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Gott geht in Verkleidung

Der heilige Thomas schreibt in seinem Hymnus auf die Eucharistie: „Am Kreuz verbarg sich deine Gottheit, hier ist nun auch die Menschheit verborgen.“ In gewissem Sinn kann man überhaupt von einer Verkleidung Gottes auf Erden reden. Das gilt zunächst überhaupt für das Dasein Gottes in Jesus Christus. Man sah der Schwangerschaft Mariens nicht an, dass sie von Gott war. Man sah dem Kind in der Krippe nicht an, dass da der von Engeln gepriesene Sohn des Allerhöchsten im Stroh lag und fror. Der Wandersmann und Prediger Jesus sah aus wie jeder sonst und am Kreuz verschwand für das bloße Auge jede Möglichkeit, Gott in ihm zu erblicken.

Lediglich auf dem Berg der Verklärung gewährte der Herr drei handverlesenen Aposteln einen Blick wie ein Schlaglicht auf seine wahrhaftige Herrlichkeit. (Mt 17, Lk 9, Mk 9) Ansonsten blieb sie wie hinter einer Verkleidung unsichtbar.
Es gab offenbar jedoch eine ganz bestimmte Art Blick auf ihn, den wir biblisch den Blick des Glaubens nennen können. Als Jesus die Jünger fragte, für wen die Menschen ihn halten, antwortete Petrus im Namen der Apostel, dass er der Sohn des lebendigen Gottes sei. Er erkannte, obgleich er das selbe sah, wie alle.
Es gibt also einen Blick, der denen, die ihn haben, erlaubt, hinter der Verkleidung den Verkleideten zu sehen, hinter dem Sohn des Zimmermanns den Christus und im Spiegel der Welt ihren Schöpfer. Genauer genommen ist dieser Blick des Glaubens – weltlich gesehen – der Blick der Liebe. Misstrauen wir einem Menschen, wird er nie Gelegenheit haben, seine guten Seiten zu zeigen. Wir glauben ihm ja nicht und können somit nichts erkennen.
Im Gegenteil ist die interessierte Liebe das Tor ins Herz des anderen. Die Liebe glaubt alles und erträgt alles, schreibt Paulus (1Kor 13). Die Liebe ist der Schlüssel aller tieferen Erkenntnis. Das gilt für Gott und die Menschen, besonders aber für die heilige Eucharistie. Gott verbirgt sich vor dem Unglauben.

Denke nicht immer, die Kirche, das seien nur die gerade lebenden Gläubigen. Die Kirche, das sind alle! Jesus, das Haupt und alle seine Glieder. Petrus und Paulus gehören noch – sehr lebendig – dazu.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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