Was wir hier alerdings tun, ist über Gott reden, gleichsam bevor Jesus unter dem Herzen Mariens ein Mensch wurde. Wir müssen über Gott reden und die Welt reden, bevor der Heilige Geist die Menschenleiber der Erlösten zu seinem Tempel machte. Wir müssen sehen, wie sich die Dinge verhalten haben, als der Erlöser noch nicht erschienen war. In gewissem Sinn ist unsere Rede vorchristlich.
Jener, der oben ausgerufen hatte, es sei doch klar, dass Gott und Welt verschieden sind, sollte wissen, dass das vielen so klar gar nicht ist. Es gibt eine religiöse Denkrichtung, die davon ausgeht, dass die Welt etwas Göttliches hat. Irgendwie sei Göttliches in der Welt. Ganz am Ende werde sich das Göttliche wieder zusammen finden und wieder eins werden. Alles zusammen genommen, was es gibt, sei Gott. Diese Richtung des Denkens und ihre Variationen nennen sich Pantheismus.
Gott ist nicht in der Welt. Der heilige Thomas ist ein sehr konsequenter Denker. Er sagt, Gott ist nicht selbst als Gott, sondern seiner Wirkung nach in der Welt. Vielleicht lässt sich das mit der Wirkung der Sonne in einem See vergleichen, den die Sonne erwärmt. Die Sonne selbst ist nicht im Wasser, nichts von ihr. Das Wasser wird dennoch durch die Sonne warm, nämlich in dem, was die Sonne tut: Wärme abstrahlen. So ist die Sonne selbst natürlich nicht auf der Erde. Sie ist es jedoch ihrer Wirkung nach, in dem, was sie bewirkt.
Gott ist der Welt viel zu unähnlich, als dass sie ihn aufnehmen könnte. Ein Geist kann sich nicht in einen Bus setzen, er müsste Sitzfleisch haben. Gott ist der Welt noch viel unähnlicher als jeder Geist. Zwischen Gott und der Welt tut sich ein Abstand von unendlicher Weite auf, wie wir gesehen haben.





