Nehmen wir aber an, jene andere Meinung würde sich durchsetzen: Menschen, die ihr Personsein nicht zeigen können, werden nicht als Personen anerkannt. Embryonen, schwer Behinderte und debile Menschen, die sich an nichts mehr erinnern können hätten damit nicht mehr die selben Rechte. Man könnte nicht mehr „Menschenrechte" sagen, sondern müsste von „Personenrechten" sprechen.
Die Menschen ohne Personenrechte könnten getötet werden, wie man Tiere töten kann, wenn sie für den Menschen gefährlich werden. Das würde bedeuten, die Menschen, die „auf der Kippe" stehen, haben eine Art Beweispflicht. Sie müssen nachweisen: Noch bin ich eine Person, ihr dürft mich noch nicht töten. Mit fortschreitender Alzheimererkrankung wäre in gewissen Abständen eine Untersuchung angezeigt, die feststellt, ob der Mensch noch eine Person ist oder nicht.
Ein heranwachsendes Kind würde sich im Zweifelsfall beeilen müssen, möglichst schnell den Nachweis zu erbringen, dass es jetzt eine kleine Person ist, um in die Klasse der geschützten, anerkannten Personen zu kommen. Die Eltern sollten ihre ganze Aufmerksamkeit aufwenden, um die Fertigstellung des Personwerdens zu erkennen. Schwerst behinderte Menschen werden keine Chance haben.
Aus einer Gesellschaft, die automatisch jeden Menschen als Person schützt wird Personenanerkennungsgesellschaft. Nur wer als Person anerkannt ist, hat ja alle Rechte. Bei einem schweren Unfall liefe man sofort Gefahr, sein unantastbares Lebensrecht zu verlieren.





