Die Eucharistie steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod Jesu. Am Abend vor seine Sterben nimmt Jesus Brot und Wein und sagt, das seien sein Leib und sein Blut. Darin werde der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Damit nimmt er am Vorabend seines Leidens einen Teil seiner Hingabe vorweg. Sein Opfer sollte nicht einfach nur ein grausames Schlachten sein. Es sollte zugleich eine Liebesgabe in die Hände seiner Apostel werden. Die hatten dann den Auftrag, die kommende Kirche um dieses Sakrament zu organisieren.
Jesus sagt im Matthäusevangelium, sein Blut werde „für viele" vergossen. (Mt, 26,28) Bei Lukas sagt er: „Tut dies zu meinem Gedächtnis". (Lk 22,19) Das, was die Apostel jetzt aus seiner Hand empfangen würden, das soll ebenso für viele sein.
Paulus schreibt später an die Korinther: „Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhalbe am Blut Christi? Ist das Brot, was wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?" (1 Kor 10,16) Der Apostel nennt die Eucharistie Teilhabe am Leib und Blut Christi, und so versteht sich die Kirche. Sie ist der mystische Leib Jesu.
Der Apostel schreibt an die Epheser: „Alles hat er (Gott) ihm (Jesus) zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt." (Eph 1,22f)
Die Eucharistie ist also zweierlei zugleich: Anteil an Gottes Vergebung der Sünden, die Jesus bewirkt hat, und Anteil an seinem Leib, der die Kirche ist. Das eine Opfer Jesu ist zugleich das „Lösegeld für viele" (Mk 10,45) und die Einsetzung dessen, was die Kirche, den Leib Christi, von innen her aufbaut.
Ein gelehrter Bekannter, dem ich die Eucharistie einmal erklärte, sagte darauf: „Du weißt ja, dass ich Deinen Glauben nicht teilen kann. Aber es wäre natürlich wirklich ein absolut genialer Trick, wenn alle genau das selbe bekommen könnten, wie die Ersten Jünger beim letzten Abendmahl."





