Wir stoßen hier auf mehr als heikle Themen, weil sich die Weltanschauung und das Bild von sich selbst im Menschen rasend schnell und enorm wandelt. Es gibt eine Art Erziehung des Volkes, gegen die nur schwer anzukommen ist. In einem Jugend-Fernseshsender, in dem es den ganzen Tag lang Musik und Talk gibt, dokumentierte der dortige Sprecher: „Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden“, drei bis vier mal die Woche Selbstbefriedigung bei Jungen sei gesund und müsse eigentlich sein. Einfach so daher gesagt, behauptet und vermutlich wissentlich in den Raum gelogen.
Hinter der angeblich neuen, von "der Wissenschaft" herausgefundenen Entdeckung steht eine ausgesprochene Tendenz, alles irgendwie über die Biologie her deuten. Als ob der Mensch einfach ein Säugetier wäre. Das führt dazu, dass die Sexualität „ver-tiert“, an Menschlichkeit verliert und sich dem Tier nähert. Die menschliche Sexualität ist dagegen eine Sache des geistlichen Lebens eines jeden einzelnen.
Seit einem halben Jahrhundert macht das Gerücht die Runde, „der Sex“, ohne geistige Dimension, ohne treue Liebe gesehen und rein von der Biologie her gedeutet, sei etwas wie ein Seelen-Entspanner. Der Mensch bräuchte da was, sobald er es kann. Vor allem könne (!) man es Jugendlichen nicht verbieten, man beraube sie irgendwie eines Menschenrechtes. Wer geschlechtsreif ist und sich nicht regelmäßig irgendwo Sex holt, der gilt fast als einer, der seine Medizin nicht nehmen will.
Mit einer solchen Meinung vom Menschen wird der Anspruch des Christlichen völlig unverständlich. Wenn die Christen sagen, der sexuelle Akt sei grundsätzlich nur was für die Ehe, dann werden sie mittlerweile mit großen Augen angesehen: „Kann man doch gar nicht fordern.“ „Darf man doch gar nicht sagen.“ Es hat fast den Geschmack, als wolle man den Jugendlichen nicht genug zum Essen und Trinken geben.
Es „geht“ aber. Es „geht“ auch sehr glücklich und erfüllt. Die derzeitigen Thesen werden vom schlichten Leben einfach widerlegt. Unzählige Paare wissen das und könnten davon berichten – wenn sie gefragt würden. Das heißt, wenn eine sachliche und wirklich ehrliche Diskussion darum erwünscht wäre.





