Um die Wirkung der Pille zu verstehen, sollte man zuerst wissen, was im Körper der Frau vorgeht, d.h. welche Veränderungen sich jeden Monat in ihrem Organismus vollziehen. Die Monatszyklen (Menstruationszyklen) werden durch das Abnehmen und die erneute Bildung verschiedener Hormone (Botenstoffe) im Blutkreislauf verursacht. Bestimmte Drüsen schütten diese Hormone in das Blut aus.
Die Eierstöcke (Keimdrüsen) haben zwei Funktionen: die Produktion und Abgabe von weiblichen Eizellen und von Hormonen in den Blutkreislauf. Es befinden sich ca. 400 000 unreife Eizellen in den Eierstöcken einer Frau. In jedem Monatszyklus reift normalerweise in einem Eierstock eine Eizelle heran. Im Normalfall dauert ein Zyklus 28 Tage. In der ersten Zyklushälfte reift in einem Eierstock eine Eizelle (Ovum) im Eibläschen (Follikel) heran. Sobald sie reif genug ist, etwa um den 14. Zyklustag, platz der Follikel und die Eizelle wird freigesetzt. Das Platzen des Follikels und die damit verbundene Freigabe des Eies nennt man Eisprung (Ovulation). Das freigesetzte Ei wird von seetangartigen Fransen (Fimbrien) am äußersten Ende des Eileiters (Tube) erfasst. Darauf beginnt seine Reise durch den Eileiter zur Gebärmutter. In der Zeit, die etwa 12-24 Std. dauert, kann die Eizelle im Eileiter auf die männliche Samenzelle (Spermium) treffen, so dass es zu einer Befruchtung (Fertilisation) kommt. Die Befruchtung wird auch Empfängnis (Konzeption) genannt. Kommt es zu keiner Befruchtug der Eizelle, erfolgt die monatliche Regelblutung der Frau.
Vielfältige Wirkung der Pille: Gestagene und Östrogene beeinflussen nicht nur den Eierstock, sie verlangsamen auch die Beweglichkeit des Eileiters, verändern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und beeinträchtigen den Gebärmutterhalsschleim gegenüber Samenzellen. Darum wird auch der Transport des befruchteten Eies durch den Eileiter bei Frauen, die die Pille einnehmen, verlangsamt und die befruchtete Eizelle erreicht deshalb die rettende Gebärmutterschleimhaut oft zu spät d.h. quasi ausgehungert. In anderen Fällen vermag die Eizelle sich überhaupt nicht in die durch die Pille beeinträchtigte Gebärmutterschleimhaut einzunisten.
In beiden fällen stirbt die befruchtete Eizelle / Embryo ab.
Rund 20 000 Frauen werden – statistisch gesehen – jedes Jahr allein in den alten Bundesländern schwanger, obwohl sie regelmäßig die Pille einnehmen. Und was geschieht dann??





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