„Emanzipation“ heißt vom alten Rom her: „Aus der väterlichen Hand entlassen werden“. Einen Sklaven entlassen nannte man zum Beispiel so.
Emanzipation meint etwas wie ein selbst bestimmtes Verlassen der eigenen Herkunft oder Bestimmung. Wer sich emanzipiert, nimmt Abschied von dem, was ihn hervorgebracht und bisher bestimmt hat.
Modern empfunden hat Emanzipation etwas von Losreißen. Es klingt ein Trotz derer mit, die sich geknechtet fühlen, sobald sie einer Führung unterliegen. In diesem Sinn gibt es auch ein modern empfindendes Christsein, dass von Gott, der uns an der Hand nimmt und leitet, wohl eher nichts wissen will.
Ganz anders beim heiligen Thomas. Kurz bevor er in seiner großen Summe die Vorsehung und Vorherbestimmung abhandelt, gibt er den größeren Rahmen mit den Worten vor: „Jetzt müssen wir erst einmal von der Liebe, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes reden.“ Dass der Mensch ein Ziel hat, zu dem er sanft geführt wird, gilt hier als ein Ausdruck der väterlichen Güte und hat nichts Freiheitsberaubung an sich.





