Manche sagen, Gott habe eine Geschichte, wie die Welt auch eine Geschichte hat. Eine Geschichte haben meint, dass etwas sich verändert und einem Prozess der Entwicklung unterliegt. Manche sagen, Gott hätte zum Beispiel eine Geschichte, in der er sich zu seinem vollen Gottsein entwickeln müsse. Manche sagen, Gott hätte die Welt geschaffen, die sich nicht nur für sich entwickelt, sondern die ihm, Gott, helfe, sich selbst auch erst zur vollen Gestalt zu entwickeln.
Manche sagen, das Göttliche werde erst ganz am Ende der Weltgeschichte in letzter Einheit zusammen finden.
Beim heiligen Thomas und überhaupt bei der christlichen Philosophie kann das nicht gedacht werden. Wenn es Gott gibt, dann ist er ewig. Ewig sein heißt überhaupt keinen Anfang und überhaupt kein Ende haben. In diesem Sinn ist nur Gott ewig und kann es auch nur einen geben. Wenn er allerdings ewig ist, dann ist er auch ewig fertig und ewig gleich. Das sagt der christliche Glaube und seine Logik. Ewigkeit, Vollkommenheit Unveränderlichkeit, innere Einfachheit und Selbsttand aus sich selbst heraus; das sind Dinge, die alle automatisch mit gemeint werden, sobald wir von Gott sprechen.
Ein solcher Gott hat keine Geschichte, weil er keine haben kann. Geschichte haben heißt veränderbar sein. Geschichte haben heißt unvollkommen gewesen sein. Was eine Geschichte hat, das ändert seine Form und eine Form haben heißt zusammengesetzt sein aus Form und einem Grundstoff, der geformt ist.
Für die christliche Lehre steht fest, dass Gott völlig geschichtslos ist und immer bleiben wird. Die Weltgeschichte mit all ihren Konsequenzen vermag nicht, in oder an Gott irgendetwas zu verändern. Manche möchten meinen, dass sie die Ehre und Größe haben, irgendwie einen Beitrag in Gott oder am Göttlichen zu haben. Die christliche Lehre nennt das vermessen; den falschen Maßstab an sich selbst gelegt. Nichts kann Gott je verändern. Das gehört zum christlichen Gottesbild.
Gott hat keine Geschichte
Liebe die Bibel!





