Start Glauben Summe Brauchen wir überhaupt eine Erlösung? Gespräch mit einem Muslim

Brauchen wir überhaupt eine Erlösung? Gespräch mit einem Muslim

Wir haben schon mal über Erlösung gesprochen. Wahrscheinlich werden wir das noch öfter tun und ganz sicher dürfen wir eigentlich nie ganz damit aufhören. Besonders in der Gegenwart von Menschen, die nicht wissen, was sie ist und die nicht wissen, wie sehr sie ihrer bedürfen. Ich erinnere mich, wie ich einmal – abends später – mit dem Taxi heim gefahren wurde. Auf der etwas längeren Fahrt gab es Gelegenheit zum Gespräch. Der Fahrer war ein junger Muslim, etwa meine Statur und mein Alter.
Muslimen ist es nicht peinlich, über Religion zu reden. Im Gegenteil, in aller Regel lieben sie es. Wir sprachen über das christliche Ordensleben, das er nicht kannte. Als er erfuhr, dass junge Leute ihr ganzes Leben für Gott leben würden und alles bereit wären, für ihn aufzugeben, liefen ihm aufrichtige Tränen die Wange herunter. Dieser junge Mann hatte eine lebendige Beziehung zu seinem Glauben, die ihm wirkliche Emotionen erlaubte. Und das, obwohl die Muslime nicht wissen, dass der Mensch erlöst werden muss, um in den Himmel zu können.
Es war keine Zeit, ihm die Erlösung zu erklären. Dieser Mann war allein schon von der Tatsache gerührt, dass der Gott seines Glaubens ihm eines Tages sicher alles verzeihen würde. Es war, wie gesagt, keine Zeit, ihm zu erklären: Verzeihung allein ist etwas Äußeres. Verzeihen, entschuldigen, können sich die Menschen schon. Es ist das Wegnehmen von Schuld in einer Beziehung mit Worten, die ausgesprochen werden müssen. Erlösung geht viel tiefer. Die konnte nur Gott herbeiführen. Erlösung ist eine viel tiefere, innere Heilung eines verletzten Herzens, dass sich von Gott wirklich und wahrhaftig entfernt hat; aus welchen Gründen auch immer – wir nennen das jedenfalls Sünde im weitesten Sinn.

Hätte mein muslimischer Freund davon erfahren, wie sehr wir alle der Erlösung bedürfen, und das sie wahrhaft geschehen ist im Todesleiden Jesu: Er hätte das Weinen vor Rührung sicher nicht einstellen können.

Lies doch mal in den Psalmen. Du wirst sie sicher verstehen.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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