Posts mit Tag ‘Heilige’

Gedenktag

Mittwoch, Februar 8th, 2012

Heute ist der Gedenktag der heiligen Josefina Bakita.
Bakita wurde als junges Mädchen auf Sklavenmärkten gehandelt und landete nach zahlreichen, grausamen Stationen in Venedig. Als ihre Besitzer geschäftlich nach Afrika mussten, brachten sie das Mädchen bei Nonen im Kloster unter. Dort lernte sie den katholischen Glauben kennen. Als die Besitzer sie zurückforderten, weigerten sie und die Schwestern sich. Der Kardinal von Venedig setzte sich dafür ein, Bakita zum freien Menschen zu erklären.
Bakita wurde unter größter Anteilnahme der Bevölkerung von Venedig getauft und durfte nach einer Zeit und mit Sondergenehmigung Ordensschwester werden.
Später unternahm sie zahlreiche Reisen, auf denen sie von ihrem Schicksal erzählte. Sie starb, von schweren Krankheiten geplagt, im italienischen Schio. Die Bewohner der Stadt Venedig zogen in Scharen an ihrem Leichnam vorbei. Ihr Leben wurde zum Gegenstand der Betrachtung und zum Trost für viele.

1

1


2

2


3

3

Katholische Fremdwörter Nr. 52: Die Gnade und die menschliche Güte

Dienstag, Februar 7th, 2012
Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.

Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.

Der heilige Thomas beginnt sein Gnadenkapitel eher ungewöhnlich. Normalerweise beginnt er, wenn er eine Sache erklärt, erst einmal mit der Frage, worum es sich eigentlich genauer handelt.
Als er sich Beispiel beginnt vom Neid zu schreiben, fragt er zunächst, ob der eine Art Traurigkeit sei.
Das Kapitel über die Gottesliebe hebt mit der Frage an, ob sie wohl eine Art der Freundschaft ist.
Es beginnt in der Regel mit einer genaueren Bestimmung dessen, was auf dem Programm steht.

Im Fall des Neides bejaht er übrigens: Der Neid ist sehr wohl eine Form der Traurigkeit, und zwar eine Traurigkeit über die Freude eines anderen. In Sachen Gottesliebe bestätigt er ebenfalls: Das Liebesverhältnis des Menschen zu Gott kann mit Fug Freundschaft genannt werden. Wie das sein kann, erklärt der Lehrer dann auf feine Weise.

Im Kapitel über die Gnade verlässt Thomas sein Schema. Der Leser erfährt in den ersten Erklärungen zwar, dass die Gnade eine Hilfe von Gott ist. Thomas fragt hier allerdings nicht zuerst, was sie genauer ist, sondern wozu der Mensch sie braucht.

Hier werden wir dann auch gleich überrascht: Der Lehrer scheint auf den ersten Blick keine gute Meinung vom Menschen zu haben. Er sagt nämlich, ohne die gnädige Hilfe Gottes könne der Mensch nicht nur nichts Gutes tun, sondern nicht einmal etwas Gutes wirklich wollen! Das dürfte überraschen, denn es unterscheidet sich kolossal von der Selbsteinschätzung des modernen Menschen.

Ich habe den Versuch gemacht. Als mich mein Nachbar einmal bat, ihm an seiner Baustelle zu helfen, gab ich ihm zur Antwort, ich sei zwar ein schlechter Mensch, aber ein guter Handlanger. Mein Gegenüber schaute mich mit großen Augen an und versuchte gleich auf mich einzuwirken, wie wenn man ein weinendes Kind beruhigt; ich sei doch alles andere als ein schlechter Mensch, er würde mich sogar ziemlich gut finden! Ich habe mich dann auch gleich erklärt, ansonsten hätte ich jetzt die Durchwahl seines Therapeuten.
Nach den gewohnten Maßstäben hatte mein Freund wohl Recht. Ich bin beileibe kein besonders guter Kerl, aber wer hierzulande niemanden umbringt und nicht betrügt, wer hin und wieder einen ausgibt, seinen Freunden unter die Arme greift und auch sonst kein Griesgram ist, der gilt schon mindestens als ganz in Ordnung.

Das mag bei den Heiligen wohl auch zutreffen. Unter einem guten Menschen aber verstehen sie offenbar etwas ganz anderes. Als der heilige Philipp in die Jahre kam und vom Sterben sprach, fragte man ihn, ob er dem Allmächtigen nicht das Angebot des heiligen Martin machen wollte. Der hatte dem Herrn gesagt, dass er gern sterben würde, um nach Hause in den Himmel zu können. Wenn es aber noch etwas für ihn zu tun gebe, dann würde er ebenso gern noch weiterleben.
Der heilige Phillip fing an zu weinen und sagte, er könne das Angebot nicht machen, er sei leider nicht von der Sorte Mensch, die Gott für etwas gebrauchen könne.
Der heilige Pfarrer von Ars sagte, die Heiligen könnten sich selbst nicht gut ausstehen, und der heilige Franziskus befahl dem Bruder Leo, ihn mit einem Strick um den Hals durch Assisi zu führen, damit alle sähen, was für ein Esel er sei.

Wir lesen die Geschichten unserer heiligen Helden als fromme Legenden und ihre Einschätzung wird allgemein als überzogene Übung einer noch mehr überzogenen Demut eingeschätzt. Ich glaube, da machen wir einen Fehler.

Alle Heiligen hätten wahrscheinlich jederzeit zugestimmt: Wer ganz in Ordnung ist, der ist schon ganz in Ordnung und mag sich auch beruhigen. Es wird auch gar nicht gut sein, wenn der Mensch zu wenig von  sich hält. Der heilige Thomas kritisiert die Kleinmütigen, die von sich weniger halten, als sie sollten. Besonders der heilige Philipp tadelte die frommen Damen sehr, die sich darin gefielen, diese eigentümliche, vermeintliche christliche Demut an den Tag zu legen.
Thomas spricht eigens von der kräftigenden Tugend der Hochgemutheit, die jene Menschen unbedingt brauchen, die sich klein reden oder für zu klein halten.

Wer in Ordnung ist, der ist schon ganz in Ordnung, und es wird auch seine Ordnung damit haben. Was aber ein wirklich guter Mensch ist, darin haben die Heiligen allerdings eine offensichtlich ganz andere Meinung als der gemeine Zeitgenosse unserer Tage und der Geschmack unserer Zeit. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Heiligen niedrig vom Menschen, sondern dass sie so groß von Gott denken.

In einer Stadt, in der nur Käfer herumfahren, werden alle den mit dem größeren Motor schon schnell finden. Bei einem richtigen Autorennen würden sie allerdings erst erfahren, was wirkliche Geschwindigkeit ist.
Wenn der Mensch nur sein Menschsein als letzten Maßstab nehmen kann, dann ist schon gut, wer einigermaßen Gutes tut. Tritt aber Gott an seine Seite, dann weitet sich der Maßstab ins Unendliche und die Güte bekommt ganz neue Dimensionen, über die wir zu reden haben werden.

Gedenktag

Dienstag, Januar 31st, 2012

Heute, am Tag des heiligen Don Bosco, gedenkt die Kirche eines der großen Helden meiner persönlichen Frömmigkeit. Ihm zu Ehren eine kleine Bilderstrecke.

1

1

2

2


3

3


4

4


5

5


6

6


7

7


8

8


9

9


9 Die Signatur.

9 Die Signatur.

Mein lieber Feiertag

Samstag, Januar 28th, 2012

Aquinas2


Es heißt: Reginald von Piperno, der Freund und Schreiber des heiligen Thomas lag einmal sterbenskrank darnieder. Der Heilige legte ihm eine Reliquie der heiligen Agnes auf die Brust und sagte, er müsse jetzt einen ganz festen Glauben haben. Der Freund wurde durch ein Wunder gesund, und wie es sich für einen ordentlichen Heiligen gehört, versprach Thomas ein Dankopfer: Er lud seine Studenten am Fest der heiligen Agnes zum Essen ein.

Das sollte Grund genug sein, heute, am Gedenktag des heiligen Thomas, meinen großen Liebling unter den Heiligen dadurch zu ehren, dass ich etwas Gutes esse und den nächstbesten Freund, der mir über den Weg läuft, einlade um, wenn er Lust hat, ein gutes Gespräch mit ihm zu führen.

Franz und der Gehorsam

Samstag, Januar 28th, 2012
Gott überrascht die Welt in seinen Helden.

Gott scheint eine Vorliebe dafür zu haben, die Welt in seinen Helden gründlich zu überraschen.

Am Gehorsam scheiden sich die Lager, wie an einer Klinge. Entweder man hasst oder man liebt ihn. Für den einen muss er als erstes bekämpft werden, für den anderen ist er der Garant all dessen, was er lieb hat. Das gehört erklärt.

Der heilige Franz von Assisi zählt ohne Zweifel schon zu den großen Helden des Katholischen. Ob man durch Assisi läuft oder in den Büchern und Berichten über ihn stöbert; immer scheint es, als ob der heilige Bettler gerade um die nächste Ecke gebogen kommt und einem ein lebendiges Bild vor die Augen führt; von etwas, was Gott besonders gesegnet hat.

Als das Kreuz von Dan Daminano zu Franziskus sprach, hat der Schöpfer ihn direkt und mitten im Leben angesprochen. Ebenso direkt und schnell antwortete er mit seinem ganzen Leben darauf.
Ohne zu zögern, ohne überhaupt irgendwelche Rücksichten zu bedenken, stürmt er begeistert los und nimmt sich nicht einmal Zeit, in Ruhe Ja zu sagen, geschweige denn, etwas zu bedenken.
An Franziskus wird klar: Das liebt der Liebe Gott! Alles wagen, sich wie ein Kind in seine Arme werfen und nichts zurück behalten wollen! Solche Leute bekommen alles zehnfach und hundertfach wieder!

Es gibt aber eine kleine Geschichte im Leben des heiligen Franz, die zum letzten, großen Wendepunkt, zur letzten Prüfung wurde. Es ist die Begegnung mit dem Aussätzigen.

Von Kind an hatte sich der verwöhnte Jüngling vor dem Geruch und dem abstoßenden Äußeren der Kranken gefürchtet, wie man sich vor Schlangen ekelt. Jetzt, da er endlich ein anderer werden wollte, marschierte die Prüfung leibhaftig auf ihn zu: Ein Aussätziger kam ihm auf seinem Weg entgegen, unausweichlich. Das war die Stunde der Entscheidung: Franz nahm allen Mut zusammen, überwand seinen Ekel und tat, was er immer tat: Das Extreme!
Er fiel dem Kranken um den Hals und küsste ihn, als sei er die Großmutter. Und sogleich war ihm, als ob sich mit einem mal sein ganzes Leben ändern würde, 
Später sagte er, ab da sei ihm, was zuvor süß war, bitter, und alles Bittere sei ihm süß geworden.
Was ihn abgestoßen hatte, das bekam jetzt eine geheimnisvolle Anziehungskraft und eine zuvor nie gesehene, verborgene, aber wirkliche Schönheit. Wenn man so möchte, wurde dem erstaunten Jüngling jetzt der tiefere Blick gewährt. Der blieb nicht mehr am Äußeren hängen, sondern konnte die Dinge jetzt von ihrer tieferen, leuchtenden Wahrheit her schauen.

Wenn er jetzt den Aussätzigen küsste, dann eigentlich nicht mehr die äußeren Wunden und Krusten, sondern vielmehr dessen Seele. Jetzt leuchtete etwas, was nur jene schauen konnten, die den Weg bis hierher mitgegangen waren.

Für den reinen Beobachter, der nur äußerlich anweste, wurde der junge Franz jetzt unverständlich. Für alle, die lieber in ihrer Welt zurückgeblieben, fing Franziskus jetzt das Spinnen an. Er tat plötzlich unbegreifliche Dinge. Er verachtete, was alle lieben. Er verschenkte seine Habe, warf alles Äußere von sich und ging in der freudigen Sicherheit eines von Gott Geküssten in die Wälder. Ohne doppelten Boden.

Hier schieden sich endgültig die Geister, und der junge Franz wurde zum Stein des Anstoßes. Wer zurückblieb, der blieb zurück. Wer aber das Eigentliche erkannte und den Mut hatte, ihm zu folgen, der erlebte auch, was er erlebte. Wer mitkam, der musste jedoch auch damit rechnen, dass er den selben Spott, den Hohn und den Zorn der Oberflächlichen auf sich ziehen würde. Der bleibt keinem erspart, der die schnöden Oberflächlichkeiten der Welt von sich wirft und sie den Feigen überlässt.

Wir sind beim Gehorsam. Dabei zeigt sich, dass der, wie der Ekel vor dem Aussatz, mit zu den Dingen gehörte, die eine neue Einschätzung erfuhren. Auch der Gehorsam hörte auf, ein Schreckgespenst zu sein.

Zur Zeit des heiligen Franz hatte sich die Kirche, wie es heißt, mit Pomp und Glämmer angetan. Kirchenfürsten zogen in prächtigen Kutschen durchs Land, gefolgt und umgeben von Dienern und Vasallen, die gebratene Fasanen herbei trugen. Für viele, wahrscheinlich für so ziemlich alle, ein Stein des Anstoßes und ein willkommener Gegenstand zur gerechten Rebellion.
Nicht aber für den Spinner aus Assisi. Der verlangte von seinen Jüngern wieder das Unglaubliche. Er bestand mit Nachdruck darauf, dass sie die Kirchenfürsten umarmten, wie er zuvor den Aussatz. Er verlangte, dass sie den verwöhnten Bischöfen ihre Ringe küssten; und das nicht als äußerliche Demonstration, sondern aus ehrlicher Liebe und aus Glauben.

Franziskus zog mit seiner Schar nach Rom, um zum Papst vorzustoßen. Er ging aber nicht, um ihn zu belehren oder aufzubegehren. Er ging, um ihm vor die Füße zu fallen und ihm demütigen Gehorsam zu leisten. Er verlangte nicht, dass sein Orden anerkannt würde, sondern er bat auf Knien darum. Aus tieferer Einsicht war er der Diener geworden, der er sein sollte.

Es heißt, der Papst hatte des Nachts einen Traum, der ihm den armen Bettler als Retter der Kirche offenbarte. Daraufhin bekam Franz, was er wollte. Er bekam es nicht, weil er dem Papst die Türe eingerannt, sondern weil Gott selbst eingegriffen hatte. Franz rebellierte nicht, sondern überließ alles dem, der die Rebellion nicht wünscht, weil er sie nicht braucht.

Die Rebellion des Ungehorsams hat viele Anhänger. Die Fürsprache des heiligen Franz sicher aber nicht. Franz wusste, wie kein anderer um die Misstände der Kirche, die zu seiner Zeit größer waren als heute. Dennoch, den verwöhnten Papst umarmen hieß Gott um den Hals fallen. Unverständlich für die Äußerlichen, für ihn aber geschaute, tiefere Wahrheit.

Der heilige Thomas sagt einmal, alle lieben das Süße. Der eine mag süßen Wein, der andere süße Trauben oder Speisen. Was aber die vorzüglichste Süße sei, das möge man nicht die vielen fragen, sondern den mit dem feinsten Geschmack. In unserem Fall sollten die befragt werden, die die guten Augen haben; die mit dem gesegneten Blick. Die, die einfach mehr und besser sehen. Nicht irgendwelche äußerlichen Mehrheiten. Mögen diese sich aus demokratisch nennen.

Die Heiligkeit und ihr Aussehen

Sonntag, Januar 22nd, 2012
Die selige Mutter Teresa von Kalkutta

Die selige Mutter Teresa von Kalkutta

Wenn Nietzsche also sagt, die Christen müssten ihm erlöster aussehen, dass er an ihre Botschaft glauben könne, dann wird noch viel dazu zu sagen sein.
Mancher wird allerdings auch froh sein, dass die Christen nicht “erlöster” daher kommen. Es gibt Leute, die sind am schwersten zu ertragen, wenn sie gute Laune haben. Sie überfallen einen mit ihrer sprühenden Energie, wie wenn man früh morgens mit gleißendem Licht aus dem lieben Schlaf gerissen wird.
Wenn man selbst bedrückt ist, dann kann einem die leichtfüßige Heiterkeit der Verliebten schon mal auf die Nieren schlagen. Besonders schwer zu ertragen sind die vielen, gut gemeinten Ratschläge derer, die nie wirkliche Probleme hatten. Jeder Bedrückte weiß, wie man unter dem Unverständnis der immer gesunden Gewinner im Leben leiden kann.

Da war ein Leidender, dem das Schicksal übel mitgespielt hatte. Er war im Krankenhaus gelandet und hätte sich so gern nur mal etwas erholt. Ich konnte ihn gut verstehen, als er einen der Christen aus dem Zimmer bat und ihm sagte, er solle ihn doch bitte mit seiner Liebe in Frieden lassen.

Der Heilige Franz von Assisi hat seinen Jüngern streng untersagt, ihre schlechten Launen auszuleben. Er verbot ihnen mit Nachdruck, ihre Mitmenschen unter ihren Launen leiden zu lassen. Ich würde sagen, das hat nicht nur für die schlechten Launen zu gelten, sondern auch für die guten. Gute Launen sind manchmal ebenso schwer zu ertragen, wie schlechte. Oft sind sie genau so plump und trampeln einem mit schweren Stiefeln in der Seele herum.

Ich stimme Nietzsche zu, wenn er sagt, die Christen müssten erlöster aussehen. Ich lehne aber ab, wenn er im gleichen Atemzug fordert, sie müssten ihm bessere Lieder singen, damit er ihnen glauben könne. Es ist ein Irrtum anzunehmen, die erlöste Heiligkeit müssten mit fröhlichen Liedern daher kommen. Die Erlösten hätten dauernd zu tanzen, und die frohe Botschaft der Christen müsse gefälligst tönen, wie rauschende Siegesfeiern.

Wenn es ein besonderes Bild für einen erlösten Menschen im Katholischen gibt, dann ist es das von Maria, der Mutter Jesu. Sie ist ein Prototyp, eine Art Urbild des vollkommenen, erlösten Menschen. Wenn man sehen will, wie Erlöstsein ausschaut, dann ist sie das große Bild, das man betrachten sollte. Gerade sie aber sieht man nicht auf rauschenden Bällen grölen und auf Siegesfeiern taumeln. Gerade sie sieht man mit den Leidenden weinen und in sanfter, sensibler Freude die spielenden Kinder beobachten. Gerade Maria ist die eher stille Person, die alles in ihrem Herzen erwägt und die ihr Inneres nicht dauernd auf der Zunge führt, um es über die Welt auszugießen.

Ein anderes Beispiel eines modernen, erlösten Vorbildes mag Mutter Theresa von Kalkutta sein. Obwohl sie eine wahre Siegerin des Menschlichen ist, hört man sie nicht jene Lieder singen, die Nietzsche verlangte, damit man ihn überzeugen könne. Die erlöste Heiligkeit leuchtet; aber nicht immer so, wie es von den anderen verlangt wird. Sie sind es, die bereit sein müssen, ihre Vorstellungen zurück zu nehmen.

Heilig

Sonntag, Januar 22nd, 2012

Die Heiligkeit ist sichtbar. Sie zeigt sich aber, wie sie will, nicht immer, wie man es erwartet.

Darstellung des heiligen Kirchenlehrers Bonaventura, eines Freundes und Kollegen des heiligen Thomas von Aquin.

Darstellung des heiligen Kirchenlehrers Bonaventura, eines Freundes und Kollegen des heiligen Thomas von Aquin.

Die Heiligen

Samstag, Januar 21st, 2012

Der Philosoph Friedrich Nietzsche soll über die Christen gesagt haben, sie müssten ihm eigentlich erlöster aussehen. Wahrscheinlich hat er Recht; Grund dazu hätten sie.
Schließlich sind die Christen erlöst, oder besser gesagt, sie sind diejenigen Menschen auf der Welt, die wissen, dass sie erlöst sind. Von daher dürften sie eigentlich oftmals etwas fröhlicher gestimmt sein, als sie daher kommen. Sie sind es aber nicht.
Zur Ehrenrettung kann man sagen: Die Millionäre auf der Welt haben auch nicht gleich bessere Laune, obwohl sie eigentlich deutlich weniger Sorgen haben dürften. Wenn Onkel Theo sich plötzlich sein Leben lang kaufen könnte, was immer er möchte, ich glaube, er hätte die ersten Wochen ein breites Lächeln auf den Lippen. Wahrscheinlich würde er sich nach einiger Zeit allerdings wieder in die Schar der schlecht gelaunten Nachbarn einreihen und genau so brummelnd Samstag für Samstag den Rasen mähen wie zuvor.

Offenbar nützt weder Geld noch das Erlöstsein der allgemeine Laune. Was das Geld angeht, ist das schnell erklärt. Die Reichen der Welt stellen in aller Regel schnell fest, dass alles Geld der Welt einem die großen Sorgen nicht abnimmt. Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens lassen sich zudem nicht kaufen, und Freundschaften können mit Geld auch nicht besorgt werden.

Die Frage, warum die Christen nicht besser gelaunt sind, ist nur auf einen ersten, schnellen Blick schwieriger. Die Antwort sickert bald durch: Die Christen sind wohl erlöst und wissen, dass sie erlöst sind. Sie wissen aber in aller Regel nicht, was Erlösung bedeutet. Der Christ unserer Tage ähnelt einem Menschen, der Geld in der Tasche hat und nicht weiß, dass er damit bezahlen kann.

Das ist übrigens der stärkste Grund für meine Vorliebe für die Heiligenverehrung. In der Bibel steht, dass wir heilig werden sollen. In den Büchern der Heiligen stehen unzählige Beispiele dafür, dass wir es wirklich werden können. Wir sollten viel über die Heiligen sprechen und die Bücher über sie nicht zu selten neu auflegen. Das gilt besonders für die Kinder, die Vorbilder brauchen.

Gedenktag

Freitag, Januar 6th, 2012

Nicht zu vergessen wäre, dass heute der sechshundertste Geburtstag der heiligen Jungfrau von Orleans ist.
Eine große Frau, die Papst Benedikt in seiner Ansprache über sie in eine Reihe mit Katharina von Siena stellt. In Jeans Leben und Leiden wird wie kaum sonst wo deutlich, wie tragisch die Verbindung von politisch-staatlichen Interessen mit den Möglichkeiten der theologischen Gelehrsamkeit sein kann. Jeanne wurde von Klerikern als Ketzerin zum Tode verurteilt und hingerichtet, um politische Interessen zu verwirklichen.

Ein Tag wie heute könnte Anlass zum Nachdenken sein, ob die Kirche nicht besonders auch in Friedenszeiten auf der Hut sein und bedenken sollte, dass sie wirklich nur ihren ureigensten Auftrag zu erfüllen hat.


Jeanne

Die hleilige Jeanne d’Arc


Heilige Drei Könige

Freitag, Januar 6th, 2012

Zu Ehren der heiligen drei Könige ein Griff in die Kiste mit den Andachtsbildchen.

1

1


2

2


3

3


4

4


5

5


Könige6

6


7. Zwar kein Andachtsbild, aber hübsche Kleinkunst allemal.

7. Zwar kein Andachtsbild, aber hübsche Kleinkunst allemal.