Posts mit Tag ‘Heilige’

“Gebt euch nicht mit dem Zweitbesten zufrieden!”

Dienstag, November 16th, 2010

Benedikt umgeben von der Jugend

Benedikt umgeben von der Jugend


Man glaubt es kaum, aber das Heilige hat im Alltagsleben ein viel besseres Renommee, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Zwar wird von persönlicher Heiligkeit höchst selten geredet. Doch das Bewusstsein dafür, dass Heiliges als Synonym für das absolute Nonplusultra steht, ist nach wie vor lebendig. So wurde jüngst in dicken Lettern die Kabine der Fußball-„Götter” auf dem Vereinsgelände des Münchner Rekordmeisters als „Bayerns Heiligtum” und „das Allerheiligste” tituliert oder der Philosoph Walter Benjamin als „säkularer Heiliger” apostrophiert.

Während seiner viel beachteten Reise im September nach Großbritannien lenkte Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Jugendlichen die Aufmerksamkeit sehr direkt auf das Thema: „Ich hoffe, dass einige von euch, die mir heute zuhören, die künftigen Heiligen des 21. Jahrhunderts sind”, um dann jedoch gleich einschränkend anzumerken: „Vielleicht denken einige von euch, ein Heiliger zu sein, das sei nichts für sie.” Aber der Heilige Vater ist sich sicher: „Was Gott am meisten von einem jeden von euch wünscht, ist, dass ihr heilig werden sollt. Er liebt euch viel mehr, als ihr euch je vorstellen könnt, und er will das Allerbeste für euch. Und das bei weitem Beste für euch ist es, an Heiligkeit zuzunehmen.” Benedikt XVI. sprach die jungen Leuten auf deren natürliche Suche nach Vorbildern sowie den weit verbreiteten Promikult um Sport- und Unterhaltungsstars an und fragte ganz offen: „Welcher Typ von Person möchtet ihr wirklich am liebsten sein?”

Der Bischof aus Rom warb bei der britischen Jugend – und schloss dabei sicherlich Menschen jeden Alters ein – dafür, wirklich lohnenswerte und hohe Ideale anzustreben: „Wenn ich euch einlade, Heilige zu werden, bitte ich euch, euch nicht mit dem Zweitbesten zufrieden zu geben. Ich bitte euch nicht, ein begrenztes Ziel zu verfolgen und alle anderen zu ignorieren.” Seiner Meinung nach können weder Geld noch berufliche Erfolge allein glücklich machen, „wenn wir nicht nach etwas noch Größerem streben”. Es sei eine der großen Tragödien, dass viele Menschen das Glück nie fänden, weil sie an den falschen Orten danach suchten. Der Pontifex plädierte für ein alternatives Lebensmodell: „Wir müssen den Mut haben, unsere tiefste Hoffnung allein auf Gott zu setzen, nicht auf Geld, Karriere, weltlichen Erfolg oder auf unsere Beziehungen zu anderen, sondern auf Gott. Er allein kann die tiefsten Bedürfnisse unseres Herzens stillen.” Bei einer Vigil im Londoner Hyde Park betonte er wenig später, jeder sei aufgerufen, „die Welt zu verändern und sich für eine Kultur des Lebens einzusetzen, eine Kultur, die durch Liebe und Respekt für die Würde eines jeden menschlichen Wesens geprägt ist.”

Der Papst erinnerte an einen Wert, der unter Jugendlichen überall auf der Welt geschätzt wird – die echte Freundschaft – und bekräftigte, dass auch Gott ihr Freund sein wolle: „Und sobald ihr mit Gott Freundschaft schließt, beginnt sich alles in eurem Leben zu ändern.” Daraus folgten dann Begeisterung für die Tugenden sowie die Erkenntnis, dass Habgier und Selbstsucht zerstörerische und gefährliche Neigungen seien, die tiefes Leid und großen Schaden verursachten. „Ihr beginnt, Mitleid für Menschen in Schwierigkeiten zu empfinden, und ihr wollt ihnen unbedingt irgendwie helfen. Ihr wollt die Armen und Hungrigen unterstützen, ihr wollt die Traurigen trösten, ihr wollt gut und großzügig sein. Und wenn euch das alles einmal berührt, dann seid ihr wirklich auf dem Weg, Heilige zu werden”, erläuterte der Theologieprofessor mit einfachen Worten, wie man sich auf den Weg zur Heiligkeit im Alltag machen kann. Damit bestätigte er die Lehre des heiligen Josemaría Escrivá, den sein Vorgänger Johannes Paul II. anlässlich seiner Heiligsprechung 2002 als den “Heiligen des Alltäglichen” bezeichnet hatte. Der Gründer des Opus Dei formulierte kurz und knapp: “Ein Geheimnis. – Ein offenes Geheimnis: es gibt Weltkrisen, weil es an Heiligen fehlt.”
von Bernd Kreuels

Wer war dieser Don Bosco?

Sonntag, November 7th, 2010

Heiliger Don Bosco

Heiliger Don Bosco


Johannes Bosco war Bauernsohn; als er zwei Jahre alt war starb der Vater, die Mutter erzog ihn in großer Armut. Mit neun Jahren hatte er seine Berufungsvision: Er sah in einem Hof eine Horde herumlungernder und fluchender Gassenjungen; als er dazwischen fahren wollte, sprach ein vornehmer und von innen heraus leuchtender Mann zu ihm: „Stelle Dich an die Spitze der Jungen! Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst Du dir diese zu Freunden gewinnen.” Auf seinen Einwand, er könne das nicht, teilte der Mann ihm eine „Lehrerin” zu, eine „majestätische Dame”, die ihn in einer „Vision in der Vision” sehen ließ, wie an Stelle der Buben plötzlich alle möglichen Tiere herumtollten: Löwen, Schafe, Hunde, Katzen, die sich neckten, spielten und den vornehmen Mann und die Frau freudig begrüßten. Auf seinen erneuten Einwand, nicht zu verstehen, teilte die Dame ihm mit: „Zu gegebener Zeit wirst Du verstehen!”
1841 erhielt Johannes Bosco die Priesterweihe und arbeitete in der Seelsorge an der Arbeiterjugend und an verwahrlosten Jugendlichen in Turin als „Don Bosco”. Der Rettung der Jugend galt sein Leben. Er richtete in benachteiligten Stadtvierteln Schulen ein, dazu Heime und Ausbildungsstätten, nutzte die Möglichkeiten der Presse und gab Zeitschriften und Bücher heraus. Don Bosco hatte eine großartige Begabung, auf Menschen zuzugehen und sie für sich und über sich für den Glauben zu gewinnen; er wird als fröhlich, witzig, heiter und immer wohlwollend geschildert. Bei Gefängnisexerzitien erwirkte er die ministerielle Sondererlaubnis, mit 300 Gefangenen einen unbewachten Ausflug zu machen. Keiner nutzte die Gelegenheit zur Flucht.

Statue in der Kirche San Tommaso da Villanova in Castel Gandolfo bei Rom
1846 gründete er das Oratorium vom Heiligen Franz von Sales, ab 1859 organisierte er die Kongregation der Salesianer mit der Aufgabe der Erziehung schwieriger Jugendlicher, die 1874 von Papst Pius IX. bestätigt wurde. Mit Maria Mazzarello gründete er 1872 auch die Genossenschaft der Mariahilfschwestern. 1876 rief er die „Fromme Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter” ins Leben. Schon zu seinen Lebzeiten gab es 250 Häuser in Europa und Amerika, die in seinem Geist arbeiteten. 130.000 Jungen fanden darin ein Zuhause, jährlich wurden 18.000 Lehrlinge ausgebildet; 6000 Priester sind allein zu seinen Lebzeiten daraus hervorgegangen.

Die Salesianer Don Boscos sind heute mit 19.000 Mitgliedern einer der größten Männerorden und weltweit in der Erziehung und Betreuung schwer erziehbarer und verwahrloster Jugendlicher tätig.

1929 sprach Papst Pius XI. Bosco selig und am 1. April 1934 heilig.

Halloween: Katholiken in Italien fordern Heilige statt Kürbisse

Sonntag, Oktober 31st, 2010
Heilige

Heilige

Rom (kath.net/KAP) “Holyween” statt “Halloween”: In Italien machen sich junge Katholiken für eine christliche Alternative zum Fest “Halloween” stark. Statt Kürbisse solle die Bevölkerung in der Nacht von kommenden Sonntag auf Montag Heiligenbilder in die Fenster stellen, forderte die Initiative “Morgenwachen” auf ihrer Webseite. Dieses “Holyween” solle jedoch keineswegs ein “Anti-Halloween” sein, es gehe vielmehr darum, die Tradition der Heiligenverehrung wieder ins Bewusstsein zu rufen.

In rund 30 italienischen Städten, unter ihnen Ravenna und Padua, bleibt in der Nacht vom 31. Oktober auf 1. November jeweils zumindest eine Kirche geöffnet, meldete die römische Tageszeitung “Il Tempo” (Donnerstag-Ausgabe). Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, veranstaltet am kommenden Samstag in der Innenstadt von Genua einen Umzug zur Wiederentdeckung christlicher Traditionen.

Das berühmteste kirchliche Verdikt über “Halloween” stammt von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone: “Das Europa des dritten Jahrtausends lässt uns nur Kürbisse und nimmt uns die wertvollsten Symbole”, hatte Bertone im November 2009 in der Debatte um Kruzifixe in Schulklassen gesagt.

Maria Magdalena

Donnerstag, Juli 22nd, 2010

Am heutigen Donnerstag feiert die kath. Kirche das Fest der Heiligen Maria von Magdala.
Von ihr wird erzählt, dass Jesus sieben böse Geister aus ihr vertrieben hatte, bevor sie zu seiner treuesten Anhängerin wurde, die ihn sogar bis unter das Kreuz begleitete. Sie wurde zur ersten Zeugin der Auferstehung und erhielt von Jesus den Auftrag, den Jüngern die Botschaft zu bringen. Deshalb gaben ihr die Kirchenväter den Ehrentitel “apostola apostolorum”, die Apostolin der Apostel. Lange Zeit wurde sie als Sünderin, als reumütige Sünderin dargestellt. Erst unsere Zeit besinnt sich auch auf ihre große Bedeutung als erste Zeugin der Osterbotschaft.