Vielleicht noch einmal ein Cover von Rolling in the deep?
Zuvor hatte ich ja schon mal irgendwo dieses hier gebracht, das ich persönlich für ziemlich unschlagbar halte.
Vielleicht noch einmal ein Cover von Rolling in the deep?
Zuvor hatte ich ja schon mal irgendwo dieses hier gebracht, das ich persönlich für ziemlich unschlagbar halte.

Der heilige Bernhard von Clairvaux. Törichte Menschen sagen schon mal, die Mystiker seien etwas dumm, weil sie fü die unwichtigen Dinge keine Augen haben.
Es geht also um Dick-, Dünn-, Hübsch- und Hässlichsein. In unserer Welt gelten Maßstäbe, mit denen wir tagaus tagein gemessen werden. In Wirklichkeit aber gelten sie gar nicht.
In der geistlichen Schule erzählte man sich vom heiligen Bernhard eine eigentümliche Geschichte. Man sagte, habe die Decke seiner eigenen Kirche nicht gekannt, obwohl er sich lange Jahre in ihr aufgehalten hatte.
Bernhard war ein Mönch und der Vorsteher seines Klosters. Das bedeutet, er hat Tag für Tag stundenlang in der selben Kirche und am selben Platz gestanden, gebetet und gesungen. Jetzt heißt es, er habe nach all den Jahren nicht einmal gewusst, wie die Decke seiner Kirche aussah; er hat sie schlicht und einfach nicht gesehen.
Man kann die Geschichte verstehen, sobald klar ist, dass sehen ist nicht gleich sehen ist. Es gibt ein Sehen, bei dem man sich aufhält und es gibt ein Sehen, bei dem man sich nicht aufhält; ein Sehen ohne zu sehen.
Wenn Schnee fällt, sieht man am Fenster abertausende Flocken auf die Erde fallen. Man sieht sie alle. Es fällt aber nur eine auf, weil sie ungewöhnlich aussieht. Die begleiten wir dann mit interessierten Blick.
Wenn wir durch den Regen fahren, sehen wir viele Tropfen auf uns zukommen. Aber nur der eine ganz besondere, der genau auf den Spiegel zufliegt, der erregt unsere Aufmerksamkeit. Wir sehen alle Tropfen, wirklich aber nur den einen.
Man kann also etwas sehen, ohne es wirklich zu sehen. Zum wirklichen Sehen gehört nämlich etwas, was wir Bedenken nennen. Sobald die eine Schneeflocke auffällt, stellt sich sogleich unser Bedenken ein. Wir sehen kurz, dass etwas nicht normal ist. Dann bedenken wir, was es ist und warum es auffällt. Dann sind wir entzückt über die hübsche Ausnahme. Wirkliches sehen bedeutet, dass wir das Entdeckte wenigstens ganz kurz mit unserer Vernunft erwägen. Daraus ziehen wir dann sogleich Schlüsse. Dann erst finden wir das Gesehene dick oder dünn, hässlich oder entzückend. Aus diesem Erwägen heraus lachen oder weinen wir.
Bernhard hat seine Kirchendecke die ganzen Jahre über gesehen. Sein Blick ist aber nie an ihr hängen geblieben. Er hat sie nie bedacht und deshalb nie im Gedächtnis gespeichert. Das bedeutet, er hat sie nie wahrgenommen, obwohl er sie immer gesehen hat. Das ist das eine.
Wir sollten kurz eine weitere Unterscheidung einführen. Es gibt Dinge, die sind wichtig, und Dinge, die unwichtig sind. Wir sagen, es ist dumm, sich an unwichtige Dinge zu klammern, während die wichtigen an uns vorbei schwimmen. Es ist dumm, den Sack fest zu halten, während die Millionen in aller Ruhe aus ihm heraus geweht werden.
Bei den Menschen ist es nun so, dass sie vergehen. Würden wir ein Menschenleben in Zeitraffer sehen, läge da erst ein Baby. In Sekundenschnelle erhebt es sich. Es wächst, wird jugendlich und hat einen kräftigen, gesunden Leib. Sehr bald schon wird es älter und sein Körper wird schwach, faltig und gebeugt. Alles geht sehr schnell und im Nu ist der Mensch wieder verschwunden.
Wir dagegen erleben, wenn man so möchte, unser Leben in Zeitlupe. Wir haben immer Zeit, uns in Ruhe mit dem auseinander zu setzen, was gerade ist. Das liegt daran, dass wir die Zeit als etwas empfinden, was ganz langsam geht.
Wenn ein Mädchen weint, weil es zu dünn ist, hat sein Opa schon Recht, wenn er sagt, das gehe schnell vorbei. Im Moment aber ist es die größte Katastrophe. Der Opa hat Recht, weil er weiß, wie zügig alles in Wirklichkeit vergeht. Es gibt also Nebensächlichkeiten, die nicht zählen bräuchten und Dinge, die bedeutend sind. Die wichtigen Dinge nennen die Christen bleibend und von den unwichtigen sagen sie, dass sie vergehen oder vergänglich sind.
Nun glauben wir, dass jeder Mensch einen Kern hat, der nie vergeht. Er hat einen Kern, der ihm in Ewigkeit bleibt und als der er eine ganze Ewigkeit leben wird. Diesen Kern nennen wir Herz oder Seele. Der Mensch, der gestern noch ein Baby war, der heute erwachsen ist und morgen als Greis die Welt wieder verlässt, hatte die ganze Zeit etwas, was immer geblieben ist. Er war immer genau dieser eine Mensch.
Weise Menschen richten ihren Blick auf diesen Kern, während sie sich an den Äußerlichkeiten, die sich dauernd ändern und vergehen nicht hängen bleiben; es wäre töricht. Deshalb sagen wir: Christus, der selbst die Weisheit ist, sieht eigentlich nur die Seele. Die Menschen, die sich zu dick, zu dünn oder zu hässlich finden, können sich bei Christus trösten. Er sieht das alles gar nicht, genau so wenig, wie der heilige Bernhard die Decke seiner Kirche. Den Kern aber, das Herz, die Seele, die Liebe und was den Menschen ausmacht, das sieht er sehr wohl, und er sieht es mit dem Entzücken der großen, göttlichen Liebe; und die vergeht niemals.
“Am Morgen des 6. Juli 1809 drangen die Franzosen, nach Sprengung der Tore, mit Leitern und Stricken über die Mauern des Gartens in den päpstlichen Palast. Sie entwaffneten die päpstliche Garde. Der Papst erwartete sie sitzend, mit der Stola bekleidet und den Kardinälen Pacca und Dispuig, wie verschiedenen Prälaten umgeben. Der General stand mit 20 Offizieren vor ihm und fragte ihn nach minutenlangem Schweigen verlegen, ob er auf seien Staat verzichten wolle, was dieser jedoch ablehnte. Hierauf verkündete ihm der General seinen Auftrag, die Festnahme des Papstes. Eine halbe Stunde wurde ihm gewährt und der Papst nahm lediglich ein Kreuz und sein Brevier mit, bevor er einen festverschlossenen Wagen bestieg. Ohne Kleider, in Hitze und durstig fuhr er 40 Tage gen Norden. Doch überall erkannte man ihn und die Durchfahrten wurden zu einem Triumphzug, denn die Bevölkerung liebte ihn. Nachdem die Kutsche umgestürzt und die Menge zum Segen angeströmt war, logierte man ihn in dem Zimmer ein, in welchem bereits sein Vorgänger übernachtet hatte. Womit keiner gerechnet hatte, je näher man Frankreich kam, desto größer wurde der Enthusiasmus. In Lyon trennte man ihn von Pacca, der nach Valence abgeführt wurde. Die Fahrt ging weiter und in Nizza waren die Straßen sogar mit Blumen geschmückt und vor dem Haus des Papstes sang man die ganze Nacht Kirchenlieder. Am 17. August traf Pius in Savona, dem Endziel, ein.” (Quelle)
Wir sind gewohnt, in den Päpsten Männer zu sehen, die in aller Ruhe im Vatikan sitzen und von da aus die Kirche führen. Früher war das alles andere als selbstvesrständlich. Pius VII. musste sich mit Napoleon herumschlagen und hatte eine schwere Gefangenschaft durchzustehen. Es loht, sich einmal etwas eingehender mit der Geschichte der Päpste wirklich auseinander zu setzen.

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Die Gefangennahme

Krönung Napoleons.

Krönung Napolenons Detail.

Detail aus seinem Grabmal in St. Peter

Wappen.
Graffitis nerven mich meistens. Es gibt aber auch wirklich gute.
Hier mal drei hochwertige, würd ich sagen.

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3. Mein Favorit.
Eigentlich wollte ich meinen Artikel erst morgen oder übermorgen reinstellen, um nicht mit zu viel auf einmal zu kommen. Der werte Alipius hat aber auf seinem Blog hingewiesen, dass Elsa auf ihrem eine Dikussion zum Theater um den Ablass anregt. Weil mein kleiner Beitrag vielleicht ganz gut passen könnte, kommt er doch jetzt schon. Ecco:

Wir sind nicht verpflichtet, Nietzsche zum Kirchenlehrer zu erheben!
Einer lieben Banknachbarin hat der letzte Satz im letzten Kapitel zu Nietzsches Satz gefallen. Nietzsche hatte im Zarathustra geschrieben, die Christen müssten erlöster aussehen und andere Lieder für ihn singen, damit er ihre Botschaft glauben könne.
Mit Verlaub, Nietzsche nimmt sich zuviel heraus und verwechselt da etwas. Er vertauscht die Positionen in der Frage, wer eigentlich von wem etwas zu fordern hat.
Seit wann sagt der Verdurstende zum Wasserträger, er solle das rettende Nass gefälligst anwärmen?
Seit wann fordert der Sünder, der Priester habe den Beichtstuhl gefälligst zu polstern, damit er so gnädig ist und seine Sünde bekennt?
Nietzsche scheint nicht zu wissen, wie Erlösung geht.
Da ist die Geschichte mit dem verlorenen Sohn. Der verlangt von seinem wohlhabenden Vater sein Erbe. Der zahlt es ihm aus. Der Jüngling verprasst das Geld seines Vaters. Er feiert Gelage, lässt sich von seinen Gelüsten an der Nase herumführen und landet schließlich bei den Schweinen. Dort erkennt er seine Lage, bekehrt und überwindet sich. Er macht sich auf zum Vater und fällt demütig vor ihm auf die Knie.
Was wäre von ihm zu halten, wenn er verlangte, der Vater solle gefälligst vor ihm niederknien, damit er wieder heim komme?
Christus ist ein einziges Mal gequält und gekreuzigt worden. Noch einmal wird man das nicht mit ihm machen können. Jetzt gilt, was er der Kirche durch den Mund seiner Dienerin Faustyna hat sagen lassen: „Wer nicht bereit ist, durch das Tor meiner Barmherzigkeit zu gehen, der muss vor meiner Gerechtigkeit erscheinen.“
Christus ist nicht der ewige Bittsteller, der von seinen hochmütigen Kindern an der Nase herumgeführt werden kann. Er hat die Erlösung bewirkt, damit die armen Sünder gerettet werden können. Nicht aber die, die sich vermessen und meinen, sie hätten das Heft in der Hand, um immer noch die Bedingungen nach ihrem Gutdünken aufstellen zu können.
Es sind die Sünder, die umzukehren haben. Es sind die Sünder, die in sich gehen müssen, um einzusehen, wo der Fehler liegt, der ihr Elend verursachte. Wenn die Hochmütigen nicht umkehren, wird ihnen jedes Tor verschlossen bleiben. Das wird die Kirche auch denen zu sagen haben, die das alles noch überhaupt nicht einsehen.
Apropos Kirche. Jesus sagt seinen Aposteln: „Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.“ Das spricht er aus dem Bewusstsein, der Sieger zu sein, und der, der am Ende triumphieren wird.
Die Kirche hat in der Nachfolge der Apostel auch mit dieser Stimme zu sprechen. Es ist nicht recht, auf die Falschen zu hören und den Ablass abzuschaffen, nur damit man um jeden Preis Zuhörer gewinnt. Es ist nicht recht, auf das Bekenntnis zu verzichten, damit diejenigen nicht weglaufen, die es hören müssten.
Die katholische Kirche sieht sich in der wahren Nachfolge der Apostel. Deshalb gehört es zu ihren Aufgaben, den Nietzsches dieser Welt zu sagen, dass sie mit ihrem Hochmut auf dem Holzweg sind, der in die Irre führt.
Natürlich versagen immer wieder die Nachfolger. Natürlich werden immer wieder gerade die Prediger ihren Anforderungen nicht gerecht. Natürlich verwässert die Kirche vielerorts ihre eigene Botschaft. Für die Nietzsches der Welt sollte das aber nicht das Thema sein. Ihnen wird es nichts nützen, wenn sie am Ende nur darüber zu reden wünschen, um ihre eigene Lage übergehen zu können.
Es gibt auch noch die guten Nachfolger. Es gibt immer noch genug, die leben, wie sie sollen, die ihre Aufgabe erfüllen und tun, was ihr Herr ihnen gebietet. Zu denen sollen sie gehen und Schüler, nicht Lehrer sein.
Mit einem kleinen Gruß an meinen Freund Murat:
Wo die wohl herkommen?


Die selige Mutter Teresa von Kalkutta
Wenn Nietzsche also sagt, die Christen müssten ihm erlöster aussehen, dass er an ihre Botschaft glauben könne, dann wird noch viel dazu zu sagen sein.
Mancher wird allerdings auch froh sein, dass die Christen nicht “erlöster” daher kommen. Es gibt Leute, die sind am schwersten zu ertragen, wenn sie gute Laune haben. Sie überfallen einen mit ihrer sprühenden Energie, wie wenn man früh morgens mit gleißendem Licht aus dem lieben Schlaf gerissen wird.
Wenn man selbst bedrückt ist, dann kann einem die leichtfüßige Heiterkeit der Verliebten schon mal auf die Nieren schlagen. Besonders schwer zu ertragen sind die vielen, gut gemeinten Ratschläge derer, die nie wirkliche Probleme hatten. Jeder Bedrückte weiß, wie man unter dem Unverständnis der immer gesunden Gewinner im Leben leiden kann.
Da war ein Leidender, dem das Schicksal übel mitgespielt hatte. Er war im Krankenhaus gelandet und hätte sich so gern nur mal etwas erholt. Ich konnte ihn gut verstehen, als er einen der Christen aus dem Zimmer bat und ihm sagte, er solle ihn doch bitte mit seiner Liebe in Frieden lassen.
Der Heilige Franz von Assisi hat seinen Jüngern streng untersagt, ihre schlechten Launen auszuleben. Er verbot ihnen mit Nachdruck, ihre Mitmenschen unter ihren Launen leiden zu lassen. Ich würde sagen, das hat nicht nur für die schlechten Launen zu gelten, sondern auch für die guten. Gute Launen sind manchmal ebenso schwer zu ertragen, wie schlechte. Oft sind sie genau so plump und trampeln einem mit schweren Stiefeln in der Seele herum.
Ich stimme Nietzsche zu, wenn er sagt, die Christen müssten erlöster aussehen. Ich lehne aber ab, wenn er im gleichen Atemzug fordert, sie müssten ihm bessere Lieder singen, damit er ihnen glauben könne. Es ist ein Irrtum anzunehmen, die erlöste Heiligkeit müssten mit fröhlichen Liedern daher kommen. Die Erlösten hätten dauernd zu tanzen, und die frohe Botschaft der Christen müsse gefälligst tönen, wie rauschende Siegesfeiern.
Wenn es ein besonderes Bild für einen erlösten Menschen im Katholischen gibt, dann ist es das von Maria, der Mutter Jesu. Sie ist ein Prototyp, eine Art Urbild des vollkommenen, erlösten Menschen. Wenn man sehen will, wie Erlöstsein ausschaut, dann ist sie das große Bild, das man betrachten sollte. Gerade sie aber sieht man nicht auf rauschenden Bällen grölen und auf Siegesfeiern taumeln. Gerade sie sieht man mit den Leidenden weinen und in sanfter, sensibler Freude die spielenden Kinder beobachten. Gerade Maria ist die eher stille Person, die alles in ihrem Herzen erwägt und die ihr Inneres nicht dauernd auf der Zunge führt, um es über die Welt auszugießen.
Ein anderes Beispiel eines modernen, erlösten Vorbildes mag Mutter Theresa von Kalkutta sein. Obwohl sie eine wahre Siegerin des Menschlichen ist, hört man sie nicht jene Lieder singen, die Nietzsche verlangte, damit man ihn überzeugen könne. Die erlöste Heiligkeit leuchtet; aber nicht immer so, wie es von den anderen verlangt wird. Sie sind es, die bereit sein müssen, ihre Vorstellungen zurück zu nehmen.