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Sprüche zum geistlichen Leben 4

Ein verantwortlicher Pädagoge warf ein, als ein Christ sich um eine Stelle bewarb: „Aber nicht, dass sie mir die Jugendlichen bekehren!" Also nicht auf eine gesunde Weise anständige, ehrliche und pflichtbewusste Leute aus ihnen machen, die freudig Verantwortung übernehmen?
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Wenn jemand nicht gut Nein sagen kann, weil er ein zu guter Kerl ist; und Du weißt, dass er eine Sache nicht gern abgeben würde. Dann darfst Du ihn nicht danach fragen. Werde sensibel dafür!
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Es liegt eine große Versuchung in der Möglichkeit, sich selbst als erstes die Schafe ins Trockene zu stellen. Das beginnt in den ganz kleinen Dingen des Alltags. Höchst anständig, aber irgendwie heimlich und ziemlich deutlich den Platz mit der schöneren Aussicht erobern. Mach Dich davon frei, es ist erbärmlich.
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Sobald wir, was das Leben angeht, nur den Ratschlägen außerhalb unserer Religion folgen, mögen wir es zu einer guten Figur, einer Altersabsicherung und zu halbwegs passablen Leuten bringen. Was wir allerdings unser geistliches Leben nennen, das ist in der Welt schlicht kein Unterrichtsfach.
Mitschrift und Selbstgepräch

Mitschrift und Selbstgepräch

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Dein bibeltreuer Freund wird sagen, viel von dem, was Du verkündest, stehe nicht in den heiligen Schriften. Da irrt er. Weil die gute, alte Bronze erst aus verschiedenen Metallen gegossen werden muss, ist sie doch nicht unnatürlich, oder?
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Gott zeigt sich gleich ganz zu Beginn als ein Gott der Ordnung. Gleich am Anfang beseitigt er erst einmal das Chaos und formt eine Welt, ein Zuhause. Du wirst ein Chaot bleiben, wenn Du Deiner Welt nicht auch eine Ordnung gibst.
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Die Gebote der Kirche sind ein Angebot, ohne das Du einfach kein ganzer Katholik sein kannst. Da ist nichts künstlich herbei geholt; es ist einfach so. Halte die Feiertage ein, begehe die Fasttage, geh einfach zur Beichte und zur heiligen Messe. Das sind schlicht Minimalanforderungen. So wenig und schon nicht wollen? Was willst Du dann?
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Wenn irgendwo eine Religion ganz ohne geistliche Pflichten verkündet wird, dann sieh dort mal genauer nach, ob da vielleicht nicht doch nur eine Theorie herrscht, oder ob da wirklich religiöse Herzen schlagen; ich meine in Liebe zu Gott. Theorien haben wir genug.
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Darf man stolz auf etwas sein? Manche sagen Nein. Ich glaube eher, sie verwechseln gesunden Stolz mit Hochmut. Hochmut tötet. Ein gesunder Stolz dagegen ist eine prächtige Sache, wenn man was verdient hat.
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Stolz wird hochmütig, sobald er nicht mehr ganz und gar aus einer Dankbarkeit wächst, die nicht oberflächlich ist.
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Eine Kultur des Dankens gegen Gott ist das beste Mittel gegen die Gefahr, hochmütig zu werden. Keine Mahlzeit ohne ernst gemeinten Dank!
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Mit der Demut scheint es ein bisschen wie mit der Beichte zu sein. Wir müssen uns aufraffen und gehen nicht besonders gern hin. Aber es gibt nichts Herrlicheres, als gut gebeichtet zu haben. Die Demut einüben ist auch nicht immer angenehm. Sie ist aber die schönste aller guten Eigenschaften des Menschen. Die Kultur der Welt allein wird das nie kapieren.
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Ich erinnere mich plötzlich an den Spruch eines alten Priesters: Es gebe für ihn keinen lieberen Gedanken, als ein Sohn Mariens sein zu dürfen.
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Ich glaube man nennt es präpotent, wenn Grünschnäbel verkünden, schon alles zu wissen. Oder noch nichts wissen und doch schon alles besser. Bist Du so einer? Vielleicht manchmal? Höre bitte auf damit. Das ist schlimm.
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Schulmedizin oder Heilpraxis? Leider keine Ahnung. Vielleicht beides? Eins aber scheint mir sicher: Wenn Du in Deiner Depression die Mittel der Beichte, der Krankensalbung und der heiligen Kommunion nicht anwendest, bist Du so töricht wie ein Kind, das seine Medizin nicht nimmt.
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Wenn Du den Rosenkranz schon nicht beten kannst, dann trage ihn wenigstens in der Tasche und halte ihn in der Hand wie etwas besonders Gesegnetes. Das hilft!
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Die christliche Lebenslehre kommt immer in Verruf, wenn sie streng und nicht mild ist. Zurecht. Sie hört auf zu existieren, wenn sie nur mild und nicht streng ist.
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Liebevolle Strenge ist unverzichtbar. Kluge Lehrer erkennen, wann wo ein kleines Gewicht aufgelegt werden muss.
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Solange Du noch froh bist, irgendwie davon gekommen zu sein, weil Du Deine Münzen in der Tasche behalten konntest, da die anderen großzügig waren; solange bist Du alles andere als frei. "Gott liebt den fröhlichen Geber", schreibt der Apostel.
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Irgendwie versäumen es die Christen immer, deutlich genug zu machen, dass es nichts Besseres und Wohltuenderes und Schöneres für den Menschen gibt, als ein klares, geistliches und versöhntes Leben mit Gott. Übrigens, wer bewusst unter einer begangenen Sünde leidet, der weiß das ganz genau. Such ihn und sei ihm behilflich!
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Schule über Schule, Reitkurse, Sportvereine, Musizieren und Fördergruppen sollen unseren Kindern zur Verfügung stehen. In welchem Kursus wird deutlich, dass die Welt auch ein Spiegel für die Güte Gottes ist?
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Kennzeichen und Ergebnis der Zügellosigkeit sind „verbotene Fragen". Der Habsüchtige: „Wie viel hat der wohl auf dem Konto?". Der Unzüchtige: „Wie sieht die wohl drunter aus?". Der Weltverfallene: „Warum sehe ich nicht so gut aus, wie der?" Diese Fragen sind tabu, wie das verbotene Zimmer im Märchenschloss. Weniger weg, dann hast Du es gut!

Rufen wir nicht unsere Lieben an, wenn wir irgendwo gut angekommen sind? Warum nicht auch Gott? Er liebt es, von uns zu hören, was er schon weiß.

 
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Interessant

"Gewähre mir"

Allmächtiger Gott, gewähre mir die Gnade,
glühend zu ersehnen, was wohlgefällig ist vor dir,
es mit Weisheit zu erforschen,
in Wahrheit zu erkennen und vollkommen zu erfüllen.

 

Alltagsheiligung Da gibt es eine große, all zu menschliche Versuchung

Jeder kann heilig werden, aber nicht jeder eine heilige Birgitta oder ein heiliger Camillus. Die großen Gestalten, die alle samt die Helden der Christentum und große Persönlichkeiten sind, waren zu dieser, ihrer Heiligkeit berufen. Die göttliche Vorsehung „brauchte" in ganz bestimmter Zeit ganz bestimmte Helden. Das klassische Beispiel ist Maria, die Mutter des Erlösers. Gott hat sie für das Werk der Erlösung bewahrt und vorbereitet. Die Heiligkeit Mariens war sozusagen Chefsache. Kein Mensch hatte, wie sie, je wieder das Geschenk, um ihres Sohnes willen vor der Sünde bewahrt zu werden.


 

Alltagsheiligung. Der Kampf in der Früh

Im Buch Genesis wird die erste Entstehung Israels beschrieben. Jakob will sich mit seinem Bruder Esau versöhnen und zieht ihm mit seiner Familie entgegen. Dann folgt eine geheimnisvolle Geschichte. Jakob wird zum ersten Mal Israel genannt:

„In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok.
(...) Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg.


 

Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich

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Alltagsheiligung: Die Legende vom heiligen Kaiser Heinrich


Mit der passiven Seite der Alltagsheiligung kommen wir auch darauf manches zu lassen und manches hinzunehmen, was wir „früher“ nie für nötig gehalten hätten.
Wir werden mit der Zeit zum Beispiel sehen, dass mancher Satz, der mit „ich sehe nicht ein, dass“ auf einem Stolz beruht, den wir später jämmerlich finden werden. In der Alltagsheiligung lernen wir, dass wir so tolle Könige gar nicht sind, die wir auf der Straße immer spielen.
König Heinrich II träumte einmal, dass ihm der heilige Bischof Wolfgang erschien und auf ein Grabmal zeigte. Auf ihm stand in lateinischen Worten „nach sechs“ geschrieben. Der König vermutete, nach sechs Tagen sterben zu müssen und begann fleißig, an seiner Heiligung zu arbeiten. Als er nach sechs Tagen gesund aufwachte, dachte er an sechs Wochen. Nach sechs Wochen passierte ebenso nichts, und der König fuhr freudig fort, ein besserer Christ zu werden und seine Seele in Ordnung zu bringen. Als nach sechs Monaten auch nichts geschah, freute er sich noch mehr, dass ihm sechs Jahre geschenkt würden. Als diese verstrichen waren, wurde König Heinrich die Kaiserwürde zuteil. In der Frist erkannte der König die gute Absicht Gottes: Er sollte sich nicht auf den Tod, sondern auf die hohe Würde des Kaisertums vorbereiten! Kaiser Heinrich II. starb im Ruf, ein Heiliger zu sein und wurde auch heilig gesprochen. Kaiser Heinrich war ein König geworten, der es nicht mehr nötig hatte, sich als König aufzuspielen. Genau das beobachten wir tagein tagaus bei wenig königlichen Leuten. Immer dieses groß geschriebene ICH überall! Die Alltagsheiligung legt solche Dinge offen und stellt sie ins wirklich wahre Licht.
Übrigens gibt es da einen landläufigen Irrtum, den wir sehen sollten. Kaiser Heinrich heiligte sich in seinem Alltag. Dadurch wurde er nicht nur ein guter Kaiser, sondern ebenso ein angenehmerer Zeitgenosse. Die Alltagsheiligung recht verstanden macht uns angenehmer für die Welt um uns. Riomano Guardini sagte, der Friedfertige sei nicht der Schwächling, sondern jener Starke, dessen Kraft mild geworden ist.


 

Alltagsheiligung: Die passive Seite

Das Größte, Schönste und Liebste an der Alltagsheiligung ist sicher die Freude. Sie kommt aus dem vertieften Bewusstsein, dass der himmlische Vater uns sieht, uns liebt, dass er sich um uns sorgt und dass er immer für uns da ist. Aus dieser Freude heraus komme erwächst der Wunsch auf, unsererseits auch ein wenig wieder geben zu können.

 

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