| Über den Ablass, eine erste Annäherung |
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| Geschrieben von Vita-in-Deum-Katechese: "Glauben ganz von vorn erklärt" Teil 344 | |
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Sünde, Vergebung und Heilung Kaum etwas wird bei den Christen so missverstanden wie der Ablass. Martin Luther hatte fünfundneunzig Thesen dagegen verfasst, wie man mit dem Ablass umging. Gegen den Ablass selbst richteten sich diese Thesen nicht, wohl aber dagegen, mit ihm Handel zu treiben. Dieser Umstand hat sich offenbar nicht richtig herum gesprochen. Noch heute wird allein die Tatsache, dass die katholische Kirche den Ablass nicht abschafft, als Hindernis in der Ökumene gesehen. Es sei „rätselhaft“, schreibt ein hochrangiger Vertreter der evangelischen Kirche in Deutschland, warum die Kirche zu Beginn des Paulusjahres „wieder“ erinnere, dass man einen vollkommenen Ablass gewinnen könne. Das hört sich zunächst an, als habe die Kirche zum Paulusjahr (2008/2009) wieder eine alte, verstaubte Kamelle aus der Mottenkiste gezaubert. Dabei gibt es den vollkommenen Ablass ebenso zu jedem Osterfest, an jedem Weihnachten, in jedem November und zu vielen anderen Gelegenheiten auch. Ein bekannter deutscher Philosoph hat auf die Frage, warum er im stolzen Alter als nicht angepasster Katholik gilt, geantwortet, er habe sich manche Dinge einfach nicht ausreden lassen. Diesen Eindruck scheint die Kirche in Sachen Ablass auch zu machen: Sie lässt sich den Ablass einfach nicht nehmen. Also scheint er etwas Wichtiges zu sein; etwas, was der Kirche sehr teuer ist. Das ist er in der Tat. Der Ablass ist, genau genommen, nämlich unverzichtbar. Wahrscheinlich könnte die Kirche ihn gar nicht aufgeben, ohne sich selbst aufzugeben. Der Ablass ist nämlich ein fester Teil des Geschehens um die Heilung des Menschen von seinem Problem, das er in der Sünde mit Gott hat.
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