Auch hierzu ist schon viel gesagt worden.
Die Antwort des katholischen, alten Schulkatechismus ist klassisch und für mich von ewiger Wahrheit: „Wir sind auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen und dadurch bei ihm auf ewig glücklich zu werden."
Die klassische Antike, die zum Teil schon eine sehr fortschrittliche Philosophie hatte, die aber um die christliche Aufklärung noch nicht wissen konnte, gab freilich andere Antworten. Meist hatte die Frage nach dem Lebenssinn etwas mit persönlicher Größe in körperlicher und geistiger Hinsicht zu tun.
Größe zeigte sich dann nach außen in einer großherzigen Gesinnung der Mitarbeit gegenüber der Gesellschaft.
Wahrscheinlich kann man in der heutigen, westlichen Welt eine etwas andere Antwort erwarten. Ein gutes Leben scheint in der derzeitigen Moderne so etwas zu bedeuten, wie möglichst lange und viele angenehme Zustände zu erleben. Schmerzvermeidung und Lustgewinn schieben sich in den Vordergrund. Bei vielen Menschen scheinen sich die Wünsche auf sinnliches Erleben, auf Lust zu konzentrieren. Besonders „Sex haben", gilt als eine Art Therapie und Medizin fürs Seelische.
„Sex haben" ist überhaupt ein ganz neues Wort und scheint eher in die Richtung Spaß für den Einelnen, als auf tiefe, gemeinsame Freude einer stabilen Beziehung hinaus zu laufen.
Wenn die Dinge sich so entwickeln, verschieben sich sowohl das Menschenbild, als auch das Bild von der Welt und dem Sinn des menschlichen Lebens. Christlich gesehen ist ein solcher Standpunkt nicht zu halten. Der Christ rechnet ja mit Gott. Das zu tun, kann von Nichtchristen nicht verlangt werden. Mit Gott als Ursprung und Ziel jeden Lebens zu rechnen, bestimmt jedoch die gesamte Weise des Menschen, auf sich selbst, die Welt und sein Leben zu sehen und zu achten. An diesem Punkt scheiden sich die Geister.





