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Katholische Fremdwörter Nr. 41: Modernismus, eine Erklärung


7. Januar 2012 von Johannes
Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.

Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.

Ich habe das Wort Modernismus eingeführt und sollte vielleicht wenigstens kurz erklären, was ich damit meine.
Wenn mich mein legendärer Marsmensch des Nachts wieder besuchen käme und vom Menschen etwas erfahren wollte, dann würde ich ihm viel erzählen können. Er würde erfahren, dass ein Mensch ganz klein zur Welt kommt. Dass er da noch keine Zähne hat, dass er noch nicht laufen kann, nicht sprechen und dass er in keiner Weise selbst für sich sorgen kann. 
Später wächst er heran, er wird groß und selbständig, er verändert sein Aussehen und sorgt für sein Dasein. Später wird er alt, grau und wieder gebrechlicher.

Wenn mein nächtlicher Gast mich zu früh verlässt und ich versäume, etwas Entscheidendes zu sagen, wird er vielleicht eine ganz falsche Meinung vom Menschen haben. Er wird glauben, dass sich der Mensch im Laufe seines Lebens total verändert. Damit könnte er auf den Gedanken kommen, dass sich alles an ihm ändert und nichts bleibt.
Unsere Biologen stellen fest, dass sich die Zellen im Laufe ihres Lebens zum allergrößten Teil komplett erneuern. Das meiste ändert sich also und könnte meinen Freund veranlassen zu glauben, dass sich alles ändert.
Der Schluss liegt nahe, ist aber falsch.

Zeigt man einem Fremden ein Babyfoto, ein Foto aus der Jugend und eins aus dem Alter, wird er meinen, man zeige ihm drei verschiedene Menschen. Genau das stimmt aber nicht. Ganz entscheidend ist ja, dass die drei völlig verschiedenen Typen ein und dieselbe Person geblieben sind.
Ich müsste meinem nächtlichen Freund etwas über das erzählen, dass es eine bleibende, personale Existenz gibt: So ziemlich alles ändert sich. Das Entscheidende beim Menschsein ist aber gerade, dass die Person etwas ist, was durch alle Veränderungen hindurch gleich bleibt. Der Mensch bleibt derselbe Mensch, ganz gleich, was mit ihm passiert und was man mit ihm anstellt.

Wenn mein grüner Freund eines Nachts wieder kommen würde und wissen wolle, worin denn das Bleibende bestehe, dann müsste ich ihn bitten, bis zum Morgengrauen zu bleiben. Es wäre nämlich nicht ganz einfach, ihm darzulegen, was eine menschliche Person ausmacht und was vor allem dafür sorgt, dass sie bei allen großen Veränderungen unveränderlich bleibt.

Vielleicht würde ich ihm sagen, dass man einem Menschen – theoretisch – die Arme, die Beine und den Rumpf nehmen könnte. Er würde immer noch dieser Mensch bleiben, zu dem man Du sagen kann. Wenn man weiter gehen würde; man würde an einen Punkt kommen, wo man dem Kern des Menschen nichts mehr wegnehmen kann, ohne ihn mit einem Mal zu vernichten.
Vielleicht würde ich ihm ein Nashorns als Beispiel nennen. Ein solcher Dickhäuter, dem man mit einem Schuss sein Leben nimmt, ist im strengen Sinn kein Nashorn mehr. Da liegt zwar noch der Kadaver. Das Nashorn aber ist weg. Wir sagen zwar, da liegt ein totes Nashorn. Genau genommen ist es aber eher ein ehemaliges als eins, das wirklich noch ein Nashorn ist. Etwas philosophisch und aristotelisch kann man sagen: Das Leben macht das Sein des Tieres aus. Nimmt man ihm sein Leben, dann ist er kein wirkliches Tier mehr.

Mein nächtlicher Besuch würde jetzt wissen wollen, wie das mit dem Leben des Menschen ist. Spätestens da müsste ich meinen christlichen Glauben einführen. Der nämlich bestimmt ab hier alles, was ich sage.
Wenn nun mein Freund regelmäßig kommen würde und wir Zeit hätten, über die Kirche zu sprechen, dann müssten wir auf ganz ähnliche Themen kommen. Ich würde ihm erklären, dass auch sie sich, wie ein Mensch, laufend verändert. Ich würde ihm erklären, dass auch die Kirche einen Kern hat, den man nicht verändern kann. Wenn wir diesen Kern umschreiben wollen, dann erzählen wir uns Sätze, die ganz verschieden lauten, und die wir unter dem Begriff bleibende Wahrheiten einordnen.

Auf die Länge würde ich meinem neuen Freund der Vollständigkeit halber allerdings auch sagen müssen, dass es Menschen in der Kirche gibt, die das alles gar nicht glauben. Ich würde ihm sagen müssen, dass es Leute gibt, die nicht an etwas Bleibendes glauben, weder in Sachen Mensch, noch in Sachen Kirche. Ich würde ihm sagen, dass es Leute gibt, die meinen, dass sich grundsätzlich alles ganz verändert und dass auch in der Kirche kein Kern stehen bleibt, der allem Verändern entzogen bleibt. Ich würde ihm sagen müssen, dass es in der Kirche Leute gibt, die nicht glauben, dass es einen innersten Kern gibt, den es zu schützen gilt. Diese Leute würde ich Modernisten nennen.

Früh übt sich, wer ein Meister werden will


7. Januar 2012 von Johannes
Küss' die Hand, Gnädigste!

Küss' die Hand, Gnädigste!

Glückwunsch und große Freude!


6. Januar 2012 von Johannes
Woelki und Becker

Prof. P. Becker SJ und Erzbischof Rainer Maria Woelki.


Es hat sich sicher schon herumgesprochen!
Papst Benedikt hat ein Konsistorium angekündigt, in dem Erzbischof Woelki und P. Karl Josef Becker SJ zu Kardinälen erhoben werden.
Für mich persönlich in zweifacher Hinsicht eine große Freude. Erzbischof Woelki wurde anlässlich seiner Ernennung zum Erzbischof von Berlin bereits als “Skandal-Bischof Rainer Maria Woelki, der schon ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz oft Schlagzeilen machte!” (Mit Dank an Josef Bordat für seinen wieder mal wunderbaren Kommentar!) betitelt, schon bevor er auch nur ein einziges öffentliches Wort gesagt hatte. Nach allem, was man hört und weiß, verspricht er eine Mischung aus liebenswürdig und katholisch zu sein.
Bei P. Becker hatte ich während meiner kurzen Zeit in Rom an der Gregoriana das Vergnügen, seinen Ausführungen zu lauschen.

Jetzt fehlt nur noch das Qualitätssiegel, auf das auch Josef wartet: Dass Claudia Roth ihr pontifikales Schweigen bricht, dass Hans Küng die Stimme der schweizerischen Inquisition erhebt oder gar, dass Heiner Geisler uns sagt, was Jesus sagen würde. Ich für meinen Teil freue mich doppelt!

Glückwunsch und Gottes reichen Segen den beiden neuen Eminenzen!

Gedenktag


6. Januar 2012 von Johannes

Nicht zu vergessen wäre, dass heute der sechshundertste Geburtstag der heiligen Jungfrau von Orleans ist.
Eine große Frau, die Papst Benedikt in seiner Ansprache über sie in eine Reihe mit Katharina von Siena stellt. In Jeans Leben und Leiden wird wie kaum sonst wo deutlich, wie tragisch die Verbindung von politisch-staatlichen Interessen mit den Möglichkeiten der theologischen Gelehrsamkeit sein kann. Jeanne wurde von Klerikern als Ketzerin zum Tode verurteilt und hingerichtet, um politische Interessen zu verwirklichen.

Ein Tag wie heute könnte Anlass zum Nachdenken sein, ob die Kirche nicht besonders auch in Friedenszeiten auf der Hut sein und bedenken sollte, dass sie wirklich nur ihren ureigensten Auftrag zu erfüllen hat.


Jeanne

Die hleilige Jeanne d’Arc


Schönes Wochenende!


6. Januar 2012 von Johannes

Als ich in Rom durch die Läden schlenderte, standen bei einem die Türen weit auf und eine warme, chillige Musik erklang auf die Straße.
Ich wusste nicht, wer da was sang. Heutzutage braucht man nur sein Phone unter die Box zu halten und schon suchte einem das Ding den Interpreten aus den Bibliotheken. Hier das Ergebnis jenes sonnigen Tages.

Boozoo Bajou – Rainy Night In Georgia. Das Stück lebt allerdings von einem stark betonten Bass. Also aufdrehen ;)



Katholische Fremdwörter: Inquisition und Ketzerei - ein Grundgedanke


6. Januar 2012 von Johannes
Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.

Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.

Je länger ich über meine Aufgabe nachdenke, über Inquisition und Ketzerei zu schreiben, je mehr drängt sich mir der Gedanke auf, wo unser eigentliches Grundproblem damit liegt.
Kaiser Konstantin hat das Christentum im vierten Jahrhundert erstmals staatlich erlaubt. Nicht nur das. Er fing sogleich an, es zu fördern. Damit wurde die christliche Religion, wie zuvor die heidnische, zur Staatsangelegenheit und zu einem Element der gesellschaftlichen Ordnung.

Von dieser Zeit an galt Ketzerei immer auch als ein Angriff auf die gesellschaftliche Ruhe. Es war der am Ende auch der Kaiser, der im ersten großen Kirchenstreit die Bischöfe zusammenrief, dass sie sich gefälligst einigen sollten. Es war auch der Kaiser, der die ersten Verbannungen von andersgläubigen Bischöfen garantierte. Immer galt, wer die Religion durcheinander bringt, der bringt die Gesellschaft durcheinander.
Gar nicht lange vor Konstantin mussten die Christen aus dem gleichen Grund sterben. Hier waren sie es noch gewesen, die sich weigerten, dem Kult zu dienen, der die Gesellschaft zusammen hielt.

Was gern übersehen wird, ist dieses doppelte Interesse. Es stimmt nicht, dass nur die Kirche einfach ihre Wünsche anmeldete, die Ketzer loszuwerden und den Staat dazu brauchte. Genau so wahr ist, dass auch die Politik ein allergrößtes Interesse hatte, die Ketzer zu finden. Der Staat wollte sich ihrer ebenso entledigen und brauchte die Kirche, sie aufzustöbern.

Wir brauchen nicht immer versuchen, die Kirche aus den Schatten heraus zu reden, in dem sie nunmal stand und steht. Es würde oft schon reichen zu zeigen, dass sie dort nicht allein ist.
Die große Sünde, der sie sich anzuklagen hat ist nicht, dass sie Ketzer für Ketzer hält. Ihr großes Problem ist, dass sie immer mit der ganzen Gesellschaft schuldig wird und nicht vermag, ihr ein kritisches Licht anzuzünden.

Heute haben wir das gleiche Problem in etwas anderer Gestalt. Natürlich hat die Gesellschaft kein Interesse mehr, Ketzer aufzuspüren und zu vernichten. Das liegt aber nicht daran, dass sie nicht mehr auf Jagd geht.
Es sind nur nicht mehr die Ketzer, weil Ketzerei keine gesellschaftliche Bedrohung mehr bedeutet.
Heute sind es, gesellschaftlich gesehen, andere Störenfriede, auf die Jagd gemacht wird. Plassberg stellte in seiner Sendung fest, dass uns heute bereits gelingt, über neunzig Prozent aller Ungeborenen mit Downsyndrom zu finden und abzutreiben.

Wir sehen heute, dass die Kirche in früheren Zeiten zu sehr mit den staatlichen Organen verbündet war und sie für ihre Zwecke nutzte. Ebenso bediente sich der Staat der kirchlichen Mittel, wie der Inquisition, ihre gesellschaftlichen Störenfriede ausfindig zu machen.
Wir erkennen in der modernen Trennung von Kirche und Staat eine große Chance, sich von diesen Verquickungen fern zu halten. Es wäre es ein wichtiges Zeichen seitens der Kirche, sich entsprechend deutlich abzugrenzen. Es scheinen mir aber gerade die modernen Bestrebungen der kirchlichen Annhäherung an die gesellschaftlichen Trends eine Gefahr zu sein, sich wieder in alte Muster zu begeben.
Wenn die Kirche sich in Fragen der Abtreibung, der Euthanasie oder anderer gesellschaftlicher Bewegungen wieder an die Trends anschmiegt, scheint mir das eine ziemlich deutliche Parallele zu sein an Zustände, die uns eigentlich eine Lehre sein müssten.

Heilige Drei Könige


6. Januar 2012 von Johannes

Zu Ehren der heiligen drei Könige ein Griff in die Kiste mit den Andachtsbildchen.

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7. Zwar kein Andachtsbild, aber hübsche Kleinkunst allemal.

7. Zwar kein Andachtsbild, aber hübsche Kleinkunst allemal.


Wenn Wissenschaftler zu Spielkindern werden,


6. Januar 2012 von Johannes

dann kommt womöglich sowas Tolles dabei heraus.


Bild des Tages


5. Januar 2012 von Johannes

Ein schönes Tagesbild habe ich doch noch gefunden.

Drachenfrau

Inquisition


5. Januar 2012 von Johannes

hat auf jeden Fall damit zu tun,
dass mal genauer hingesehen wird.

Fernglas


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