Die Alltagsheiligung ist das Selbstverständlichste von der Welt; allerdings nur für den, der sich verliebt hat. Dieses Mal nicht in einen Menschen, sondern in Gott. Wer sich in einen Menschen verliebt hat, der will ihm um jeden Preis gefallen. Wer sich in Gott verliebt hat, der will Gott um jeden Preis gefallen.
Wer einen Menschen liebt, der will sich für ihn schön machen; äußerlich und innerlich. Wer Gott liebt, der möchte das selbe. Der Wunsch und die Bemühung, Gott zu gefallen, ist der Beginn der Heiligung seiner selbst.
Im Thessalonicherbrief steht in aller Schlichtheit: „Das ist der Wunsch Gottes: Eure Heiligung." (1 Thess 4,3). An die Epheser geschrieben finden wir das Gleiche. Dort steht, in Christus habe Gott uns erwählt vor Erschaffung der Welt, auf das wir heilig seien vor seinem Angesicht. (Eph 1,3)
Wir sollten aber die Reihenfolge beachten: Als erstes steht da die Liebe. Dann kommt der Wunsch, dem Geliebten zu gefallen. Dann erst kommt die Mühe. Und in der Mühe werden wir sehen, dass sie nicht reicht. Wir werden sehen, dass wir uns selbst gar nicht heiligen können. Wir werden sehen, dass, wenn Gott nicht das Entscheidende tut, dass dann gar nichts geht. Aber davon später mehr.
Bleiben wir bei der Reihenfolge: Es kommt auf die Liebe an, und zwar auf die Liebe zu Gott. Erst aus ihr kann sich unser Wunsch entwickeln, heilig vor ihm zu leben; im ganz normalen, täglichen Alltag, an den ganz normalen Arbeitstagen.





