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Die andere Seite der Offenbarung

Gott hat also begonnen, uns Menschen eine Offenbarung zu schenken. Eine Offenbarung ist immer ein Geschenk.  Bei jeder Offenbarung ist es immer so, dass es einen Geber und einen Beschenkten gibt, und alles ist freiwillig. Will uns jemand sein Geheimnis nicht offenbaren, werden wir es nie erfahren. Erzwingen wir die Preisgabe, ist das Geheimnis gleich zerstört und es ist uns nichts geoffenbart worden.

Eigentlich ist immer irgendwie heilig, was geoffenbart wird oder nicht. Wie gesagt, Menschenherzen offenbaren einander und was gibt es Heiligeres als das Herz eines Menschen; mag er noch so klein, gering, arm oder benachteiligt sein?
Das Allerheiligste ist natürlich Gott selbst. Er ist der Maßstab und das Maß aller Dinge, weil alles aus ihm kommt. Dass dieser unendlich erhabene Gott sich den Menschen geoffenbart hat, gehört zu den größten Überraschungen der Weltgeschichte. Das hätte niemand je denken können! Die Engel erstaunen bis heute und in Ewigkeit darüber.
Joachim Kardinal Meisner hat einmal in einer Predigt gesagt, der Mensch sei ein kleiner Gernegroß. Gott dagegen sei ein großer Gerneklein. Ein herrliches Wort! Gott ist in gewisser Weise ganz klein geworden, als er begann, sein Herz für den kleinen Menschen zu öffnen. Für den Menschen, dass er sieht, was Gott und was Gottes ist. Damit hat er die Würde des Menschen zugleich auf ungeahnte Höhen getragen.
Zur Offenbarung, die Gott uns geschenkt hat, gehört nun aber etwas, was ziemlich selten bedacht wird: Gott hat uns nicht nur geoffenbart, was er ist, sondern auch, was wir sind. Das überrascht. Aber eins stimmt ganz sicher nie, was wir Menschen immer meinen: Dass wir uns selbst so gut kennen.
Wir Menschen glauben uns zu kennen, und wir glauben, selbst der Herr über uns zu sein. Von diese Dampfer müssen wir allerdings herunter, und das einfach nur, weil es nicht stimmt. Hier irren wir uns, solange wir es glauben. Das alles hört sich für modernen Ohren ungewöhnlich an, weil wir dauernd das Gegenteil hören. Es gehört aber zur Offenbarung und zum großen, heiligen Geschenk dazu; zu wissen, dass wir uns von uns aus nicht durchschauen können. Die Selbsterkenntnis allerdings, die von Gott kommt, die macht uns wahrhaft demütig.


Die Priester sind nicht nur bestellt, die Kirche mit den Sakramenten zu versorgen. Sie müssen Hirten sein und haben die Last der Leitung auf ihre Schultern gelegt bekommen. Welch eine schwere Last, oder nicht? Helfen wir ihnen, ohne Murren. Gott ist der Große.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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