Start Glauben Summe Gott ist uns zugleich ganz nahe und ganz fern

Gott ist uns zugleich ganz nahe und ganz fern

Der heilige Thomas hat den heiligen Augustinus natürlich gelesen. Dieser heilige Kirchenlehrer hatte geschrieben, Gott sei uns näher, als wir uns je sein können. Thomas bejaht das natürlich. Zugleich aber sagt er öfter auch, dass zwischen Gott und uns eine Entfernung von unendlicher Weite liegt; ein unendlicher Abstand zwischen Gott und uns. Beides sei völlig richtig. Wir sollten klären, wie man das vielleicht verstehen kann.
Das ganz nahe sein ist leichter zu bedenken. Der Schöpfer gibt uns das Dasein zu jeder Zeit und in jeder Sekunde. Alles, was ist; jedes Ding, jedes Teil, hält Gott jederzeit und ganz direkt im Dasein. Dadurch ist er uns so nahe, wie nur er allein uns nahe sein kann. Schwieriger ist es vielleicht mit der unendlichen Entfernung. Hier kann keine räumliche Entfernung gemeint sein, wie wenn wir hier auf Erden sind und Gott auf dem fernsten Planeten säße. Unendlich hieße ja, dass er nirgends „sitzen" könnte. Täte er das, hätte die Entfernung ja ein Ende. Es muss anders gemeint sein und in der totalen Unterschiedlichkeit zwischen Gott und uns liegen. Gott ist unendlich, ohne Grund, ohne Boden und aus sich selbst heraus bestehend. Das alles ist für uns so völlig unausdenkbar, wie wir uns auch keine Welt denken können, in der es zum Beispiel keine Farben gibt. Gott ist so einzigartig und anders, dass wir uns mit ihm keine gemeinsame Grenze teilen. Wenn man so möchte, ist Gott von so ganz anderer Seinsart, dass wir das Verhältnis zwischen uns nicht mit Worten ausdrücken können, die räumliche Entfernungen ausdrücken. Gott ist kein Raum und er hat keinen Raum. Deshalb ist er, auch wenn er uns nahe ist, sozusagen der Sache nach von uns entfernt. Diese Entfernung kann man eben am besten mit „unendlich" benennen. Wir kommen ja nicht an ein Ende, wo die Verschiedenheit aufhört. Diese Verschiedenheit ist übrigens auch der Grund, warum wir so sicher sagen können, dass das Göttliche nicht in der Welt ist und dass die Welt nichts Göttliches hat.

Für einen Katholiken gehören Beichte und Eucharistie immer noch zusammen. Sie bilden eine innere Einheit. Man sollte das eine nicht tun, ohne das andere zu lassen. Die Kirche hat nie etwas anderes gelehrt.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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