Heute ist der Gedenktag des seligen Domprobstes von Berlin und Märtyrers,
Bernhard Lichtenberg.
Lichtenberg (1875 – 1943) wurde 1899 zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Berlin-Lichtenberg und Charlottenburg, in den zwanziger Jahren Abgeordneter der Zentrumspartei. 1932 wurde er Dompfarrer in Berlin. Er war Mitglied des Friedensbundes Deutscher Katholiken und predigte öffentlich gegen die nazionalsozialistische Diktatur. 1935 überreichte er Innenminister Göring ein öffentliches Protestschreiben zu den Morden der Nazis.
Lichtenberg rettete vielen Verfolgten das Leben und wurde 1938 Dompropst für Berlin. Er predigte scharf gegen die nazionalsozialistischen Verbrechen, besonders gegen Judenverfolgung und Euthanasie. 1942 wurde er verhaftet und zu Gefängnis verurteilt. In der Haft wurde er schwer krank und sollte dennoch ins Konzentrationslager Dachau überführt werden. Lichtenberg starb auf dem Weg dorthin vor Erschöpfung und Krankheit. 1996 sprach Papst Johannes Paul II. ihn selig.
Ich möchte dem heutigen Seligen ein Denkmal setzen. Menschen wie er haben in den schweren Zeiten der Verfolgung und Verwirrung das Ansehen der katholischen Kirche gerettet. Deswegen ist es nur recht, jetzt das ihre hochzuhalten.
Mit einem Seitenblick auf unsere derzeitige Lage wird man sagen können, dass sich die heutigen Aufrufe zum kirchlichen Ungehorsam gegen große Persönlichkeiten wie Lichtenberg geradezu schäbig ausnehmen.
Aus der Prozessakte: “Wenn sich die Tendenz derartiger Regierungsverfügungen und Maßnahmen gegen die geoffenbarte Lehre des Christentums und damit gegen mein priesterliches Gewissen richten, werde ich meinem Gewissen folgen und alle Konsequenzen mit in Kauf nehmen, die sich daraus für mich persönlich ergeben.
Das ergibt sich auch daraus, dass ich die Evakuierung [der 'Nichtarier'] mit all ihren Begleiterscheinungen innerlich ablehne, weil sie gegen das Hauptgebot des Christentums gerichtet sind: ‘Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst’, und ich erkenne auch im Juden meinen Nächsten, der eine unsterbliche, nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffene Seele besitzt“.

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8. Unterschrift
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