Die heiligen Vorbilder zeigen, dass geht, was im Gebot gefordert wird: „Höre Israel, Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen, mit deinem Verstand und bei allem, was du tust." Religion hat mit Herz zu tun.
Es gibt nun aber Menschen, die etwas nüchterner gebaut sind, die mit dem Gemüt nicht so nahe an den Freudentränen wohnen. Es gibt solche, die von der Gottesliebe hören und von ihr wissen, die aber eher noch Suchende sind. Es gibt Seelen, die an der Türe warten, bis sie sich öffnet und Licht heraus scheint.
Es gab unter den heiligmäßig lebenden Menschen immer solche, die die Gottesliebe über lange Strecken nicht spüren konnten; die dennoch festhielten an Gott, an seinen Geboten und an den Verheißungen. Von solchen Menschen sagen wir, dass ihre Geduld sie schon heiligt. Das größte Verdienst in jeder Liebe hat es eben doch, wenn wir ihr die Treue halten.
Die fortgeschrittene Liebe zu Gott, oder die, die uns einfach „erwischt", ist die schönste und eigentlichste Quelle, aus der heraus wir wünschen, heilig zu leben.
Es kann allerdings auch irgendwie anders herum gehen: Dass jemand – vielleicht eher nüchtern – an seinen Gebeten festhält, die Gebote und religiösen Rieten einhält so gut er kann; dass ihn das gerade in die lebendige Liebe führt.
So können wir sagen, dass das eine zum anderen führt und dass beide Elemente sich gegenseitig dienen. Die Liebe führt zur Heiligung und die Heiligung führt immer hinein in die Liebe. Die Alltagsheiligung sollte also für jeden Christen ein Thema sein.





