Es gibt zum Beispiel den Wohlstand einer Person als Wert. Jeder möchte für gewöhnlich seinen Wohlstand halten oder gar vermehren. Es gibt ebenso den Wert der Solidarität, die uns schon mal auffordert, um anderer Menschen willen auf ein wenig Wohlstand zu verzichten. Diese beiden Werte können in Konflikt geraten.
In Sachen Abtreibung von Werten zu sprechen, ist dagegen ganz und gar fehl am Platz. Es gibt keinen Wert des Lebens, weil das Leben keinen Wert hat. Das Leben hat Würde und das ist eben etwas ganz anderes als einen Wert. Das Wort „Würde" brauchen wir ja genau aus diesem Grund: Weil das Wort „Wert" für Menschen unpassend ist. Deshalb kann es in Sachen Abtreibung keinen Wertekonflikt geben.
Unsere Erwägungen zur Person und zum Personsein des Menschen waren eigentlich keine christlichen in dem Sinn, dass nur Christen sie anstellen würden. Die Philosophie allein kann zu den selben Ergebnissen kommen. Das ganze hat dennoch einen weiteren, christlichen Ansatz.
Thomas von Aquin sagt einmal, alle Philosophen dieser Welt könnten nicht einmal das Wesen einer einzigen Mücke durchschauen. Wer glaubt das zu können, der muss sich anmaßen, die Gedanken Gottes zu durchschauen, der die Mücke geschaffen hat. Gott allein weiß, zu was die Geschöpfe geschaffen sind. So auch besonders mit jedem Menschen.
Niemand kann wissen, was aus einem Menschen werden kann und wird, wenn er sich im Leben entwickelt. Wenn wir ein entstehendes Menschenleben töten, müssen wir das alles ignorieren. Der Tod dieses Menschenlebens als Wunsch hat dann den Vorzug vor allem, was aus ihm werden könnte.
Christlich gesprochen ist jedes Leben von Gott gewollt. Der Schöpfer wird sicher kein Leben schenken, das er nicht haben will. Von einem Wertekonflikt zu sprechen, ist angesichts der Tatsache, selbst Geschöpf vor Gott zu sein, schon eine Frechheit.





