Die Frage geht in zwei Richtungen; nach innen und nach außen. Vom Inneren her, also von der Religion selbst her ist Mission mehr als erlaubt. Sie ist sogar geboten, sie gehört zu den großen Aufgaben aller Christen, im Gebet und im Vorleben. Den apostolisch Berufenen Menschen ist sogar aufgegeben, sich aktiv an der Verbreitung des Reiches Gottes zu beteiligen. Von innen her ist die Frage also beantwortet.
Die christliche Religion ist von ihrer innersten Natur her missionarisch. Wäre sie das, wäre sie gar nicht da. Allein ein konsequent gelebtes Christenleben ist längst missionarisch und ein leuchtendes Vorbild der Menschlichkeit. Nach außen stellt sich die Frage anders dar. Hier sind es schon mal staatliche oder sonst gesetzgebende Organe, die den Religionen das Missionieren verbieten wollen.
Weil die Mission aber so sehr zum Christlichen gehört, bedeutet der Versuch, die Mission zu verbieten zugleich schon, das Christentum selbst nicht mehr wollen. In der Tat stellt es sich so dar, dass jene, die die Mission unterdrücken wollen, oft zugleich froh wären, wenn die Religionen aufhörten.
Es gibt zum Beispiel eine Bewegung, die das Kreuz aus den Schulen verbannen will. Man sollte vermuten, dass mindestens Teile dieser Bewegung am liebsten überhaupt alle Kreuze aus der Öffentlichkeit haben will.
Etwas weiter gedacht, müsste den extremen Vertretern dieser Bewegung am liebsten sein, wenn man die großen Dome und überhaupt die Kirchen abreißt. Sie sind ja Stein gewordene, öffentliche Kreuze.
Die Bewegung geht Richtung Kreuz- und Kirchenlose Gesellschaft. Das ist eine Gesellschaft, in der man verbietet, offen über Religion überhaupt zu reden. Letztlich soll Religion kein Thema mehr sein, was ihren Tod bedeuten würde. Diesen Tod wird die Kirche niemals erleiden. Als göttliche Stiftung ist sie unzerstörbar. Im Gegenteil hat die Mission immer dort die größten Erfolge, wo sie verboten wird. Jene Bewegung ist wirksam, aber nicht klug.





