sie kommt aus dem vertieften Bewusstsein, dass der himmlische Vater uns sieht, uns liebt, dass er sich um uns sorgt und dass er immer für uns da ist. Aus dieser Freude heraus komme erwächst der Wunsch auf, unsererseits auch ein wenig wieder geben zu können.

 

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