Die drei Gaben, die Paulus nennt, gehören zusammen. Wie gesehen, bittet der Taufkandidat (oder sein Pate stellvertretend für ihn) auf die Frage des Taufenden hin um das Geschenk des Glaubens. Das bekommt er in der Tat in der Taufe geschenkt und zugesagt. Nun scheint es etwas eigentümlich, dass er nicht gleich um das größte Geschenk, um die Liebe bittet. Das hat seinen Grund nicht darin, dass er es schon hätte, sondern dass Glaube, Hoffnung und Liebe in eins geschenkt werden.
Niemand kann Gott lieben, ohne zu glauben. Man kann zwar an Gott „glauben", ohne ihn zu lieben, wie die Dämonen etwa. Wenn der Glaube aber wirklich das sein soll, was er eigentlich meint, dann muss er von der Liebe seine eigentliche, innere Formung bekommen.
Die Liebe selbst bekommt auch von der Hoffnung her noch einmal eine innere Form. Die Gabe der Hoffnung streckt sich nämlich aus auf all das, was Gott verspricht: Dass er immer bleiben wird, dass er helfen will, dass mit ihm alles in Ordnung kommt und dass wir durch ihn das letzte große Ziel, die Glückseligkeit des Himmels erreichen werden.
Glaube, Hoffnung und Liebe, die sogenannten „theologischen" Tugenden, gehören also zusammen und werden dem Christen in der Taufe eigens geschenkt. Die so wachsende Kirche Jesu ist also die Gemeinschaft der Glaubenden, Hoffenden und Liebenden, der Kinder Gottes. Jeder Mensch ist eingeladen, diese Gaben zu empfangen.





