Fremdwörter sind Wörter, die nur in bestimmten beruflichen Räumen verwendet werden und dort für alle immer das gleiche meinen. Wenn ein Klempner seinem Lehrling sagt, er soll ihm die Wasserpumenzange reichen, dann wird dieser ihm etwas in die Hand drücken, was ein Unkundiger als dickes, rotes Metallteil mit etwas wie einem Maul beschreiben wird. Die beiden Arbeiter meinen aber etwas ganz Präzises mit dem Wort, man hat sich drauf geeinigt. Wasserpumpenzange ist ein Fremdwort. Auf der Straße muss der Meister von dem dicken roten Eisending sprechen, wenn er verstanden werden will.
Fremdwörter haben etwas zweites: Sie sind unromantisch. Das Wort Wasser zum Beispiel ist kein Fremdwort. Wenn man es einem Dichter sagt, fängt er an, die Weiten des Meeres zu besingen.
Sagt man es einem Durstigen, fängt er an von der Großartigkeit dieses bescheidenen Geschenkes zu reden.
Ein Feuerwehrmann erzählt vielleicht seine Geschichten dazu. Ein einfaches Wort wie Wasser steckt voller Poesie und Romantik. Wenn ein Chemiker von Wasser spricht, nennt er es H2O und aus ist es mit der Romantik. Große, rote Eisendinger sind romantisch. Kinder brauchen sie zum Spielen. Da können sie fliegen wie riesige Insekten. Die Klempner drehen damit nur Schrauben auf und zu.
Was ist eigentlich ein Fremdwort?
Aristoteles und der heilige Thomas meinten, man solle so sprechen, dass einen möglichst alle verstehen. Um das tun zu können, muss man die Wörter so gebrauchen, wie sie von allen gebraucht werden. Das aber ist nicht immer möglich. Wer in den Büchern des heiligen Thomas stöbert, ohne zuvor schon mal etwas Philosophie gelernt zu haben, der wird ganz sicher meinen, dass der Gelehrte sich nicht an seine eigenen Vorgaben gehalten hat. Es wimmelt von Fremdwörtern.
Thomas war Professor und in der Priester- und Ordensausbildung tätig. Seine Schüler hatten die Philosophie bereits gelernt und konnten verstehen. Wenn wir verstehen wollen, müssen wir in gewisser Hinsicht seine Schüler werden.
Jedes aufrichtige Gebet – und sei es noch so kurz und arm – verbindet Himmel und Erde. Der Ort, wo sichdie Welten begegnen, ist das betende Herz.





