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Gott kann sich nicht emanzipieren

Eine weitere Angabe zu Gott weiß der heilige Thomas zu sagen: Gott ist ganz und gar aus sich heraus selbst bestehend. Das Kapitel über die Nichtexistenz Gottes deutet es bereits an: Gott ist ganz aus sich heraus und selbst bestehend. Das ist ein etwas kompliziert klingender und gestelzter Satz. Er sollte erklärt werden. Es gibt ein Wort, das man heute anders verstand als früher: Dieses Wort heißt Emanzipation.

Heute versteht man unter Emanzipation eine Bewegung, die sich um die Rechte der Frauen bemüht. Frauenrechtlerinnen werden in der Regel Emanzen genannt. Ursprünglich bedeutet Emanzipation etwas anderes, etwas Allgemeineres. Da wären auch die Männer Emanzen gewesen, wenn sie für ihr Recht unter ihren Frauen eintreten würden. Emanzipation nannte man die Lösung einer Sache aus den Bedingungen seiner eigenen Entstehung. Das müssen wir erklären. Ein Wolfsrudel bildet für die Jungen die Bedingungen ihres Heranwachsens. Die Gegebenheiten des Zusammenlebens, die Stellung der Eltern im Ganzen, all das sind die Bedingungen, unter denen die Jungen aufwachsen können. Wenn ein Jungtier sich löst und sich in eine andere Welt aufmacht, dann emanzipiert sich. Es verabschiedet sich von seinen alten Bedingungen. Voraussetzung für jede Emanzipation ist, dass etwas da ist, von dem man sich lösen kann. Genau das ist bei Gott nicht der Fall. Gott hat keine Bedingungen, in denen er entstanden ist. Gott ist nämlich gar nicht entstanden. Entstehen, das Wort deutet schon an, dass etwas aus etwas heraus ist, heraus steht, bzw. stehen lernt. Für Gott trifft das alles nicht zu. Auch hier lässt sich wieder sagen: Wenn es Gott gibt, dann kann er aus nichts entstanden sein. Wenn es ihn gibt, dann kann er gar nicht entstanden sein. Wenn es ihn gibt, dann existiert er ganz und gar aus sich heraus, ohne jeden Grund. Auch das muss so sein, wenn der Name Gott den Schöpfer aller Dinge meint. Unser Geist kann sich nicht vorstellen und nicht denken, was die Worte sagen.

 

Alltagsheiligung heißt Gott wirklich zum Freund haben. Und umgekehrt.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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