Das bedeutet, in der Tat stirbt nicht nur der Ermordete leiblich. Im Täter stirbt zugleich etwas geistig; nämlich sein Verhältnis mit Gott. Genau genommen ist der geistige Tod vor Gott schlimmer als der leibliche, der oftmals der Weg in das ewige Glück des Himmels bedeutet. Der geistige Tod bedeutet einen Weg, der ins genaue Gegenteil führt. Auch das müssen wir in aller Klarheit im Licht behalten. Was ist also zu tun?
Was Thomas von der Mücke sagt, gilt viel mehr noch für die Menschen. Wir wissen nie, was im Herzen einer Person geschieht, was sie treibt, was sie formt, was sie ersinnt. Nur Gott allein weiß alles. Wir selbst kennen uns nicht mal selbst. Deshalb steht es niemandem zu, einen Menschen zu verurteilen. Nicht mal das Beurteilen ist möglich.
Wir wissen nur von Sachverhalten, nicht, was sie wirklich angeschoben hat. Es gibt einen alten, christlichen Grundsatz: Wir müssen immer die Sünde vom Sünder trennen. Die Sünde hassen, den Sünder um so mehr lieben. Das eine ist das Spiegelbild des anderen. Je schlimmer ist, was jemand getan hat, desto mehr „verdient" er unsere fürsorgliche, ehrliche und freundschaftliche Liebe. Beim göttlichen Vater ist es ebenso.
Wir haben also nie einen Grund, jemanden für etwas zu verurteilen, sondern haben immer eine heilige Aufgabe, uns mit dem guten Hirten auf den Weg zu machen, die Verirrten zu suchen, mit Liebe zu umfangen und wo möglich heim zu führen; in die väterliche Liebe Gottes. Wir sind ebenso Sünder, die nicht ohne sind.





