Start Glauben Summe Abtreibung. Handelt es sich hier um eine Gewissensentscheidung?

Abtreibung. Handelt es sich hier um eine Gewissensentscheidung?

Häufig wird gesagt, jeder müsse mit seinem Gewissen entscheiden, was er tut. Das stimmt genau genommen gar nicht. Das Gewissen selbst kann nämlich gar nichts entscheiden. Das Gewissen ist die mahnende Stimme, zu tun, was wir für gut und richtig erkannt haben. Entscheiden tut nicht das Gewissen, sondern die Person, die dem Gewissen entweder folgt oder nicht. Der heilige Thomas von Aquin nennt das Gewissen die Stimme der praktischen Vernunft und sagt, jeder Mensch müsse seinem Gewissen Folge leisten, selbst auf die Gefahr hin, dass es irrt.

Deshalb ist es eine besonders wichtige Aufgabe, dem eigenen Gewissen eine gute Formung zu geben.

Nun ist es so: Der Mensch kann sich stets entscheiden zwischen dem, was er für richtig erachtet und dem, was er falsch findet. Sich gegen sein eigenes Gewissen entscheiden ist immer eine Sünde gegen seine eigene Vernunft. Wenn wir uns redlich für das entscheiden, was wir richtig finden, uns aber irren, dann sündigen wir nicht.
Ob das, was wir tun, aber wirklich gut ist oder nicht, hängt davon ab, ob es vor Gott gut ist oder nicht. Der Schöpfer ist der Maßstab alles Guten. „Nur einer ist der Gute, Gott", sagt Jesus dem reichen Jüngling. (Mt 19,17)

„Gottes Geist bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind." (Röm 6,16) Wir haben zur Aufgabe bekommen, zusammen mit Gott, der in unserem Herzen spricht, zu erfahren, was das Gute jeweils ist.

Bei Gott dürfen wir uns immer entscheiden, das ist klar. Unsere Freiheit bleibt stets unangetastet. Wir sollten daraus jedoch nicht schließen, dass wir uns auch für das Böse entscheiden dürfen. Manchmal hört sich unser Reden an, als seien bei einer sogenannten Gewissensentscheidung beide Möglichkeiten neutral, wie wenn man diese oder jene Farbe wählt. „Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen", lesen wir bereits im Gesetzwerk des Alten Testaments. (Dtn 30,19)

Christsein ist kein Nebenbei. Christsein heißt aufgeklärt sein über den Stand und das Schicksal der Welt. Eigentlich müssten wir Missionare der christlichen Aufklärung sein. Sankt Thomas sagt, es gehört zu den großen Werken der Barmherzigkeit, jemanden vom Irrtum zur Wahrheit zu führen.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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