Start Glauben Summe Der Mensch in der Einteilung der Geschöpfe

Der Mensch in der Einteilung der Geschöpfe

Es gibt eine mittelalterliche Einteilung der Geschöpfe. Um überhaupt etwas einteilen zu können, braucht es ein Merkmal, nach dem man die Dinge vergleicht. Größe, Gewicht, Reichtum und Lautstärke können solche Merkmale sein. Im Mittelalter war das innere Vermögen, die innere Selbständigkeit ein Merkmal, die Geschöpfe einzuteilen. Diese Merkmal ist automatisch zugleich ein Merkmal der Freiheit. Denn kann man nur sein, wenn man überhaupt etwas kann. Der Stein auf der Straße etwa ist demnach völlig unfrei. Er kann von sich aus gar nichts tun. 

Die Pflanze kann wachsen und sich nach der Sonne ausstrecken. Sie ist aber an den Ort gebunden, an dem sie ihre Wurzeln hat.
Tiere können weglaufen, Spuren verfolgen und haben schon, wie Thomas sagt, ein „gewisses Erinnerungsvermögen“. Im mittelalterlichen Katalog folgt über dem Tier nicht der Mensch, sondern der Engel. Er ist überhaupt nicht mehr an Irdisches gebunden. Als reiner Geist ist er das freiste aller Geschöpfe. 
Nun ist natürlich zu fragen, wo der Mensch hier seinen Platz im Ganzen hat. Der Mensch bildet im Schema keine eigene Stufe, sondern bildet die Klammer der ganzen Pyramide. Die Pflanze hat, was der Stein auch hat. Dem Tier fehlt nicht, was der Stein und die Pflanze besitzt. Der Mensch hat von allem und ist sozusagen das vollste der Geschöpfe. Es hat, wenn man so möchte am meisten. Zudem hat es mit dem Engel den freien Geist gemeinsam. Der Mensch hat also von allem etwas, deshalb wird er das vollkommenste der Geschöpfe genannt. Aristoteles nannte den Menschen eine kleine Welt für sich. 
Wir sehen etwas eigentümliches. Das Mittelalter wird oft eine finstere Zeit genannt. Wer etwas genauer hinschaut, der entdeckt hier ein Unrecht. Es ist immerhin unsere Neuzeit, die protzige Kraft, hirnlosen Reichtum und Größenwahn als mächtig und vollkommen bezeichnet. Freiheit heißt viel Geld haben und Reisen machen können, mehr nicht. Der mittelalterliche Entwurf ist dagegen heller. Er betrachtet, was wirklich ist und wird den Dingen gerechter.

Hin und wieder beten, nach Bedarf sozusagen, ist auf Dauer nicht gemeint. Das ist nur ein Beginnen. Unser geistliches Leben fängt erst richtig an, wenn wir verstanden haben, dass Gott die allererste Stelle im ganzen Leben gebührt.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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