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Muss es eine heilige Lehre geben?

Der heilige Thomas lebte vor achthundert Jahren. Man kann von ihm nicht immer verlangen, dass er unseren aktuellen Fragen stellte. Wir haben seine ja auch (oft leider) nicht. Es gibt jedoch Themen, die aktuell bleiben und leicht abgewandelt immer wieder auftauchen. Ganz am Beginn seiner großen Summe legt der Lehrer sich die Frage vor, ob es eine heilige Wissenschaft, also eine Offenbarung von Gott her geben muss. Leicht verändert könnte das Problem heißen, ob für ein gelingendes Leben nicht eine gute Ansicht, eine gesunde Philosophie reichen; ob die Lebenshilfen der Esoterik, des positiven Denkens oder sonstige Dinge genügen. Der Heilige ist sehr klar und schlicht in seiner Antwort: „Der Mensch ist auf Gott als sein Ziel hin aufgestellt. Dieses Ziel übersteigt das Können der Vernunft. Das Ziel muss aber dem Menschen bekannt sein, wenn er seine Absichten und Handlungen darauf hin ordnen soll. Deshalb war es für das Heil des Menschen wichtig, dass ihm die göttliche Vorsehung mache Dinge bekannt machte, die die menschliche Vernunft übersteigen.“
Keine Wissenschaft, außer der heiligen „übersteigt“ die Vernunft. Jede andere Philosophie, jede Lebenslehre, jede Methode der Lebensführung kann vom Menschen erfunden, erdacht oder erklärt werden. Gott, das Göttliche und alles, was wir nur aus der Offenbarung kennen, hätte nie ein Mensch erdenken können, weil ihm die Mittel fehlen. Deshalb „musste“ Gott aushelfen, wenn seine Kinder ihn überhaupt erreichen sollten. Die Antwort des Thomas ist schlicht und geradezu selbstverständlich, wenn nur einmal klar ist, dass das Ziel des Lebens weit über das irdische Leben hinaus geht.
Die christliche Religion hilft natürlich zu einem guten Leben. Sie ist in erster Linie allerdings keine Lebenshilfe, sondern eher eine Hilfe zum glücklichen Überleben. Unsere Philosophien und Lebensentwürfe ohne Gott dagegen bleiben sozusagen immer auf der Erde und treffen das Eigentliche Ziel des Menschen nie; und damit nie wirklich den ganzen Menschen.

Eine Religion ewigen Glücks, die in unserer Welt nicht missionarisch ist, bleibt unverständlich.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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