Auch diese Frage ist eine Glaubensfrage, über die man eigentlich nicht streiten kann. Wer an den Gott der Bibel glaubt, der glaubt, dass Gott den Menschen nicht wie ein neutrales Rohmaterial in die Welt gesetzt hat, sondern dass er ihm eine Natur und ein Ziel vorgab. Wer nicht an Gott glaubt, der glaubt das nicht. Unter den Menschen ohne christlichen Glauben teilen sich freilich die Ansichten, was der Mensch denn sei. Die einen sagen, der Mensch sei ein zufälliges Ergebnis einer Entwicklung, die vereinfacht meistens Evolution genannt wird. Dieser Standpunkt ist, wie der religiöse, reine Glaubenssache.
Wer diesen „evolutionistischen“ Glauben teilt, glaubt wahrscheinlich, dass der Mensch etwas „Neutrales“ ist. Er findet Mensch sich in einer Umwelt, die sich, wie er, bis jetzt entwickelt hat und die morgen zufällig ganz anders aussehen kann. Da es keinen Gott gibt, der irgendwelche Vorgaben macht, gibt es kein Paradies und kein Himmelreich, keine Gebote und keine Ziele nach dem Leben auf der Erde. Hier ist der Mensch in der Tat irgendwie „neutral“. Eine Natur, die aus Zufall entsteht, hat keine Ziele. Hier muss der Mensch für sich selbst herausfinden, was er ist, und aus sich machen, was er sein will oder glaubt, werden zu müssen. Die Natur des Menschen macht auf jeden Fall keine Vorschriften, die zwingend wären, wie wenn ein Gott „dahinter“ stünde.
Ganz anders verhält es sich bei den Menschen, die an Gott glauben. Hier ist Gott der Schöpfer. Hier heißt Geschöpf sein, eine Natur haben, die Gott erdacht und vorgesehen hat. Die Natur des Menschen wird ihm zur Aufgabe. Er hat die heilige Pflicht, seiner Natur zu dienen, ihren Vorgaben zu folgen.
Gläubig gesehen heißt der Natur dienen Gott dienen, der der Herr ist. So spricht der christliche Glaube. Das menschliche Verhalten wird im Glauben an den Schöpfer in anderer Weise naturgemäß oder nicht naturgemäß genannt als bei denen, die an den Atheismus glauben. Hier gibt es manchmal Streit. Es bleibt aber Glaubenssache.





