| Die Gewissheit des Glaubens und die Ungewissheit in der Hoffnung |
|
|
| Geschrieben von Vita-in-Deum-Katechese: "Glauben ganz von vorn erklärt" Teil 350 | |
|
Die christliche Tugend der Hoffnung steht nicht allein da. Sie ist ein Geschenk, eine Gabe, die zusammen mit dem Glauben und der Liebe dem Christen ins Herz gegossen sind. Im Ritus der Taufe ergeht an den Täufling die Frage: „Was begehrst Du?“ Die Antwort lautet: „Den Glauben.“ Damit ist das Geschenk gemeint, das der Mensch aus sich nicht haben kann. Dieses Geschenk des Glaubens ist sozusagen dreiströmig. Mit dem Glauben wird die Hoffnung und mit beiden wird die Liebe geschenkt. Thomas sagt einmal: Wer dieses Geschenk des Glaubens habe, dem sei damit die „Gewissheit von der Allmacht und Barmherzigkeit Gottes“ geschenkt. Somit hat auch die Hoffnung eine innere, unfehlbare Sicherheit, denn Gott ist unfehlbar. Das Glaubenswissen ist ein Wissen an die Unfehlbarkeit Gottes, daher hat auch die Hoffnung eine unfehlbare, innere Gewissheit. Dem steht etwas entgegen, was in der Natur des Menschen liegt: Solange der Mensch auf dem Weg ist, hat er einen freien Willen. Er kann sich jederzeit umwenden, sich anders entscheiden und morgen von dem abweichen, was ihn heute noch führt und zieht. Extrem gesagt, kann sich der Mensch auf dem Wege jederzeit der Gnade entziehen. Er kann sich für nichtige Dinge entscheiden und sein Ziel entgültig verfehlen. Die große Kirchenversammlung von Trient sagt daher, der Mensch könne sich seines Heils nie entgültig gewiss sein. Der Mensch sei zur festen Hoffnung auf die Herrlichkeit wiedergeboren, jedoch noch nicht entgültig in die Herrlichkeit hinein. Aus dem sicheren Wissen um die Treue und Unfehlbarkeit von Gottes Tun und Wirken und der stets vorhandenen Möglichkeit des Scheiterns, entsteht eine starke Spannung. Die Hoffnung hat deshalb immer den Keim einer heiligen Unruhe in sich. Es ist die innere Unruhe des „noch nicht ganz.“ Diese kann im Leben auf Erden nie ganz aufgelöst werden. „Du hast uns auf Dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir.“ (Augustinus) |
| < zurück | weiter > |
|---|






