Posts mit Tag ‘Maria Valtorta’

Auszug aus Maria Valtota

Mittwoch, September 15th, 2010

Ich habe hier mal wieder einen kurzen Auszug aus meinen vielgeliebten Maria Valtorta Büchern für Euch herausgesucht.

Die Mutter von Judas Iskariot erzählt der Gottes Mutter folgendes

Im vergangenen Jahr, als der Meister/dein Sohn/ hier war, begriff ich, dass er alles wusste, und ich wollte mit ihm reden. Aber es ist so schmerzvoll für eine Mutter, sagen zu müssen: “Nimm dich vor meinem Sohn in acht. Er ist ruhmsüchtig, lasterhaft, stolz und wankelmütig.” Ja, so ist er, mein Sohn Judas! Ich bete, dass dein Sohn, der so viele Wunder wirkt, auch bei meinem Judas eines vollbringe… Aber du, liebe Maria, sage mir: was denkst du von ihm (Judas)?
Maria, die schweigend und mit einem mitleidigen Gesichtsausdruck die mütterlichen Klagen angehört hat, kann mit ihrer aufrichtigen Seele nicht lügen und sagt leise: “Arme Mutter!… Was ich denke, sagt Maria? Ja, dein Sohn hat nicht die reine Seele von Johannes, noch die Sanftmut von Andreas; er hat auch nicht die Stärke des Matthäus, der sich ändern wollte und dem es auch gelungen ist. Judas ist…
Launenhaft. Ja, so ist er! Aber wir wollen viel für ihn beten, ich und du. Weine nicht! Vielleicht siehst du ihn in deiner Mutterliebe, die sich seiner gerne rühmen würde, noch schlimmer als er ist…”
Nein, nein, ich sehe richtig und ich habe große Angst um meinen Sohn Judas.

Das Zimmer ist voll von der Klagen der Mutter Judas; und in der Dämmerung leuchtet das Antlitz Mariens, das noch bleicher als sonst ist, nach diesem mütterlichen Bekenntnis, das den Verdacht der Mutter des Herrn bestätigt. Aber sie beherrscht sich. Sie zieht die unglückliche Mutter an sich und liebkost sie, während diese, da nun alle Deiche der Zurückhaltung gebrochen sind, verwirrt und atemlos von den Lieblosigkeiten, Ansprüchen und Gewalttaten ihres Judas erzählt und schließt: “Ich erröte seinetwegen, wenn dein Sohn mir wohlwollen bekundet. Ich bitte ihn nicht darum, aber ich bin sicher, dass er es in seiner Güte tut, um Judas damit zu sagen: “Denk daran, so behandelt man seine Mutter.” Jetzt ist er, wie es scheint, in sich gegangen… Oh, wenn es nur wahr wäre! Hilf mir, hilf mir mit Gebet, du, die du heilig bist, damit mein Sohn nicht der großen Gnade die Gott ihm gewährt, unwürdig werde. Wenn Judas mich seine eigene Mutter nicht lieben will, wenn er mir, die ich ihn geboren und erzogen habe, nicht dankbar ist, so spielt das keine Rolle. Aber dass er Jesus liebt und ihm in Treue und Dankbarkeit dient! Wenn nicht, dann möge ihn Gott sein Leben nehmen. Ich würde ihn lieber im Grabe sehen… so würde er endlich mein… denn seit er seinen Verstand zu gebrauchen versteht, habe ich wenig von ihm gehabt. Besser tot, als ein schlechter Apostel!!!! Kann ich so beten?
Darauf antwortet Maria: “Bete zu Gott, dass er alles zum Besten wende.”

Nochmals ein kleiner Artikel von Maria Valtorta

Donnerstag, Juli 29th, 2010

Aglaia, eine Sünderin redet mit Jesus.
“Obgleich ich weiß und glaube, dass Gott die Güte ist, wage ich es nicht zu hoffen, dass er meine Liebe erwidert. Ich habe zuviel gesündigt… Ich werde seine Liebe vielleicht eines Tages haben… Aber vorerst bin ich noch allein mit meiner Liebe. Ich bin allein… Es ist nicht die trostlose Einsamkeit der vergangenen Jahre. Es ist die Einsamkeit voll Verlangen nach Gott, also nicht mehr eine verzweifelte… Doch ist sie so traurig, so traurig“!
Jesus spricht zu Aglaia.
“Aglaia, wie schlecht kennst du doch den Herrn! Dieses Verlangen nach ihm ist der Beweis dafür, dass Gott deine Liebe erwidert, dass er dir Freund ist, dich ruft, dich einlädt und dich will. Gott ist unfähig der Liebe seines Geschöpfes zu widerstehen; denn diese Liebe hat er selbst im Herzen erweckt; er, der Schöpfer und Herr aller Geschöpfe. Er hat dieses Verlangen entzündet, denn er hat die Seele, die nun nach ihm verlangt, mit Vorzug geliebt. Die Liebe Gottes geht immer der Liebe des Geschöpfes voraus; denn er ist der Vollkommene: daher ist seine Liebe unmittelbarer und brennender als die Liebe seines Geschöpfes”:
Aglaia: “Aber wie kann Gott meinen Schmutz lieben?”
Jesus: “Bemühe dich nicht mit dem Verstande begreifen zu wollen. Er ist ein Abgrund der Barmherzigkeit, dem menschlichen Geiste unbegreifbar. Aber dort wo die menschliche Intelligenz nicht mehr begreift, erkennt die Intelligenz der Liebe die Liebe des Geistes. Sie versteht und dringt sicher in das Geheimnis, das Gott ist, und in das Geheimnis der Begegnung der Seele mit Gott ein. Sie dringt ein, ich sage es dir. Sie dringt ein, weil Gott es will”.