Genau genommen „bin ich mein Leben". Das wir unser Leben haben, ist ein Spruch, den man machen kann. Er stimmt aber nicht. Wenn ich nicht mehr lebe, ist nichts mehr da, was das Leben nicht mehr haben kann.
Ich bin auch nicht mein Leib und bin nicht mein Geist. Ich bin der lebendige Mensch, dessen Leben beides formt und zusammen hält.
Indem ich das jetzt sagen kann, unterscheide ich mich von allen Tieren und Pflanzen. Ich kann „ich" sagen, weil ich geistig auf mich selbst schauen kann und zugleich wissen kann, dass ich es tue.
Wenn wir uns umsehen, schauen wir irgendwie aus uns heraus. Ähnlich schaut das Tier auch aus sich heraus. Es sieht seine eigenen Beine und seine Umwelt. Was das Tier nicht kann: Es kann sich als ganzes nicht betrachten.
Liegt ein Hund in seiner Hundehütte, schaut er hinaus. Tritt er vor die Hütte, kann er sie sehen, nicht aber sich selbst, wie er drinnen liegt.
Der Mensch kann das alles geistigerweise. Er kann sich selbst als ganzes betrachten.
Nur Personen können das. Nur Personen können ein Verhältnis zu sich selbst haben. Wir haben uns lieb oder auch nicht, aber wir „haben uns". Wir können mit uns selbst reden, weil wir uns „sehen" und ein Verhältnis zu uns selbst haben, obwohl wir nicht geteilt und nicht zwei sind. All das und noch viel mehr macht aus, was wir die menschliche Person nennen. Das Leben des Tieres ist sein Tiersein. Das Leben des Menschen ist sein Personsein.





