Bei Abraham begann die Offenbarung, bei Jesus hat sie ihr Ende, Vollendung gefunden. „Wer mich sieht, der sieht den Vater“, sagt er (Joh 12,45). Es gilt noch heute: Wer Gott wirklich kennen lernen will, der muss zu Jesus gehen, ihn anschauen, ihn betrachten. Er ist die letzte und größte Offenbarung des göttlichen Vaters.
An dieser Stelle können wir vorweg nehmen, worin die allerletzte Offenbarung Gottes geschehen ist: Am Kreuz. Wer Gott kennen lernen will, muss Jesus suchen. Wer Jesus kennen lernen will, der findet ihn dort, wo er sein tiefstes Wesen, sein ganzes Herz gezeigt hat: Am Kreuz, an dem er für uns starb.
Wir müssen Jesus also von seinem Kreuz her betrachten. Dort werden wir die tiefste Liebe in ihrer höchsten Vollendung finden.
Wenn wir unseren Glauben also „ganz von vorn“ betrachten wollen, beginnen wir an seinen Grenzen: Bei Abraham, wo alles begann und bei Jesus, wo alles sein Ende, seine Vollendung fand. „Es ist vollbracht“, sind die letzten Worte Jesu (Joh 19,30).
Über all das hinaus sollten wir sehen, was das alles eigentlich mit uns zu tun hat. Die Geschichte der Offenbarung Gottes ist ja nicht einfach etwas, was nur so geschehen ist. All das geht uns wirklich etwas an. Es betrifft uns, im wahrsten Sinn des Wortes.
Die Offenbarung, Gottes Herzenssache
Die Offenbarung Gottes bei seinem Volk ist der Offenbarung unter den Menschen nicht ganz unähnlich. Es beginnt mit der Liebe, die sich irgendwie meldet. Man fühlt sich zu jemandem hingezogen. Haben sich die beiden Herzen gefunden, öffnen sie sich gegenseitig und gewähren Einblick; eine Freundschaft entsteht. Nur Freunden gegenüber öffnen wir unser Herz und nur ihnen offenbaren wir, was sonst niemand sehen darf. So auch Gott. Wer ihn nicht lieben will, wird ihn niemals wirklich finden.
Wir machen es uns leider nicht immer klar, aber auch bei Gott ist seine Offenbarung ganz und gar Herzenssache. Bei Johannes im Evangelium lesen wir: „Niemand hat Gott je gesehen. Doch der, der am Herzen des Vaters ruht, hat Kunde gebracht“ (Joh 1,18).
Die Alltagsheiligung hat zwei Voraussetzungen: Dass man sie wirklich will und dass man sich über die Maßen freut, wenn sie Wirklichkeit wird.





