Start Glauben Summe Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen? Und wenn ja, ist das dann gut? Wenn wir ein Ziel haben, in wie weit bestimmen wir selbst unseren Weg und unser Schicksal dann überhaupt selbst? Erreichen wir unser Ziel dann auch? Wie weit geht und reicht die Freiheit, die wir empfinden, und in wie weit gibt es einen festen Plan für uns?   
Unser modernes Empfinden legt derzeit viel Wert auf Selbstbestimmung. „Emanzipation“ ist eins der großen Wörter der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts.
„Emanzipation“ heißt vom alten Rom her: „Aus der väterlichen Hand entlassen werden“. Einen Sklaven entlassen nannte man zum Beispiel so.
Emanzipation meint etwas wie ein selbst bestimmtes Verlassen der eigenen Herkunft oder Bestimmung. Wer sich emanzipiert, nimmt Abschied von dem, was ihn hervorgebracht und bisher bestimmt hat.
Modern empfunden hat Emanzipation etwas von Losreißen. Es klingt ein Trotz derer mit, die sich geknechtet fühlen, sobald sie einer Führung unterliegen. In diesem Sinn gibt es auch ein modern empfindendes Christsein, dass von Gott, der uns an der Hand nimmt und leitet, wohl eher nichts wissen will.
Ganz anders beim heiligen Thomas. Kurz bevor er in seiner großen Summe die Vorsehung und Vorherbestimmung abhandelt, gibt er den größeren Rahmen mit den Worten vor: „Jetzt müssen wir erst einmal von der Liebe, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes reden.“ Dass der Mensch ein Ziel hat, zu dem er sanft geführt wird, gilt hier als ein Ausdruck der väterlichen Güte und hat nichts Freiheitsberaubung an sich.

 

Im Himmel brauchen wir nicht mehr glauben, im Sinne des Kampfes auf Erden. Auch alle Hoffnung ist dort erfüllt. Was bleibt, ist die Liebe. Sie bleibt auf ewig.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

Abtreibung. Das Verschweigen

Wer die Detektivgeschichten des Gilbert Chesterton kennt, in denen ein gewisser, etwas schusseliger Pater Brown die Ermittlung übernimmt, der weiß, dass der Autor einen Lieblingsgedanken hat: Der kleine Priester, der ungezählte Stunden im Beichtstuhl verbracht hat und ganz bei den Sorgen der einzelnen, kleinen Leute war, der kennt die dunklen Seiten des Menschseins und der Menschheit. 
Der Gedanke passt zu unserem traurigen Thema. Bislang reden wir, wie meistens alle drüber reden: Von der Theorie her, vom Allgemeinen.

 

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