Posts mit Tag ‘Beichte’

Scheidung und Barmherzigkeit – Teil 2

Montag, September 5th, 2011
Für meine italienische Freundin.

Für meine italienische Freundin.

Es wird jetzt plötzlich wieder gesagt, die Kirche müsse die Barmherzigkeit Gottes spiegeln. Ich würde meinen, da sollten wir vor allem von Gott reden.

Vor dem Spiegel wollen wir den betrachten, der gespiegelt wird. Niemand will da das Glas in Augenschein nehmen. Es geht stets um den, der gespiegelt wird.

Leider fällt auf, dass der deutsche Predigspiegel eigentlich nie auf den Schöpfer gerichtet wird. Von Gott selbst ist eigentlich so gut wie nie die Rede. Wohl von den Dingen, die er gibt, vom Glauben und vom guten Benehmen. Gott selbst hat sich als Thema mehr oder weniger erledigt. Seit das so ist, herrscht in den Kirchen und Gemeinden eine Stimmung wie im Sitzungssaal von Umweltaktivisten.

Als Jesus im Evangelium der Sünderin gegenüber stand, übte er Barmherzigkeit. „Auch ich verurteile dich nicht“, konnte sie aus dem Mund dessen hören, der das Antlitz Gottes auf Erden war. In dieser Spiegelung stand das ganze Geschehen und jedes einzelne Wort. In dieser Atmosphäre sollte auch stehen, was durch die Kirche im Namen Gottes auf Erden geschieht und gesagt wird.

Weißt Du, wo das am Dichtesten erlebt werden kann?
In den Sakramenten, allen voran in der Beichte.
Eine Lehrerin sagte mir: „Ich würde so gern einmal wieder zur Kommunion gehen. Aber ich weiß, dass ich vorher beichten müsste.“
Ich glaube auch, sie wird gehen, wenn ihr Sehnen stärker wird. Wie aber geschieht das? Durch sprechen von der Liebenswürdigkeit und Größe Gottes; von seiner Allmacht, seiner väterlichen Wärme und von seiner liebenswerten Hingabe.

Wenn ich jetzt gesagt hätte: „Du, Gott ist doch barmherzig. Geh doch einfach so!“, dann hätte meine Rede alles verwässert.
Der Ort der Barmherzigkeit liegt im ersten Schritt. Der Ort des Genusses ist dann der Altar.

Wir hören jetzt, die kirchliche Barmherzigkeit bestehe darin, die Wiederverheirateten zur heiligen Kommunion zuzulassen. Kein Wort von der heiligen Beichte. Das aber ist der eigentliche Ort der Barmherzigkeit in dieser Sache. Wir beginnen am falschen Ende.

Beichte und Eucharistie

Donnerstag, April 28th, 2011
Eine liebevolle Hinführung ist unersetzbar.

Eine liebevolle Hinführung muss schon sein.

Unser Beispiel ist gar nicht schlecht: Wenn man einen Orden bekommt, möchte man seiner würdig sein. Ein anderes Beispiel ist die Freundschaft. Auch ihrer möchte man sich würdig erweisen. Es wäre schrecklich, würde man uns für Menschen halten, die der Freundschaft nicht würdig sind.
Es gibt nunmal Dinge, deren man würdig und unwürdig sein kann.
Für mich gehört zu den großen Unerklärlichkeiten, dass die Eucharistie in einer sonst so gut funktionierenden Kirche derart aus dem Bewusstsein schwinden konnte. Dabei ist zu sagen: Nicht die Eucharistie ist vergessen; die wird immer noch gefeiert. Vergessen wurde, was sie ist. Ich sage Dir, würde sich auch nur ein Bruchteil von dem herumsprechen, was die Eucharistie für uns bedeuet: Die Priester kämen gar nicht mehr aus den Beichtstühlen heraus, überall wäre Tag und Nacht Anbetung und Verehrung, und die Leute würden vor Freude durch die Straßen laufen.
Wäre den Menschen der Wert und die Würde des Sakramentes klar, die Leute würden gern zur Beichte gehen. Sämtliche Argumente gegen sie würden wie Sand zwischen den Fingern zerlaufen. Das Geschenkt ist einfach zu groß. Wie der heilige Thomas schreibt, sind die Sakramente ganz auf die Eucharistie hin ausgerichtet.
Jesus sagt zu Petrus beim Abendmahl, also vor der ersten Feier der Eucharistie: „Wenn ich Dich nicht wasche, hast Du keinen Anteil an mir.“ (Joh 13,8) Das ist ein Bild für die schlichte Tatsache, dass wir aus unserem Alltag heraus kommend einer einer heiligen Waschung, einer Reinigung bedürfen. Denn die Eucharistie ist die dichteste Begegnung mit Christus und Anteil an ihm. „Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?“, fragt der heilige Paulus mahnend die Korinther. (1 Kor 10,16)
Wenn wir das auch nur ein wenig verstehen, wird gleich mit verständlich, wie innig die Beichte mit der Eucharistie verbunden ist und wie wichtig es ist, sie vor der Kommunion immer wieder mal zu empfangen. Es gibt keinen Menschen, der das vor der Begegnung mit Gott nicht nötig hätte.

Über den Beichtstuhl

Mittwoch, August 11th, 2010

Der Beichtstuhl steht nicht im besten Ruf. Vielen gilt er als dunkle, unheimliche Kiste. Andere finden den Beichtstuhl zu anonym. Was hier kritisiert wird, kann allerdings auch eine große Stärken sein. Mancher Sünder, der sich – vielleicht nach langer Zeit – zur Beichte durchringt, ist froh, wenn er anonym bleiben kann. Da hilft sehr, wenn der Beichtstuhl nicht vom Rampenlicht angestrahlt wird. Es kann eben doch eine Hilfe sein, wenn man in dieser sensiblen Zeit im Verborgenen bleiben darf.

Der Beichtstuhl des heiligen Pfarrers von Ars

Der Beichtstuhl des heiligen Pfarrers von Ars

Der Beichtstuhl ist für unser Auge dunkel, manchmal finster. Für die Augen der Engel und der Heiligen bei Gott ist er ganz sicher alles andere! Wenn er der Ort ist, an dem die Menschen ihre Sünden und Belastungen vor Gott wirklich loswerden und neu anfangen können, dann ist kaum ein anderer Fleck auf Erden so lichtvoll, hell und ein Ort der größten Freude.
Oft wird gesagt, man könne das mit seinen Sünden mit Gott allein ausmachen und müsse sein Bekenntnis keinem Menschen sagen; schon gar nicht einem, der einen kennt. Jesus sagt aber: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben.” (Joh 20,23) Wir sündigen bei und mit den Menschen, und die Sünde ist zudem immer auch ein Problem in der Kirche. Jesus ist der Hohepriester und Vergebung bei Gott geschieht nunmal auf seinem, dem kirchlich-priesterlichem Weg.
Dass der Beichtstuhl anonym ist, kann hierbei aber eine weitere, große Hilfe sein. Man kommt im Dunklen, der Priester kennt einen nicht und kann niemanden sehen; ein Gitter ist dazwischen, das zudem mit einem Tuch verdeckt ist.
Wenn der Beichtende nicht erkannt wird, dann kann er sein Bekenntnis dem Herrn und Hohepriester viel direkter selbst ins Ohr flüstern.
Wenn der Beichtende sein Problem nicht ausdrücklich besprechen will, hat der Priester kein Recht zu erfahren, wer er ist. Es soll eine möglichst große Hilfe sein, wirklich alles Belastende zu sagen. Das ist nämlich sehr wichtig für eine gute Beichte.


Podcast: Kirche und Tischgemeinschaft

Sonntag, Juni 27th, 2010

sennheiser_radiosendung

Weil wir aus technischen Gründen unsere Podcasts noch nicht auf der vita-Seite einbauen können, bringe ich sie erst einmal bei GloriaTV unter. (Vielen Dank dafür, dass das geht)

Mein neuster Podcast geht um die Frage, warum wir denn überhaupt beichten müssen, wo Gott uns doch, wie der heilige Thomas lehrt, auch ohne Beichte verzeiht.

Die Podcasts einzelne, von mir vorgetragene Kapitel der Summe
und mit zwei Minuten Dauer alle genau gleich lang.

Hier also der neue, jetzt sogar mit Jingle (Dank an Verena und Pablo fürs Erstellen):
Die Beichte und die Tischgemeinschaft der Kirche