Start Glauben Glauben im Alltag Alltagsheiligung: Unsere Morgengebet

Alltagsheiligung: Unsere Morgengebet

Das Morgengebet der VITA lautet:

„Die Vögel des Himmels preisen Dich, Vater, beim ersten Sonnenlicht. Auch für uns ziemt es sich, Dich beim Erwachen zu preisen und von ganzem Herzen nach Dir zu verlangen, der Du selbst Licht bist und uns das Licht schenkst. Drücke es wie ein Siegel auf unser Herz, dass der gerade anbrechende Tag lichtvoll und heilig sei. So können wir uns mit der Schöpfung vereinen und Dir, dem Schöpfer zujubeln. Hilf uns, guter Vater, den Tag über in Heiligkeit zu bewahren und Dich und Deine Güte jeden Augenblick gegenwärtig zu haben und halte den Dämon von uns fern, der uns bedrängt und von Dir trennen will."

Wer christlich an Gott glaubt, der glaubt, dass Gott zugleich unendlich mächtig, unendlich gütig und unendlich liebevoll ist.

Wenn das stimmt, dann stimmt der zweite Satz unseres Gebetes. Dann ziemt es sich einfach, von ganzem Herzen nach Gott zu verlangen. Es würde sich ziemen, ihn stündlich aufs Neue einzuladen. Wenn Gott ist, wie das Christentum sagt, dann ziemt es sich auch, dass wir ihm unseren aller ersten Gedanken schenken.
„Es ziemt sich" ist nun ein altes Wort, doch weiß sicher jeder, was es meint. „Es gehört sich einfach", könnte man sagen, oder: „Eigentlich dürfte das gar nicht anders sein." Genau das ist auch gemeint. Für einen Christen gehört es sich einfach, dass er Gott gleich morgens einen lieben Gedanken widmet. Das hat die gleiche Selbstverständlichkeit, aus der heraus wir uns um einen kranken Freund kümmern oder unseren Kindern etwas Gutes tun.
Wer verstanden hat, was Freundschaft ist, der weiß, dass sie gepflegt gehört. Wer verstanden hat, wer Gott ist, der weiß auch, dass man kein gutes Leben führen kann, ohne Gott zu suchen, ihn lieben und zu ihm zu beten.

Das allererste und ewige Gebet ist deshalb der Lobpreis, das Besingen der Größe und Liebenswürdigkeit Gottes. Der Lobpreis kommt wiederum nicht aus einer Pflicht, sondern aus dem gerührten Erstaunen, einen solchen Gott seinen Vater nennen zu dürfen. Alltagsheiligung heißt beten lernen.

Reinheit und wirklich tief empfundener Friede gehören unbedingt zusammen. Meinst du nicht auch?

 
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Interessant

"Gewähre mir"

Allmächtiger Gott, gewähre mir die Gnade,
glühend zu ersehnen, was wohlgefällig ist vor dir,
es mit Weisheit zu erforschen,
in Wahrheit zu erkennen und vollkommen zu erfüllen.

 

Alltagsheiligung Da gibt es eine große, all zu menschliche Versuchung

Jeder kann heilig werden, aber nicht jeder eine heilige Birgitta oder ein heiliger Camillus. Die großen Gestalten, die alle samt die Helden der Christentum und große Persönlichkeiten sind, waren zu dieser, ihrer Heiligkeit berufen. Die göttliche Vorsehung „brauchte" in ganz bestimmter Zeit ganz bestimmte Helden. Das klassische Beispiel ist Maria, die Mutter des Erlösers. Gott hat sie für das Werk der Erlösung bewahrt und vorbereitet. Die Heiligkeit Mariens war sozusagen Chefsache. Kein Mensch hatte, wie sie, je wieder das Geschenk, um ihres Sohnes willen vor der Sünde bewahrt zu werden.


 

Alltagsheiligung. Der Kampf in der Früh

Im Buch Genesis wird die erste Entstehung Israels beschrieben. Jakob will sich mit seinem Bruder Esau versöhnen und zieht ihm mit seiner Familie entgegen. Dann folgt eine geheimnisvolle Geschichte. Jakob wird zum ersten Mal Israel genannt:

„In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok.
(...) Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg.


 

Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich

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Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich


Mit der passiven Seite der Alltagsheiligung kommen wir auch darauf manches zu lassen und manches hinzunehmen, was wir „früher“ nie für nötig gehalten hätten.
Wir werden mit der Zeit zum Beispiel sehen, dass mancher Satz, der mit „ich sehe nicht ein, dass“ auf einem Stolz beruht, den wir später jämmerlich finden werden. In der Alltagsheiligung lernen wir, dass wir so tolle Könige gar nicht sind, die wir auf der Straße immer spielen.
König Heinrich II träumte einmal, dass ihm der heilige Bischof Wolfgang erschien und auf ein Grabmal zeigte. Auf ihm stand in lateinischen Worten „nach sechs“ geschrieben. Der König vermutete, nach sechs Tagen sterben zu müssen und begann fleißig, an seiner Heiligung zu arbeiten. Als er nach sechs Tagen gesund aufwachte, dachte er an sechs Wochen. Nach sechs Wochen passierte ebenso nichts, und der König fuhr freudig fort, ein besserer Christ zu werden und seine Seele in Ordnung zu bringen. Als nach sechs Monaten auch nichts geschah, freute er sich noch mehr, dass ihm sechs Jahre geschenkt würden. Als diese verstrichen waren, wurde König Heinrich die Kaiserwürde zuteil. In der Frist erkannte der König die gute Absicht Gottes: Er sollte sich nicht auf den Tod, sondern auf die hohe Würde des Kaisertums vorbereiten! Kaiser Heinrich II. starb im Ruf, ein Heiliger zu sein und wurde auch heilig gesprochen. Kaiser Heinrich war ein König geworten, der es nicht mehr nötig hatte, sich als König aufzuspielen. Genau das beobachten wir tagein tagaus bei wenig königlichen Leuten. Immer dieses groß geschriebene ICH überall! Die Alltagsheiligung legt solche Dinge offen und stellt sie ins wirklich wahre Licht.
Übrigens gibt es da einen landläufigen Irrtum, den wir sehen sollten. Kaiser Heinrich heiligte sich in seinem Alltag. Dadurch wurde er nicht nur ein guter Kaiser, sondern ebenso ein angenehmerer Zeitgenosse. Die Alltagsheiligung recht verstanden macht uns angenehmer für die Welt um uns. Riomano Guardini sagte, der Friedfertige sei nicht der Schwächling, sondern jener Starke, dessen Kraft mild geworden ist.


 

Alltagsheiligung: Die passive Seite

Das Größte, Schönste und Liebste an der Alltagsheiligung ist sicher die Freude. Sie kommt aus dem vertieften Bewusstsein, dass der himmlische Vater uns sieht, uns liebt, dass er sich um uns sorgt und dass er immer für uns da ist. Aus dieser Freude heraus komme erwächst der Wunsch auf, unsererseits auch ein wenig wieder geben zu können.

 

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