Was sagt die christliche Botschaft nun also zur Abtreibung? Zunächst sagt sie wenig. Im Neuen Testament ist die Abtreibung kein eigenes Thema. In der „Zwölfapostellehre", einer der ältesten bekannten christlichen Lehrschreiben (wahrscheinlich noch im ersten christlichen Jahrhundert geschrieben) steht allerdings schon ausdrücklich: „Tötet keine Leibesfrucht!" (Didache 2)
Da steht es also schon; geschrieben vor tausendneunhundert Jahren, für alle Christen lesbar. Eine Schrift aus der Feder der Schüler der ersten Apostel.
Wir möchten aber tiefer sehen und, wo immer es geht, den Grund hinter den Geboten erblicken. Hinter dem Gebot steht ein anderes, nämlich das Fünfte. Gewöhnlich heißt es: „Du sollst nicht töten!" Wieder dahinter steht die Begründung: „Wer (wissentlich unschuldiges Leben) tötet, erhebt sich auf die Höhe Gottes. Er erklärt sich selbst zum Herrn über Leben und Tod." Das dürfen wir nicht, und das können wir auch gar nicht, weil wir überhaupt nicht tief genug sehen, um gut entscheiden zu können.
Wir glauben, das Leben ist ein Geschenk aus der Hand Gottes. Alles mögliche mag „einfach so" entstehen, das Leben des Lebendigen nicht. Das Leben des Lebendigen bekommt die Natur nicht hin. Niemand weiß, wann es genau beginnt, niemand weiß, wann genau es endet.
Es ist „unsers", aber ein Geschenk. Man muss es behandeln, wie jedes Geschenk: Respektvoll und ohne es anzutasten. Was ein liebevoller Mensch uns schenkt, das darf man nicht einfach weitergeben oder respektlos behandeln, oder?





