Start Glauben Glauben im Alltag Für wen gilt das mit der Alltagsheiligung?

Für wen gilt das mit der Alltagsheiligung?

Wir haben ein großes Wort ausgesprochen: Wer sich in Gott verliebt, der hat den Wunsch ihm zu gefallen. Er beginnt ganz sicher automatisch sich zu fragen, was er tun muss, um Gott eine Freude zu machen. Wer Gott liebt, möchte für ihn da sein. Das ist der Beginn. Nur ist es so eine Sache mit dem „sich in Gott Verlieben". Das tut nicht jeder unbedingt wie ein Franziskus und ein Pfarrer von Ars. Die weinten vor Glück, wenn sie an Gott und an Jesu Opfer dachten.

Die heiligen Vorbilder zeigen, dass geht, was im Gebot gefordert wird: „Höre Israel, Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen, mit deinem Verstand und bei allem, was du tust." Religion hat mit Herz zu tun.

Es gibt nun aber Menschen, die etwas nüchterner gebaut sind, die mit dem Gemüt nicht so nahe an den Freudentränen wohnen. Es gibt solche, die von der Gottesliebe hören und von ihr wissen, die aber eher noch Suchende sind. Es gibt Seelen, die an der Türe warten, bis sie sich öffnet und Licht heraus scheint.

Es gab unter den heiligmäßig lebenden Menschen immer solche, die die Gottesliebe über lange Strecken nicht spüren konnten; die dennoch festhielten an Gott, an seinen Geboten und an den Verheißungen. Von solchen Menschen sagen wir, dass ihre Geduld sie schon heiligt. Das größte Verdienst in jeder Liebe hat es eben doch, wenn wir ihr die Treue halten.

Die fortgeschrittene Liebe zu Gott, oder die, die uns einfach „erwischt", ist die schönste und eigentlichste Quelle, aus der heraus wir wünschen, heilig zu leben.
Es kann allerdings auch irgendwie anders herum gehen: Dass jemand – vielleicht eher nüchtern – an seinen Gebeten festhält, die Gebote und religiösen Rieten einhält so gut er kann; dass ihn das gerade in die lebendige Liebe führt.
So können wir sagen, dass das eine zum anderen führt und dass beide Elemente sich gegenseitig dienen. Die Liebe führt zur Heiligung und die Heiligung führt immer hinein in die Liebe. Die Alltagsheiligung sollte also für jeden Christen ein Thema sein.

Reinheit und wirklich tief empfundener Friede gehören unbedingt zusammen. Meinst du nicht auch?

 
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Interessant

"Gewähre mir"

Allmächtiger Gott, gewähre mir die Gnade,
glühend zu ersehnen, was wohlgefällig ist vor dir,
es mit Weisheit zu erforschen,
in Wahrheit zu erkennen und vollkommen zu erfüllen.

 

Alltagsheiligung Da gibt es eine große, all zu menschliche Versuchung

Jeder kann heilig werden, aber nicht jeder eine heilige Birgitta oder ein heiliger Camillus. Die großen Gestalten, die alle samt die Helden der Christentum und große Persönlichkeiten sind, waren zu dieser, ihrer Heiligkeit berufen. Die göttliche Vorsehung „brauchte" in ganz bestimmter Zeit ganz bestimmte Helden. Das klassische Beispiel ist Maria, die Mutter des Erlösers. Gott hat sie für das Werk der Erlösung bewahrt und vorbereitet. Die Heiligkeit Mariens war sozusagen Chefsache. Kein Mensch hatte, wie sie, je wieder das Geschenk, um ihres Sohnes willen vor der Sünde bewahrt zu werden.


 

Alltagsheiligung. Der Kampf in der Früh

Im Buch Genesis wird die erste Entstehung Israels beschrieben. Jakob will sich mit seinem Bruder Esau versöhnen und zieht ihm mit seiner Familie entgegen. Dann folgt eine geheimnisvolle Geschichte. Jakob wird zum ersten Mal Israel genannt:

„In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok.
(...) Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg.


 

Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich

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Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich


Mit der passiven Seite der Alltagsheiligung kommen wir auch darauf manches zu lassen und manches hinzunehmen, was wir „früher“ nie für nötig gehalten hätten.
Wir werden mit der Zeit zum Beispiel sehen, dass mancher Satz, der mit „ich sehe nicht ein, dass“ auf einem Stolz beruht, den wir später jämmerlich finden werden. In der Alltagsheiligung lernen wir, dass wir so tolle Könige gar nicht sind, die wir auf der Straße immer spielen.
König Heinrich II träumte einmal, dass ihm der heilige Bischof Wolfgang erschien und auf ein Grabmal zeigte. Auf ihm stand in lateinischen Worten „nach sechs“ geschrieben. Der König vermutete, nach sechs Tagen sterben zu müssen und begann fleißig, an seiner Heiligung zu arbeiten. Als er nach sechs Tagen gesund aufwachte, dachte er an sechs Wochen. Nach sechs Wochen passierte ebenso nichts, und der König fuhr freudig fort, ein besserer Christ zu werden und seine Seele in Ordnung zu bringen. Als nach sechs Monaten auch nichts geschah, freute er sich noch mehr, dass ihm sechs Jahre geschenkt würden. Als diese verstrichen waren, wurde König Heinrich die Kaiserwürde zuteil. In der Frist erkannte der König die gute Absicht Gottes: Er sollte sich nicht auf den Tod, sondern auf die hohe Würde des Kaisertums vorbereiten! Kaiser Heinrich II. starb im Ruf, ein Heiliger zu sein und wurde auch heilig gesprochen. Kaiser Heinrich war ein König geworten, der es nicht mehr nötig hatte, sich als König aufzuspielen. Genau das beobachten wir tagein tagaus bei wenig königlichen Leuten. Immer dieses groß geschriebene ICH überall! Die Alltagsheiligung legt solche Dinge offen und stellt sie ins wirklich wahre Licht.
Übrigens gibt es da einen landläufigen Irrtum, den wir sehen sollten. Kaiser Heinrich heiligte sich in seinem Alltag. Dadurch wurde er nicht nur ein guter Kaiser, sondern ebenso ein angenehmerer Zeitgenosse. Die Alltagsheiligung recht verstanden macht uns angenehmer für die Welt um uns. Riomano Guardini sagte, der Friedfertige sei nicht der Schwächling, sondern jener Starke, dessen Kraft mild geworden ist.


 

Alltagsheiligung: Die passive Seite

Das Größte, Schönste und Liebste an der Alltagsheiligung ist sicher die Freude. Sie kommt aus dem vertieften Bewusstsein, dass der himmlische Vater uns sieht, uns liebt, dass er sich um uns sorgt und dass er immer für uns da ist. Aus dieser Freude heraus komme erwächst der Wunsch auf, unsererseits auch ein wenig wieder geben zu können.

 

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