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Katholische Fremdwörter Nr. 43: Vom Glauben an den Teufel


13. Januar 2012 von Johannes
Ich halte es nicht für unproblematisch, den Teufel zu einem hübschen Tierchen zu verniedlichen.

Ich halte es nicht für unproblematisch, den Teufel zu einem hübschen Tierchen zu verniedlichen.

Mit der Frage „Glauben Sie an den Teufel?“, stürmten gestern ein paar Schüler meinen Arbeitsplatz. Sie kamen aus der zehnten Klasse gerannt und waren in einem ihrer Unterrichtsfächer eher nebenbei auf das Fegefeuer zu sprechen gekommen. Jetzt kamen sie mit ihrer Frage.
Es war, wie immer nur wenig Zeit, und ich konnte nur eine kurze Antwort geben. Die lautete „Ja und nein“, mit einer all zu knappen Erklärung. Dass sie wieder kommen würden, wusste ich. Das tun sie nämlich immer, wenn man eine Antwort gibt, die wohl eine ist, die zugleich aber unbefriedigend ist und noch mehr Fragen offen lässt, als gestellt wurden.

Ja, ich glaube an den Teufel, wie ich glaube, dass es Heuschrecken, Lastkraftwagen, Mathebücher und den Mobiltelefone gibt; die reine Existenz also. 

Ich glaube nicht an den Teufel, sobald Glauben etwas mehr meint. Wenn ich einem meiner Schüler, der vor einer schweren Aufgabe sage, ich glaube an ihn, dann bestätige ich ihm nicht, dass sein Vater ihn gezeugt und seine Mutter ihn geboren hat. Mit meinem Satz schenke ich ihm etwas. Ich gebe ihm mein Vertrauen, ich setze auf ihn und versuche ihn mit meinem Zuspruch zu motivieren. Diese Art Glauben investiert etwas in eine Person, und dieses Glauben verweigere ich dem Teufel, ebenso, wie ich einem Extremisten nicht bereit wäre, eine Waffe in die Hand zu drücken. Mit dem Teufel spricht man nicht und über ihn nur wenig!

Die Frage meiner Schüler zielte eigentlich nur auf die reine Existenz: Ob ich glauben würde, dass es den Teufel gibt und fertig. Von daher hätte es gereicht, wenn ich die zweite, tiefere Weise des Glaubens gar nicht erwähnt hätte. Mir hätte jedoch nicht gereicht, nur sie zu geben.
Wenn ein Kind seine Mutter fragt, ob es die bösen Menschen gibt, die die Kleinen entführen, dann wird sie nicht nur ja sagen. Sie wird sich zugleich beeilen zu sagen, dass ihr Kind auf keinen Fall mitgehen dürfen, wenn ein Onkel mit Schokolade winkt.

Es gibt nunmal Dinge, deren reine Existenz gleich zur Aufgabe werden. Wenn jemand gegen sein bisheriges Vermuten herausfindet, dass ein vermisstes Familienmitglied doch noch lebt, dann reicht es nicht, wenn er das nur weiß. Er verspürt sogleich so etwas wie eine heilige Pflicht, herauszufinden, wo es sich aufhält, um Kontakt aufzunehmen.

Mit Gott ist es ähnlich. Ein Atheist, der die Anwesenheit Gottes in seinem Leben entdeckt, wird die Auskunft der Existenz nicht reichen. Er wird sogleich überlegen, wie er mit seinem Leben darauf antwortet. In diesem Sinn sagt der heilige Thomas, religiös sein bedeute immer auch, dem Schöpfer die ihm zukommende Ehre zu erweisen. In Sachen Teufel stellt sich das sozusagen negativ dar. Das Ahnen oder Wissen um seine Existenz fordert eigentlich sofort den Entschluss, ihm jede Zusammenarbeit zu verweigern.

Es reicht also nicht, nur zu sagen, ob es den Teufel gibt. Man sollte gleich dazu sagen, was er für einer ist, was er vor hat  und wie es mit seinen Möglichkeiten bestellt ist. Deshalb darf die Antwort hier nicht zu kurz sein; man sollte eine Fortsetzung provozieren. Ich bin gespannt, wann meine jungen Freunde wieder kommen.

Fundstück


13. Januar 2012 von Johannes

Auf den römischen Märkten verkaufen sie auch diese auf alt gemachten Steintafeln. Die liegen zu hunderten an den Ständen herum.

Seneca1


Eine davon hätte ich mir sofort mitgenommen, wenn sie irgendwo in unsere Wohnung passe würde:

Seneca

“Für den, der nicht weiß, welchen Hafen er ansteuern soll, ist kein Wind der richtige.”
Ein Prost auf den alten Seneca!

Minipapsting: Mein Liebling unter den Päpsten


12. Januar 2012 von Johannes

Ich weiß eigentlich nicht, warum, aber für den heiligen Pius unter den Päpsten hatte ich schon immer die größten Sympathien.
Hier hab ich noch zwei schöne Bilder von ihm aufgetan.

Einmal mit etwas struwweligen Haaren, dafür aber in perfekter Biretthaltung...

Einmal, noch vor seiner Wahl, mit etwas struwweligen Haaren, dafür aber in perfekter Biretthaltung...


Und eins in voller Würde, mit gewohnt sorgevollem Blick allerdings.

Und eins in voller Würde, allerdings auch mit gewohnt sorgevollem Blick.

Das zum Beispiel


12. Januar 2012 von Johannes

Uglaublicher Handstand.

Schreibpause


12. Januar 2012 von Johannes

Wie Ihr wisst, schreibe ich meine Texte so gut es geht früh morgens, bevor ich zur Arbeit muss. Wenn viel zu tun ist oder wenn ich aus anderen Gründen nicht gut so früh und vor allem frisch aus den Federn kann, dann geht das leider zu Lasten des Schreibens. Daher muss ich, was das Verfassen von Texten angeht, noch ein wenig um Geduld bitten. Hab halt drei Jobs zu erledigen.
Ansonsten, was das kleine Zwischendurch angeht, das in den kurzen Pausen erledigt werden kann, wird hier fleißig weiter gebloggt!

Gruß allen

Und Flieger auch!


12. Januar 2012 von Johannes

Flieger


Wolken


12. Januar 2012 von Johannes

sind etwas Wunderbares!

Another Cloud Reel … from Delrious on Vimeo.

St. Peter früher


11. Januar 2012 von Johannes

Wie jeder weiß, gibt es die lange Straße vom Tiber zum Petersplatz ja erst seit Mussolinis Zeiten. Früher hat das Viertel bekanntlich so ausgesehen:

Peter1

Jetzt habe ich ein Bild gefunden, das ein Dienstmädchen auf der Dachterasse eines der früheren Häuser zeigt, und das beim Tischtuchflicken einen ausgezeichneten Blick auf St. Peter hatte. Ziemlich exklusiv, würde ich sagen.

Peter2

Das waren die Zeiten, in denen man noch mit der Kutsche unter die Fenster des Papstes fuhr.

Peter3

Mainstreammedien


10. Januar 2012 von Johannes

Alle mal rüber zu Alipius!
Der kommentiert und bringt auf den Punkt, was die lieben Zeitungen wieder mal aus einer Rede des Papstes fabrizieren. Es stehen einem die Haare zu Berge!

Für diejenigen, die, wie ich derzeit, zu müde sind, sich mit der dämlichen Medienwelt unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen empfehle ich einen Einkauf im entsprechenden Etablissement.


Mainstream

Rupert Mayer


10. Januar 2012 von Johannes

Die Heiligen sind die, die etwas mehr und Tieferes erkannt haben.

Der selige Rupert


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