Heute versteht man unter Emanzipation eine Bewegung, die sich um die Rechte der Frauen bemüht. Frauenrechtlerinnen werden in der Regel Emanzen genannt. Ursprünglich bedeutet Emanzipation etwas anderes, etwas Allgemeineres. Da wären auch die Männer Emanzen gewesen, wenn sie für ihr Recht unter ihren Frauen eintreten würden. Emanzipation nannte man die Lösung einer Sache aus den Bedingungen seiner eigenen Entstehung. Das müssen wir erklären. Ein Wolfsrudel bildet für die Jungen die Bedingungen ihres Heranwachsens. Die Gegebenheiten des Zusammenlebens, die Stellung der Eltern im Ganzen, all das sind die Bedingungen, unter denen die Jungen aufwachsen können. Wenn ein Jungtier sich löst und sich in eine andere Welt aufmacht, dann emanzipiert sich. Es verabschiedet sich von seinen alten Bedingungen. Voraussetzung für jede Emanzipation ist, dass etwas da ist, von dem man sich lösen kann. Genau das ist bei Gott nicht der Fall. Gott hat keine Bedingungen, in denen er entstanden ist. Gott ist nämlich gar nicht entstanden. Entstehen, das Wort deutet schon an, dass etwas aus etwas heraus ist, heraus steht, bzw. stehen lernt. Für Gott trifft das alles nicht zu. Auch hier lässt sich wieder sagen: Wenn es Gott gibt, dann kann er aus nichts entstanden sein. Wenn es ihn gibt, dann kann er gar nicht entstanden sein. Wenn es ihn gibt, dann existiert er ganz und gar aus sich heraus, ohne jeden Grund. Auch das muss so sein, wenn der Name Gott den Schöpfer aller Dinge meint. Unser Geist kann sich nicht vorstellen und nicht denken, was die Worte sagen.





