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Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

Ein Beispiel des schon genannten Robert Spaemann. Stellen wir uns vor, die ganze Weltgeschichte ist ein Film, der auf einer Leinwand läuft. Wir alle sind Figuren in diesem Film, alle Tiere, Pflanzen, jegliche Natur, alle Gegebenheiten, alles gehört zum Film. Sogar der Urknall gehört dazu und ist ein Teil des Films, ebenso der eventuelle Weltuntergang.
Jetzt gibt es zwei Parteien. Die weitaus größte Mehrheit glaubt, dass der Film einen Projektor hat. Einige wenige behaupten dagegen, der Film habe sich aus sich selbst gebildet.
Im Film selbst kann niemand einem anderen zeigen, ob der Projektor existiert oder nicht. Es kann eben nicht sein, dass der Projektor in dem selben Film vorkommt, den er ausstrahlt.
Niemand kann mit den inneren Mitteln des Films erforschen, wie der Film an die Leinwand kommt. Diejenigen (religiösen) Menschen, die an den Projektor glauben, sagen, es habe sich begeben, dass der Projektor Person ist, wie wir und dass er beschlossen hat, selbst in seinen Film zu steigen, um uns für immer einen Wink zu geben. Aber auch das kann niemand mehr „beweisen." Alles beruht auf Vertrauen, sagen die Gläubigen; dass man Vertrauen zu denen hat, die von der großen Begegnung gehört haben. Über dieses Vertrauen bilde sich dann ein Vertrauen zum Herrn des Films.

Unser Beispiel zeigt vielleicht, wie wir uns Gott „in der Welt" vorstellen, und dass die Frage nach ihm überhaupt keine Frage ist, bei der man einfach nichts „beweisen" kann. Die Frage nach Gott und dem Leben bleibt eine Glaubensfrage.

Jesu erstes und unumgehbares Gebot heißt Gott lieb gewinnen. Da er Gott und Mensch zugleich ist, hat er selbst bewiesen, wie liebenswert unser Gott ist – in seinem Leiden, das er uns persönlich von den Schultern nahm.

 
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In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

Abtreibung. Das Verschweigen

Wer die Detektivgeschichten des Gilbert Chesterton kennt, in denen ein gewisser, etwas schusseliger Pater Brown die Ermittlung übernimmt, der weiß, dass der Autor einen Lieblingsgedanken hat: Der kleine Priester, der ungezählte Stunden im Beichtstuhl verbracht hat und ganz bei den Sorgen der einzelnen, kleinen Leute war, der kennt die dunklen Seiten des Menschseins und der Menschheit. 
Der Gedanke passt zu unserem traurigen Thema. Bislang reden wir, wie meistens alle drüber reden: Von der Theorie her, vom Allgemeinen.

 

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