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Zur Schöpfung der Seele. Aus Nichts kann nichts werden

Die Philosophen Griechenlands waren sich wohl seit dem fünften Jahrhundert vor Christus schon einig, dass aus Nichts nichts werden kann. Aus wirklichem Nichtsein kann nichts kommen, es sei denn, es gibt Gott. Jeder, der nicht an Gott glaubt, muss eigentlich annehmen, dass es noch nie eine Zeit gegeben hat, in der es absolut nichts gab. Es sei denn, er hat noch nie darüber nachgedacht. Keine Evolution könnte je im Stande gewesen sein, sich selbst mit den Stoffen zu machen.

In der Bibel, bei den Makkabäern, steht: „Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen und so entstehen auch die Menschen. (2 Makk 7,28) Einzig ein Gott kann erschaffen im Vollsinn des Wortes.
Der christliche Glaube bekennt nun, dass jede Menschenseele eine wirkliche Neuschöpfung und ein wirklicher Anfang ist. Das bedeutet, jeder Mensch hat eine Abstammung; von der Mutter hat er dies, vom Vater jenes. Für die Seele an sich betrachtet gilt das nicht. Deshalb ist jeder Mensch, obgleich ein Spross seiner Familie, eine eigene, kleine Neuschöpfung.
„So spricht der Herr, dein Erlöser, der dich im Mutterleib geformt hat: Ich bin der Herr, der alles bewirkt, der ganz allein den Himmel ausgespannt hat, der die Erde gegründet hat aus eigener Kraft...", schreibt Jesaja.
Die menschliche Seele hatte also einmal einen wirklichen Neuanfang. Zugleich wird sie nie ein Ende haben. Hier scheinen sich der atheistische Glaube und der christliche zu berühren. Der Atheismus nimmt den ewigen Bestand eines Urstoffs an, das Christentum ein ewiges Bleiben der Seelen.
Die Berührung scheint nur. Hinter den Auffassungen stehen zwei verschiedene Annahmen des Daseins. Der Atheismus kann nicht anders, als behaupten, die Dinge hätten in sich so etwas wie eine Selbstverständlichkeit, nicht zu vergehen. Der Christ muss das nicht glauben. Für ihn ist jeder wirkliche Bestand eine Gnade aus Gottes treuer Hand.

Warum wird uns während der Predigt langweilig? Haben wir noch nicht gelernt, uns betrachtend auf das große Wiedersehen in der heiligen Kommunion zu freuen?

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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