Ein Beispiel des schon genannten Robert Spaemann. Stellen wir uns vor, die ganze Weltgeschichte ist ein Film, der auf einer Leinwand läuft. Wir alle sind Figuren in diesem Film, alle Tiere, Pflanzen, jegliche Natur, alle Gegebenheiten, alles gehört zum Film. Sogar der Urknall gehört dazu und ist ein Teil des Films, ebenso der eventuelle Weltuntergang.
Jetzt gibt es zwei Parteien. Die weitaus größte Mehrheit glaubt, dass der Film einen Projektor hat. Einige wenige behaupten dagegen, der Film habe sich aus sich selbst gebildet.
Im Film selbst kann niemand einem anderen zeigen, ob der Projektor existiert oder nicht. Es kann eben nicht sein, dass der Projektor in dem selben Film vorkommt, den er ausstrahlt.
Niemand kann mit den inneren Mitteln des Films erforschen, wie der Film an die Leinwand kommt. Diejenigen (religiösen) Menschen, die an den Projektor glauben, sagen, es habe sich begeben, dass der Projektor Person ist, wie wir und dass er beschlossen hat, selbst in seinen Film zu steigen, um uns für immer einen Wink zu geben. Aber auch das kann niemand mehr „beweisen." Alles beruht auf Vertrauen, sagen die Gläubigen; dass man Vertrauen zu denen hat, die von der großen Begegnung gehört haben. Über dieses Vertrauen bilde sich dann ein Vertrauen zum Herrn des Films.
Unser Beispiel zeigt vielleicht, wie wir uns Gott „in der Welt" vorstellen, und dass die Frage nach ihm überhaupt keine Frage ist, bei der man einfach nichts „beweisen" kann. Die Frage nach Gott und dem Leben bleibt eine Glaubensfrage.





