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Abtreibung. Worüber wir zuerst reden müssen

Wir haben im letzten Kapitel erwähnt, dass es eine Philosophie gab, nach der man vermutete, man könne mit den Tieren aller Arten tun und lassen, was man möchte; sie seien ja nur Körper und sähen nur aus, als hätten sie Schmerzen. Das Schlimme war, dass man nicht nur glaubte, man könne tun, was man will, sondern, dass man es auch tat.

Hinter dem Tun stand eine Philosophie. Was wir hier mit Philosophie meinen, können wir auch Weltanschauung nennen. Eine Weltanschauung ist die Meinung, die man hat, wenn man die Welt anschaut. Die Forscher sahen die Tiere und hatten die Meinung, es seien nur sich bewegende Körper, ohne wirkliches Empfinden.

Hinter der Praxis der Abtreibung steht ebenfalls eine Weltanschauung. Die Kartesianer hatten gesagt, Tiere hätten keine Seele und quälten sie. Die Abtreibungsbefürworter sagen, Embryonen sind noch keine menschlichen Personen – und töten sie.

Um es gleich zu sagen: Es geht hier nicht um einzelne, tragische Schicksale, über die man eigens reden muss, sondern um Tausend Abtreibungen pro Tag in Deutschland. Im Jahr werden so viele lebensfähige Embryonen in Deutschland getötet, wie Würzburg Einwohner hat. Wir diskutieren erst einmal nicht über schwere Schicksalsschläge, sondern um eine Weltanschauung, ob man Embryonen überhaupt töten darf oder nicht.

"Was soll man aber machen, wenn ein Kind aus einer Vergewaltigung entsteht?", müssen wir sicher noch besprechen. Es geht hier jedoch erst einmal um ein grundsätzliches Denken.

Es führt nicht weiter, wenn wir „die Abtreibung" lediglich als eine Sache der Heilung von betroffenen Frauen besprechen. Bei einer Abtreibung ist das direkte Opfer nicht die Mutter, sondern ihr Kind. Wenn die Schwangerschaft entstand, weil die Frau ein Opfer war, ist das ein schweres und wichtiges, aber anderes Thema. Da braucht es sicher eine therapeutische Begleitung. Ob eine Abtreibung aber eine Therapie ist, muss man erst einmal bezweifeln dürfen.

Sei niemals strenger mit Dir als Gott, der Dich über die Maßen liebt.

 
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Interessant

In der Eucharistie bekommen wir genau dasselbe wie damals die Apostel

Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren. 


 

Kinder bekommen heißt den Himmel bevölkern

Von der heiligen Therese von Lisieux wird ein Wort überliefert: Der Gedanke an den Himmel sei ihre ganze Kraft. Wir können sagen: Wenn wir wirklich Christen sind, wird unser ganzes Leben, unsere ganze Sicht auf die Welt, von zwei Dingen geprägt: Von der Gemeinschaft mit Gott und vom Himmel.

 

Vorherbestimmung. Soll der Mensch überhaupt eine haben?

Unsere Frage stellt sich eigentlich nur für Menschen, die erst einmal glauben, dass es Gott gibt. Ein klar erklärter Atheismus kann die Frage gar nicht stellen. Vorherbestimmen kann ja nur ein „Jemand“. Eine Natur, die aus irgendwie toten Dingen irgendwie lebendige macht, kann im vollen Sinn des Wortes nichts bestimmen. Tod und Auflösung liegen hier in der Natur der Sache. Unsere Frage lautet also: Sind wir als Menschen von Gott für etwas Bestimmtes vorgesehen?

 

Abtreibung. Beweisen kann niemand was

Was wir allgemein mit Materialismus bezeichnen, hat – genauer betrachtet – viele Richtungen und Unterrichtungen. Wir müssen sie nicht alle besprechen. Einig sind sich alle Richtungen des Materialismus jedoch in der Frage, dass die Welt keinen Gott hat. Alle, die Ahnung haben und redlich bleiben, sind sich in einer zweiten Sache einig: Dass sie unseren Glauben nicht widerlegen können, schon gar nicht mit Wissenschaften aushebeln.

 

Abtreibung. Das Leben des Menschen ist etwas ganz Besonderes, es ist Personsein

Unsere letzten Gedanken waren wichtig, um besser verstehen zu können, was wir jetzt besprechen müssen. Das Leben eines Tieres ist genau genommen das Tiersein des Tieres. Das haben wir gesehen. Ein toter Specht ist kein Specht mehr und ein toter Mensch ist eine Leiche. Eine Leiche ist kein Mensch im vollen Sinn. Zum Menschsein gehört, dass er als ganzes lebt; ebenso gehört das Leben des Tier zum Tiersein. Das Leben des Tieres ist das, was es zum Tier macht. Auch das ist so beim Menschen.

 

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