Posts mit Tag ‘Gebet’

Das tägliche Gebet

Freitag, Oktober 14th, 2011

unserer vita in deum-Familie:

Himmlischer Vater, allmächtiger Gott,
gepriesen sei Dein Name,
ersehnt und geliebt Deine Gegenwart
in unseren Herzen
und in der Welt, in die du uns berufen hast. Errichte in deiner väterlichen Liebe,
im versöhnende Opfer deines Sohnes Jesus
und durch das Wirken des Heiligen Geistes
dein Reich in der Welt,
dass Friede, Gerechtigkeit,
Liebe und Ehrfurcht
unter deinen Kindern herrsche
und du geliebt und erkannt wirst
als der Vater aller Menschen
und der ganzen Schöpfung.
Sei uns nahe bei allem, was wir tun
und lass das Beten und die Freundschaft
unserer Gemeinschaft
ein Segen für die Welt,
Dein Wirken,
Wunsch und Wille sein.

Frage: Was heißt “Aus dem Gebet leben”?

Samstag, September 17th, 2011

GebetIm Gespräch wurde eine schwere Frage zu einer einfachen Sache gestellt:
Was heißt das eigentlich, “Aus dem Gebet leben?”
Wer möchte, kann es auf seinem Blog ja mal versuchen, die Frage auf seine Weise zu beantworten. Hier jedenfalls mein erster Beginn.

Meiner  Antwort möchte ich eine Behauptung vorausschicken: Jeder lebt ohnehin aus und für irgendetwas.

Es gibt Ehemänner, die besser nie geheiratet hätten. Sie leben mehr für die Geschäfte ihrer Karriere, als für ihre Familie. Es gibt Leute, die gehen mit ihrer Firma fremd, ohne wirklich Ehebruch zu begehen.
Es gibt Frauen, die leben ganz aus dem Gedanken, äußerlich schön zu sein und was zu gelten.
Es gibt Süchtige, die am liebsten nur noch am Rechner sitzen würden.
Es gibt solche, die werden ihre Pornographie nicht los und bekommen den Sex nicht aus dem Kopf, und es gibt solche, die von all dem nicht viel haben und in den Tag hinein segeln, wie Kapitäne ohne Heimat. Die leben wahrscheinlich ganz aus den jeweiligen Problemen des Alltäglichen.
Es gibt Menschen, die leben ganz für ihre Kinder und für ihre Familie, es gibt Künstler, die in gleicher Weise für ihre Kunst da sind.

Wer aus dem Gebet heraus leben möchte, der macht sich zum Ziel, etwas Ordnung in das Ganze zu bringen und im christlichen Glauben eine neue Priorität zu setzen.

Gebet meint hier übrigens etwas anderes, als was mit Gebet oft gemeint ist. Häufig meint Beten vornehmlich Sprechen. Das ist eher nicht gemeint. Das Gebet wird zwar oft sprechend verrichtet. Die Worte dürften hier allerdings eher Stütze und Hilfe sein, dass die Gedanken und Bilder sich nicht verlieren. Gebet meint hier wohl eher das, was der heilige Thomas “Betrachtung der Wahrheit” nennt; eine Art innerer Anschauung der tragenden Säulen des Lebens. Ein sich vor Augen halten dessen, was wirklich wichtig und bedeutend ist.

Fortsetzung folgt.

Das Kreuzzeichen ist ein Gebet

Dienstag, September 28th, 2010

Im Allgemeinen gilt das Kreuzzeichen offenbar als Anfang und Ende des Gebetes, vielleicht als ein Zeichen, das man macht, eine Geste. Viele schlagen es, wie wenn sie eine Art magischen Schutz errichten wollten, wenn etwas Bedrohliches auf sie zukommt.
In Wirklichkeit möchte das Kreuzzeichen viel mehr sein, als ein Symbol oder ein markierter Anfang.
Das Kreuzzeichen beginnt nicht das Gebet, sondern es ist eins.
Wir sagen „im Namen des Vaters”.

Am besten schon als Kind

Am besten schon als Kind

Warum bedenken wir dabei nicht längst, wer und was der himmlische Vater ist. Er ist der Vater, der die Welt und uns geschaffen hat, der uns das Dasein gibt, der uns näher ist, als wir uns selbst und der seinen Sohn in die Welt gesandt hat, dass er uns erlöse. Gebet heißt nicht nur bedenken, sondern sich an Gott wenden. Warum sollte das Kreuzzeichen nicht schon ein Lobpreis und ein Dank sein?
Wir sagen „und des Sohnes”. Das ist Gelegenheit, uns an die Menschwerdung und das Leben Jesu zu erinnern. Die Worte fordern uns auch hier auf, zu meditieren, welche Bedeutung der Sohn für die Welt und für uns hat. Er kam, um unsere Sünden auf sich zu laden und durch seinen Tod hindurch weg zu tragen. Er kam nicht nur, es zu tun, sondern hat es bereits vollbracht; die Sünden der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft sind bereits in seinem Opfer getilgt. Das Kreuzzeichen ist Gelegenheit, ihm zu danken und auch ihn anbetend zu preisen.
Vielleicht gibt es einen Satz im großen Glaubensbekenntnis, der nicht ganz stimmt: Dass nämlich der Heilige Geist in gleicher Weise angebetet wird wie der Vater und der Sohn. Der Heilige Geist wird vernachlässigt und ist nicht der Bote Gottes, sondern Gott selbst und höchstpersönlich. Unsere Leiber sind Tempel des Heiligen Geistes geworden! (1 Kor 6,19) Haben wir beim Kreuzzeichen nicht die beste Gelegenheit, uns dieser großartigen, ja geradezu erschreckenden Tatsache inne zu werden und staunend anzubeten?
 Das Kreuzzeichen ist ein Schatz und wert, dass er gehoben wird.



Liebe, Gebet und Langeweile

Sonntag, September 5th, 2010

Gilbert Chesterton hat einmal einen interessanten Hinweis gegeben: Gott schaut sich seit Milliarden von Jahren Sonnenuntergänge an, ohne dass ihm dabei langweilig wird. Das ist ein ebenso großartiges, wie wahres Wort.
Wenn es Gott überhaupt langweilig werden könnte, dann müsste ihm immer schon langweilig sein. Langeweile setzt nämlich immer dann ein, wenn wir etwas ganz und gar kennen, wenn nichts Neues mehr entdeckt werden kann; wenn sich nichts abwechselt. Somit müsste also Gott, dem alles bekannt und nichts unbekannt ist, eigentlich der große Gelangweilte sein. Gott weiß, wie alles aussieht. Er weiß, wie alles war, wie alles wurde und wie alles sein wird. Eigentlich müsste er immer gähnen und wie der einsame König auf seinem Planeten, immer irgendwie auf seinen Hofnarren warten, der ihm Abwechslung verschafft.

Kreuzzeichen

Kreuzzeichen

Irgendwie können wir aber gar nicht denken, dass Gott langweilig ist und die Lösung scheint in der Liebe zu liegen. Menschen können uns langweilig sein, nicht aber, wenn wir sie lieben. Wann ist einer Mutter ihr Kind je langweilig geworden? Kinder können langweilig gekleidet sein, aber niemals langweilig werden. Was immer wir lieben, das schauen wir mit Entzücken an; eben so lange wir es lieben.
So ist es auch mit dem Gebet. Lieben wir es, wird es nicht langweilig. Das Vaterunser ist immer dasselbe. Wer es zu beten versteht und lieben gelernt hat, dem wir nicht langweilig dabei. Der Rosenkranz, das große Gebet der Wiederholung ist für die, die ihn zu beten verstehen, täglich das größte Vergnügen.
Die Gebete der Psalmen sind seit Jahrtausenden genau die gleichen. Immer wurden Bücher des Entzückens über sie verfasst und durch alle Zeiten gibt es Beter, die ganz und gar aus ihnen leben.
Die Gebete des sogenannten Stundengebetes sind immer die selben, auch wenn sie im Vier- oder Zweiwochentakt variieren. Ebenso ist es mit den Gebeten, die wir in der vita füreinander sprechen. Wer sie liebt, der betet sie gern.
Wenn wir aber noch etwas genauer hinsehen, ist es aber gar nicht das Gebet als solches, was wir lieben, sondern der, den wir mit dem Gebet anbeten. Man liebt doch eher den Beschenkten, als das Geschenk, das wir ihm geben, oder?
Das erste Gebot Jesu lautet, Gott zu lieben. Wer also Gott von Herzen liebt, dem wird das tägliche Beten zum Abenteuer. Es führt nämlich dahin, Gott in seinem Glauben an ihn, immer besser kennen zu lernen.