Jesus hatte genau dieses Problem. Er war die verkörperte Liebe auf Erden. „Wer mich sieht, der sieht den Vater", lautete seine Rede. (Joh 14,9) Jesus war vollkommen schuldlos, völlig liebenswürdig, ohne jede Sünde und die reine Liebe auf Erden.
„Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele." (Mt 11,29) Wer solches sagt, ist nicht hassenswert. Dennoch entlud sich gegen ihn der Hass in letzter Vollendung. Die Mächtigen fürchteten um ihre Vorzüge: König Herodes ließ alle Knaben in der Gegend um Jesu Geburt umbringen, in der Hoffnung der „König der Juden" sei dabei. (Mt 2) Den Schriftgelehrten und Pharisäern war er ebenso ein Dorn im Auge. Jesus war so schrecklich klar, so grausam ehrlich und so fürchterlich eindeutig. Er hätte wahrscheinlich gar nichts sagen brauchen. Seine Taten allein spiegelten seine Klarheit und zeigten ohne Worte, auf welcher Seite die Wahrheit war, wo Gott wirkte. Er musste weg, weil in seiner Nähe deutlich wurde, dass die religiösen Führer wie die ungerechten Winzer in Jesu Gleichnis waren.
In solchen Situationen beginnt der Hass gegen das Gute, der Aufruhr gegen den Gerechten, das Sammeln der bösen Kräfte gegen die Gerechtigkeit. Es ist möglich, Gott zu hassen. Was aber, wenn der Hass im Herzen bleibt, bis über den Tod hinaus?





