Die katholische Position ist jedoch „absolut", das heißt, sie bleibt immer dieselbe. Es gibt keine Situation, keinen Fall und keine Möglichkeit, eine Ausnahme zu machen.
Es gibt Dinge, die muss man abwägen. Da kommt es immer darauf an, welche Umstände man hat, wie was geworden ist und warum etwas so oder so gesehen werden muss.
Es gibt allerdings auch Dinge, die immer und unter allen Umständen schlecht sind. Es gibt natürlich auch Dinge, die immer und unter allen Umständen gut sind. Immer gut und nie schlecht ist es zum Beispiel, einem Hungernden zu Essen zu geben.
Ein Beispiel für etwas immer Schlechtes ist die Folter: Jemanden mit körperlicher oder seelischer Gewalt zwingen, etwas zu sagen, was er nicht sagen möchte. Folter ist immer und unter allen Umständen schlecht und nicht erlaubt. Das bedeutet: Selbst wenn man ganz Amerika vor einem Atomkrieg bewahren könnte, indem man jemanden foltert: Die Folter wäre auch dann noch verboten.
Ein anderer Fall ist der Verrat. Selbst wenn man ganz Europa vor einer Überschwemmung bewahren könnte; man dürfte das nie um den Preis tun, einen unschuldigen Freund dem Tod zu überantworten.
Die Abtreibung ist ebenso eine Sache, die nie und unter keinen Umständen gerechtfertigt werden kann. Man muss in allen schweren Grenzfällen „leider ist das so" sagen. Was da getötet wird, ist eine völlig unschuldige, menschliche Person. Menschliche Personen darf man niemals umbringen. Deshalb ist es auch niemals erlaubt, eine Abtreibung vorzunehmen. Man möchte fast sagen, leider. Aber so ist es und wird es immer bleiben.





