Wo Thomas mit der Gelassenheit eines Fahrkartenverkäufers schreibt, müsste das Thema für das Weltbild ohne Gott wahrscheinlich ziemliche Schwierigkeiten bedeuten.
Schöpfung heißt Dasein verleihen. Die Dinge, die wir sehen, sind eindeutig da. Wenn es keinen Schöpfer gibt, der ihnen ihr Dasein gibt, dann müssen sie eigentlich schon immer irgendwo gewesen sein.
Das bedeutet zugleich jedoch, dass die zusammengebauten Dinge werden und vergehen, dass ihr Grundstoff dagegen immer irgendwo bleibt und nie vergeht.
Alle Körper zerfallen irgendwann, alle Elemente strahlen und zerfallen in Einzelteile. Das Universum schießt auseinander und die Wissenschaftler berechnen den großen Supergau. Alle Teile vergehen also, nur der Grundstoff nicht, die Einzelteile bleiben. Der Grundstoff muss in sich selbst irgendwie eine Art Bestandsgarantie haben. Weil, was schon immer da war, das wird sicher auch immer bleiben. Woher aber kommt diese Garantie? Braucht es keine Kräfte, um im Dasein zu bleiben, wie es Kräfte braucht, dass die Körper nicht zerfallen?
Es wird erstaunen, aber der heilige Thomas hat sich gegen seine Kollegen gewandt, die meinten, man könne beweisen, dass die Welt einen Anfang haben muss. Dass die Welt einen Anfang hat, so Thomas, das wissen wir nur aus dem Glauben.
Vielleicht weiß der Atheismus seinen Satz von der Ewigkeit der Stoffe auch nur von seinem Glauben, ohne seine Richtigkeit wirklich beweisen zu können.





